Apple erobert den Fernseher und stellt neue Produkte vor
Von: Dirk Kunde, Mittwoch, 1. September 2010 21:07 Uhr
Apple TV bleibt Apple TV, es wird nur besser und billiger. Steve Jobs hat in seiner Präsentation eine kleine schwarze Box mit dem Namen Apple TV vorgestellt. Die gibt es zwar schon seit 2006, doch bislang wurde das Produkt als “Hobby” des Chefs bezeichnet. Nun will Apple das Wohnzimmer und damit den größten Bildschirm in der Wohnung erobern.

Als erstes schrumpft Apple die Größe der Box um ein Viertel, im Vergleich zur ersten Generation. Der kleine, schwarze Kasten hat einen HDMi-Anschluss, einen optischen Audio-Ausgang, Ethernet und WiFi. Es gibt keinen Lüfter, das Ding ist also leise.
Es gibt keine Festplatte. Sämtliche Inhalte – wenn verfügbar in HD – werden gestreamt (übertragen, zwischengespeichert, abgespielt). Laut Jobs ist selbst mehrmaliges Mieten eines Film günstiger als der Kauf. Das ist die wesentliche Neuerung: Filme und Serien werden nur noch verliehen. Ab dem Tag der DVD-Veröffentlichung kostet ein Spielfilm 4,99 Dollar in Apples Videothek. Die Folge einer Fernsehserie gibt es für 99 Cent (48 Stunden Ausleihzeit). ABC und Fox sind zum Start mit dabei, weitere Sender dürften folgen. Die Amerikaner können auch Inhalte von Verleiher Netflix streamen. Man kann Musik, Videos und Fotos vom eigenen Rechner auf die Apple TV-Box streamen und hat per Internet Zugriff auf MobileMe-Bildergalerien, flickr, YouTube sowie Podcasts.
Mit der Größe schrumpft auch der Preis: Apple TV kommt für 99 Dollar auf den Markt, bislang waren es 299 Dollar. In Deutschland sind es 119 Euro – eine etwas merkwürdige Umrechnung. Vorbestellungen werden ab heute entgegen genommen, die Auslieferung beginnt Ende September.
Mit iOS 4.2 kommt auch die Funktion AirPlay (ehemals AirTunes). Damit kann man Filme von Apple TV per Knopfdruck auf ein iPad oder iPhone holen und weiter schauen. Da es keine Werbeunterbrechungen mehr gibt, geht man dann halt mit iPad zum Kühlschrank oder zur Toilette. Mit dieser Funktion lassen sich auch Fotos oder Musik vom iPhone auf Apple TV übertragen.
Was heute noch vorgestellt wurde
iPod nano: Der kleine Musikabspieler besteht nur noch aus einem berührungsempfindlichen Display. Es hat Genius, Wiedergabelisten, Nike + und ein UKW-Radio.
iPod touch: bekommt Face Time für Videogespräche mit iPhones und iPod touchs im WLAN
iTunes 10: Mit Ping öffnet sich Apple der Social Media Welt. Man folgt einem Sänger oder einer Band und bekommt so Fotos, Neuigkeiten zu Konzerten und Alben.
iPad: Man wird direkt und kabellos vom iPad aus drucken können. Mit iOS 4.2 kommen auch Multitasking sowie der Kombi-Maileingang für alle Konten auf den Tablet-Rechner. Das Update ist für November 2010 angekündigt.
Vorher steht erst einmal das Update auf iOS 4.1 an, das kommende Woche zum Download zur Verfügung stehen wird:  Es behebt diverse Bugs im iPhone, darunter Probleme mit dem Annäherungssensor, dem Bluetooth-Modul als auch mit der Performance des iPhone 3G. Videos lassen sich im HD-Format auf Server übertragen. Eine Technik namens HDR verbessert Fotos. Aus drei Bildern, die mitunter unscharf und unterbelichtet sind, wird eine tolles Foto errechnet. Über das Game Center lassen sich Mitspieler und Gegner für Spiele finden. Dieses Update solle im Laufe der kommende Woche verfügbar sein.
Zum Abschluss der Veranstaltung spielte Chris Martin, Sänger der Band Coldplay, auf dem Klavier einige Songs. Allerdings wäre eine Guitarre aufgrund der Einladung passender gewesen. War aber auch so schön. Ist schon toll, wenn man als Boss des größten “Musikladens” einfach so Künstler zu sich einladen kann.
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Bislang kann man bei iTunes nur Spielfilme für 48 Stunden ausleihen. TV-Serien stehen lediglich zum Verkauf. In der Regel für 1,99 Dollar pro Folge, die HD-Version kostet einen Dollar mehr.
Langeweile? Unterwegs französische Fernsehnachrichten gucken? Oder mal bei Bahn TV reinschauen? Oder “mit dem Zweiten” besser sehen? 
Das Fernsehprogramm stellt man sich mittlerweile dank Festplattenrekorder nach seinen Wünschen zusammen, dann sollte es mit der Programmzeitung genauso sein. TV Select ist eine höchst flexible App für das eigene Fernsehprogramm. In der Übersichtsrubrik legt man fest, wie viel und welche Sender angezeigt werden. Gleiches gilt für die Prime Time, wobei diese Zeit für jeden anders liegen kann. Wer nur spät abends Fernsehen schaut, gibt eben 22 Uhr an. Unter der Rubrik Tipps gibt es eine redaktionelle Empfehlung. Die Texte stammen von TV digital. In der Rubrik „Sender“ kann man wie bei den Fotos durch die Sendungen „wischen“, die aktuell laufen.

Mein Favorit. Übersichtlich, informativ, tolles Menü und der Preis stimmtauch (kostenlos). In der aktuellen Programmübersicht wird bewusst auf eine Nutzerbewertung verzichtet. Die anderen Apps gaukelten mir mit vier Sternen einen sehenswerten Film vor, doch wenn man reinklickt, sieht man, dass lediglich zwei Leute abgestimmt oder einen wirren Kommentar hinerlassen haben. Darauf verzichte ich gern. Dafür finde ich den Fortschrittsbalken klasse: Ich sehe, wie lange der Film bereits läuft und kann für mich entscheiden, ob sich das Anschauen noch lohnt.
Als erstes schreckt die Anmeldung zum teXXas-Konto etwas ab. Bei dem kostenpflichtigen Dienst muss man sich aber nur registrieren, wenn man erweiterte Inhaltsbeschreibungen und Erinnerungen per Push-Meldung, SMS oder Email erhalten möchte.
Hier legt man sich seine Lieblingssender links in  die Leiste. Mit den Finger kann man dann von rechts nach links durch die Zeitleiste wischen. Tippt man auf eine Sendung, öffnet sich eine Detailseite, die mich komplett verwirrt. Zum einen ist sie in einem ganz anderen Layout und zum anderen ist die überladen mit Unterpunkten, die meisten davon sehen aus wie Werbung. Für die Inhaltsbeschreibung muss man dann noch mal einen Button antippen.







