Das iPhone ist wichtig für Apple – keine Frage. Noch viel wichtiger ist das iPad wie die Grafik von Risikokapitalgeben Kleiner Perkins belegt. Darin sind die verkauften Stückzahlen zehn Quartale nach Marktstart addiert.

Doch Apple hat kein Problem damit ein gutes Produkt einem besseren zu opfern. Der iPod als meistverkauftes Musik-Gerät lief bestens, bis das iPhone kam. Seitdem geht es abwärts mit den iPod-Verkaufszahlen: von knapp 55 Millionen in 2008 auf aktuell 35 Millionen Stück. Doch was ist das nächste “Bessere”? Bei den Marktbeobachtern herrscht Einigkeit, es ist die AR-Brille. Bei der Augmented Reality (erweiterten Realität) werden Informationen aus der Umgebung in das Kamerabild eingeblendet. Junaio ist ein Beispiel für einen AR-Browser.

Apple iPhone iPadNoch halten wir uns für AR-Anwendungen das Smartphone vor die Nase. Doch wie lange noch? So wie die Maus ein notwendiger Umweg zum Touchscreen war, ist es die Smartphone-App auf dem Weg zur Brille bzw. Kontaktlinse.

Apple hat dazu bereits 2006 eienn Patentantrag eingereicht, der im Juli 2012 veröffentlich wurde. Das Patent 8212859 trägt den Titel “Peripheral treatment for Head Mounted Display” (HMD). Autoren sind Tony Fadell, der ehemalige iPod-Chef, sowie John G. Tang. Ihre Ideen wurden bereits 2006 eingereicht und im Juli 2012 veröffentlicht. Dabei geht es darum, dass dem Anwender Informationen auf einen oder zwei Bildschirme vor seinen Augen angezeigt werden. Der Patentantrag bleibt bei der Beschreibung von Anwendungsszenarien äußerst vage. Die Rede ist von digitalen Bauplänen (CAD), Simulationen, Spielen sowie Unterhaltungs-Anwendungen.

Deutlich weiter ist da Wettbewerber Google. Im April des Jahres zeigt sich Sergey Brin mit einer AR-Brille in der Öffentlichkeit. Dabei hat Google Glass nicht zwei Brillengläser, sondern nur ein 1,3 cm großes, transparentes Display über dem rechten Auge. Schaut der Nutzer hoch, sieht er oder sie darin eine Karte mit Routenangaben, Adressen, Termine, einen Video-Chat oder schießt ein Foto aus seiner Perspektive. Für das Time Magazine sind Google Glasses eine der besten Innovationen des Jahres 2012. Sie sollen 2014 für schätzungsweise 1.500 Dollar auf den Markt kommen. Gene Munster von Piper Jaffray sieht die Zeit der “tragbaren Computer” (als Teil der Kleidung) gekommen (siehe Timeline).


 


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