Von: Dirk Kunde, Mittwoch, 19. Mai 2010 14:55 Uhr
Aufgepasst Ihr Netz-Junkies: Wer auch im ausländischen Ferienhaus nicht auf Twitter, Facebook, Mails und den Rest des Webs verzichten kann, braucht die MiFi 2352 von Novatel Wireless. Die Zigarettenschachtel-große Box macht aus dem Mobilfunksignal ein WLAN-Netz oder wie die Amerikaner sagen WiFi, daher die Namens-Anlehnung.
Klar, könnte man auch mit einem Surf-Stick am Laptop im Urlaub ins Internet gehen. Aber was macht der Partner mit dem iPhone oder einem anderen WLAN-fähigen Gerät? Der schaut in die Röhre oder zahlt hohe Roaming-Gebühren.
Für die MiFi kauft man im Urlaubsland eine Daten-SIM-Karte. Bei HSDPA-Empfang, surft man mit bis zu 7,2 Mbits Download-Geschwindigkeit, aber auch UMTS oder GPRS funktionieren. Damit entsteht im Ferienhaus ein privates WLAN-Netz, an das man bis zu fünf Geräte anschließen kann.
Den Zugang sollte man allerdings mit einem Passwort schützen, sonst surfen die Nachbarn auf dem Guthaben mit. Das schwarze Kästchen (auch in weiß erhältlich) ist gerade mal 81 Gramm schwer. So kann man es in der Jackentasche mit zum Strand, in den Biergarten oder auf den Balkon nehmen. Einfach das Gerät einschalten und lossurfen. Es hat nur einen einzigen Knopf, ist also idiotensicher in der Bedienung. Die Farbe des Power-Buttons verrät einem die Netzqualität. Violett steht für HSDPA, Blau für UMTS und Grün für GPRS/EDGE. Der Li-Ionen-Akku (1.530 mAh) hält rund drei Stunden im Web ohne Stromversorgung.
In meinem Test hatte ich in den Niederlanden fast durchgehend HSDPA-Verbindung. Für die MiFi habe ich mir in einem Telefonladen eine Data Only-Karte von Vodafone (4,99 Euro) gekauft. Ein Megabyte (MB) Datenvolumen kostet 0,33 Euro. Die Guthabenkarten gibt es in jedem Supermarkt. Die Konfiguration des Netzwerkes erfolgt über eine Browserfenster (www.mifi) am Rechner. Im Menü kann man dem Netzwerk einen Namen (SSID) geben und einenVerschlüsselungsstandard (WEP/WPA/WPA2) auswählen. Hier sieht man auch, wie viele Geräte angemeldet sind und welches Datenvolumen bereits “versurft” wurde.
Die MiFi erspart dem reisenden iPhone-Nutzer einen SIM-Kartentausch. Er ist unter seiner gewohnten Telefonnummer erreichbar und kann alle Web- und Datendienste per MiFi mit lokaler Mobilfunkkarte nutzen. Vor der Abreise sollte man in den Einstellungen, das Daten-Roaming im iPhone deaktivieren, um zusätzliche Datenkosten zu vermeiden (Einstellungen / Allgemein / Netzwerk / Daten-Roaming).
Die handliche MiFi, gerade mal 62 mm x 98 mm groß und 15,3 mm dick, verfügt über eine GPS-Antenne. Somit sind Ortungsdienste nutzbar, wenn man das Gerät per USB-Kabel als Modem ans Laptop hängt. Außerdem hat man einen SD-Kartenschacht. In meiner Testversion steckte eine Micro-SD-Karte so groß wie mein kleiner Fingernagel mit zwei GB Speicherplatz. Darauf lassen sich beispielsweise die Urlaubsfotos sichern.
Kommen wir zu den Nachteilen, davon konnte ich nur zwei ausmachen. Nummer Eins: Der Kabelsalat. Der MiFi kommt mit einem Netzstecker, der an den MicroUSB-Eingang angeschlossen wird. Will man die MiFi als Modem am Rechner nutzen, braucht man noch ein zweites USB-Kabel. Warum das Ladekabel, wie beim iPhone, nicht gleich beide Funktionen übernehmen kann, ist mir ein Rätsel. Schließlich will man sein Reisegepäck schmal halten.
Der zweite Nachteil ist der Preis. Die MiFi gibt es bei Amazon für rund 255 Euro
. Das macht nur Sinn, wenn man regelmäßig im Ausland unterwegs ist oder sich das MiFi mit Freunden teilt. Oder einen anderen Einsatzzweck in Deutschland dafür hat (z.B. eigenes WLAN bei einer Messe oder Präsentation).
Ansonsten hat das kleine Kästchen die volle iPhone-Zahl in der Bewertung durchaus verdient. Doch für Preis und Kabelsalat gibt es einen Abzug.
Meine Wertung

Preis: ca. 255 Euro
