Von: Dirk Kunde, Dienstag, 9. November 2010 13:58 Uhr
Drei Jahre iPhone in Deutschland. Man, Du hast Dich in der kurzen Zeit enorm verändert. Ich kann den Geburtstag nicht mal mit meinem Original-Gerät begehen, dass ich in einer regnerischen Nacht in der Kölner Fußgängerzone für 400 Euro erworben habe. Es ist längst Elektroschrott – aufgrund eines Defekts am Lautsprecher. Das iPhone 3G S als auch das iPhone 4 freuen sich aber mit mir und blasen mit der App Blower die drei Kerzen auf Deinem Kuchen aus.
Von: Dirk Kunde, Freitag, 5. November 2010 9:04 Uhr
“Das iPhone wird im Markt für Smartphones an Bedeutung verlieren”, prophezeit E-Plus-Chef Thorsten Dirks im Handelsblatt. Er sehe die Zukunft in Android-Smartphones und halte superschnelle Datennetze (LTE) für Angeberei von Mobilfunk-Managern. Als einziger der vier großen Provider mit eigenem Netz in Deutschland, ist ePlus kein offizieller Vertriebspartner von Apple. Das iPhone gibt es bei den “Grünen” nur über den Partner Myistore.de. Laut dem Artikel, habe sich Dirks bewusst gegen die Konditionen von Apple bei der Abnahme des iPhones entschieden.
Das hier gezeigte Werbebanner sieht jedoch so aus, also ob die Marketingverantwortlichen im Unternehmen die Entscheidung ihres Chefs bedauern. Derzeit wirbt die Tochter der niederländischen KPN mit der Marke Base für das mobile Internet. Gezeigt wird ein Smartphone, das sehr nach iPhone aussieht. Nur wenn man näher heran geht, erkannt man, das es ein anderes Modell ist (welches kann ich nicht sagen). Auf dem Display sieht man die klassischen App-Icons darunter der DB Navigator, ran und Meine Stadt.
Das Plakat ist hausgroß, hängt in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofes und wird Nachts hell erleuchtet (aber nicht hell genug für die Kamera des iPhones 3GS).
Von: Dirk Kunde, Mittwoch, 3. November 2010 12:14 Uhr
Also jeder Werbeagentur-Chef, der etwas auf sich hält, sollte diesen Tisch sofort bestellen. Hammer – das Ding. Damit wird jede Präsentation zum Erlebnis. Der Table.Connect funktioniert ab einem iPhone 3G S. Im Video hört man deutlich, dass Ösis das Ding entwickelt haben, auf der Webseite findet man leider nicht sofort, wo die Jungs sitzen und was das Ding kosten soll.
Von: Dirk Kunde, Mittwoch, 3. November 2010 11:57 Uhr
Das Update auf die Version 4.2 des Betriebssystems für iPhone und iPad dürfte noch im Laufe des Novembers für alle veröffentlich werden. Entwickler können derzeit die finale Version vor der Veröffentlichung testen. Der iPhone-Fan hat nachgeschaut:
Auf dem iPhone
Mit AirPrint wird der Druckbefehl zur Standard-Option. In Mail oder Safari kann man über den Weiterleitungsbutton den Druckbefehl starten. App-Entwickler können AirPrint in ihr Programm integrieren. Somit lassen sich Webseiten, Mails, Fotos, Screenshots, Notizen und Zeichnungen ausdrucken. Ist ein WLAN-fähiger Drucker in der Nähe, kommt der Ausdruck hier raus. Anfänglich können nur einige HP Photosmart-Modelle (C410, C310, B210, C510) sowie der HP ENVY 100 e-All-in-One Printer mit AirPrint umgehen.
Man kann den Druckbefehl allerdings auch vom iPhone zum Rechner senden und an den angeschlossenen Drucker weiterreichen. Das funktioniert jedoch nur mit iTunes 10.1 und OS X 10.6.5 auf einem Mac. Für Windows wird eine Lösung folgen.
Wann, wofür und welchen Ton das iPhone von sich geben soll, kann man jetzt im Einzelnen festlegen.
Im iPod ist die Funktion AirPlay integriert. Die sieht man allerdings nur, wenn ein passendes Empfangsteil in Reichweite ist. Angedacht ist dafür die Apple TV-Box, aber deren Software braucht noch ein entsprechendes Update um die Audio- und Videodaten via WLAN empfangen zu können. Zubehörhersteller von Docks und anderen Lautsprechern werden sicherlich nachziehen. Wenn alles läuft, kann man Musik und Videos per Fingertipp auf die Stereoanlage oder den Fernseher übertragen.
Auf dem iPad
Nun funktioniert Multitasking, das zeitgleiche Ausführen mehrerer Apps, auch auf dem iPad. Außerdem lassen sich Apps in Ordnern speichern, so wie man es bereits vom iPhone kennt.
Es gibt einen Posteingang für alle Mail-Konten.
Der Schalter zum Deaktivieren der Seitenausrichtung ist nun der Stummschalter für den Ton am iPad. Er funktioniert bei mir allerdings noch nicht.
Die automatische Drehung der Seiten verhindert man in der Multitasking-Leiste. Doppelter Druck auf die Home-Taste und Leiste nach rechts schieben. Hier hat man das Schloß für die Seitenausrichtung. Außerdem lässt sich hier die Helligkeit des Bildschirms anpassen, genau wie die Lautstärke der aktuellen Wiedergabe.
Unter Einstellungen / Allgemein / Einschränkungen lassen sich – passwortgeschützt – sehr detailliert Einstellungen für Apps, Ortung, In-App-Käufe und das Game Center vornehmen.
Der Druckbefehl wird auf dem iPad auch über das Weiterleitungssymbol aktiviert. In Safari zeigt eine Zahl in der Menüleiste die Anzahl der offenen Seiten an.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es neu ist, aber der Wechsel von einem zum anderen iTunes-Konto, ist im AppStore nun einfacher. Unten auf Abmelden und dann im Fenster auf Mit vorhandenem Account anmelden tippen. Das ist praktisch, wenn man noch ein Konto im US-AppStore hat. Wie man das anlegt, steht hier.
Das Game Center hält Einzug auf dem iPad. Im Kalender kann man jetzt auch Einladungen empfangen und annehmen. Der Kalender-Sync funktioniert endlich auch mit MobileMe, der Umweg über den CalDAV-Server hat ein Ende.
Mit dem Wechsel auf iOS 4.2 wird auch ein Update von iTunes auf die Version 10.1 notwendig.
Von: Dirk Kunde, Freitag, 3. September 2010 10:35 Uhr
Angeblich verliert die Telekom noch in diesem Jahr das Exklusivrecht für den Vertrieb des iPhones in Deutschland. Der Focus rührt kräftig im Topf der Gerüchteküche. Spätestens zum lukrativen Weihnachtsgeschäft dürften auch Vodafone und O2 das Smartphone verkaufen, werden die nebulösen Branchenkreise zitiert.
Ein Ende des Exklusivvertriebs nach drei Jahren würde in die Apple-Strategie passen. Auch in Großbritannien verkaufen seit diesem Jahr neben O2 noch Vodafone und Orange das iPhone. In Frankreich kann man direkt bei Apple Simlock-freie iPhones bestellen. Laut einem älteren Zeitungsbericht läuft der Vertrag in Deutschland mit der Telekom bis 2012, doch beide Seiten haben im vierten Quartal 2010 ein Sonderkündigungsrecht. Eventuell macht Apple davon Gebrauch. Eine weitere Spekulation: Apple entschädigt die Telekom für den Verlust in Deutschland mit Vertriebsrechten in den USA, um dort auch das AT&T-Monopol aufzubrechen.
Die Telekom hat laut dem Focus-Artikel 1,9 Millionen iPhones in Deutschland verkauft. Zusammen mit den Eigenimporten und Import-Anbietern dürften schätzungsweise drei Millionen iPhones in Deutschland funken.
Nachtrag: An den Gerüchten ist wohl mehr dran. Auch das Wall Street Journal berichtet darüber und sagt ein Ende der Exklusivbindung vielleicht schon für Oktober voraus, also mit Beginn des vierten Quartals. Das würde auch erklären, warum sich Deutschland-Chef van Damme neulich im Focus kritisch gegenüber Apple geäußert hat. Wenn die Kündigung bereits auf dem Tisch liegt, kann man auch mal austeilen.
Von: Gerrit Maschek, Freitag, 3. September 2010 8:00 Uhr
8-bit Comic-Grafik, Zombies und viel Spielspaß, dass ist die Grundformel für ein neues “Jump and Run” Spiel für das iPhone. Die Entwicklerfirma Halfbrick hat es geschafft ,liebevolle Grafik und gutes Gameplay in Monster Dash zu verbinden. Zum Spiel selbst ist zu sagen, dass man einen Helden steuert, der am Bildschirm von links nach rechts läuft und währenddessen immer wieder mit Hürden zu kämpfen hat. Man hat zwei Möglichkeiten, diese Hürden zu bewältigen. Zum Einen hat man die Möglichkeit zu springen, um Schluchten zu überspringen und zum Anderen besitzt man eine Waffe, mit der man schießen kann. Die Waffe braucht man vor allem, um die auf dem Weg befindlichen Zombies ein für alle Mal los zu werden. Das Ziel des Spiels ist es, möglichst weit zu laufen. Es gibt verschiedene Welten, in die man zufällig hineinkommt sowie ein online Highscore-System, welches über das auf der iOS-Plattform recht verbreitete OpenFeint läuft.
Das Spiel ist für alle Retro- sowie Jump and Run- (Super Mario) Fans eine echte Empfehlung und mit 0,79 Euro sehr preiswert.
Wer sich ein neues iPhone anschaffen will oder ein Gebrauchtes kaufen möchte, findet hier alle Generationen mit ihrer technischen Ausstattung in der Übersicht:
Von: Dirk Kunde, Mittwoch, 23. Juni 2010 11:57 Uhr
Die ersten Nutzer von iOS 4 dürften enttäuscht sein: Multitasking funktioniert gar nicht. Die Radio-App hört auf zu spielen, wenn sie in den Hintergrund geht und mit der Navigation funktioniert es auch nicht richtig.
Die Erklärung ist einfach: Die App-Entwickler müssen ihre Programme erst auf iOS 4 anpassen. Daher rollt in den nächsten Tagen auf alle Nutzer eine große App-Update-Welle zu.
Apples Multitasking ist kein echter “Mehrfachbetrieb”. Würden tatsächlich mehrere Apps zeitgleich mit all ihren Funktionen laufen, wäre die Batterie in wenigen Minuten leer – das alte Problem. Apple hat sich für eine eigene Lösung entschieden. Die Entwickler können für ihre Apps zwischen sieben Schnittstellen (APIs) wählen, die ein abgespecktes Multitasking ihrer Programme erlauben:
Audio: Das Programm von Webradios wie Radio.de oder Diensten wie last.fm läuft im Hintergrund weiter.
Voice over IP: Internettelefonie-Dienste wie Skype oder Sipgate können Anrufe auf das iPhone durchstellen, auch wenn die App im Hintergrund liegt.
Background Location: Eine Navigations-App kann auch im Hintergrund GPS-Daten nutzen und die Route weiter berechnen.
Push Notifications: Nachrichten erhalten, selbst wenn die App nicht aktiviert ist.
Lokale Benachrichtigungen: Bislang liefen alle Push-Meldungen über einen Apple-Server. Nun können Apps auch dem Hintergrund eine Nachricht auf das Display zaubern. Beispielsweise eine Erinnerung für eine Radio- oder Fernsehsendung: Heute, 20:30 Uhr Deutschland : Ghana.
Task Completion: Die App bearbeitet eine Aufgabe im Hintergrund zu Ende. Das ist vor allem praktisch, wenn Daten hochgeladen werden. Der Nutzer muss nicht warten, bis alle Fotos oder Videos zu irgendwelchen Online-Plattformen übertragen sind.
Fast App Switching: Die App “friert” den aktuellen Zustand ein und wechselt in den Hintergrund. Das ist vor allem für Spiele eine nützliche Funktion.
Update 25. Juni 2010: Apple hat im App Store einen eigenen Bereich für bereits aktualisierte Apps eingerichtet. In dieser iOS 4-Rubrik stehen allerdings aktuell gerade mal 17 Apps.
Steve Jobs – das erste Mal mit Gürtel in der Jeans – eröffnete heute in San Francisco die WWDC 2010 (Worldwide Developers Conference) mit der Vorstellung des neuen iPhones. Die vierte Generation heißt schlicht und einfach: iPhone 4.
In den USA wird es 199 Dollar (16 GB) und 299 Dollar (32 GB) kosten und weiterhin an einen AT&T-Vertrag gebunden sein. Der Verkauf startet am 24. Juni 2010 – auch in Deutschland. Die restlichen Länder folgen im September (insgesamt 88). Der Preis des iPhones 3G S sinkt dann in den USA auf 99 Dollar.
Die neuen Funktionen:
Ein komplett neues Design
Frontkamera
LED-Blitz auf der Rückseite
Glas auf Vorder- und Rückseite, der Rahmen aus Stainless Steel ist gleichzeitig die Antenne des Smartphones.
Das iPhone 4 ist 24 Prozent dünner. 9,3 statt 12,3 mm beim iPhone 3G S
Viermal mehr Pixel auf dem so genannten Retina Display: 326 Pixel pro Inch. Es hat eine Auflösung von 960 x 640 px und einen Kontrast von 800:1
Micro-SIM-Karte
Zweites Mikrofon zur Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen
Die Batterie ist größer und soll 40 Prozent mehr Leistung bringen
Chip: A4 – Eigenentwicklung von Apple
Gyroscope (Kreisel-Sensor): erkennt zusammen mit dem Bewegungssensor (Accelerometer) Bewegungen in sechs Richtungen. Perfekt für Spiele und Navigations-Anwendungen
5-Megapixel-Kamera: 5-facher Digitalzoom, HD-Videoaufnahmen in 720p, Manueller Fokus in Videoaufnahmen, LED-Licht kann auch für Videoaufnahmen verwendet werden.
iMovie (4,99 Dollar) auf dem iPhone: Filme auf dem Smartphone bearbeiten: Übergänge, Titel etc.
Es stockt gerade ein wenig in den Live-Blogs, da Steve alle gebeten hat, ihre Laptops und iPhones ruhen zu lassen. Im Raum sind 570 Geräte, die am WLAN saugen, was dazu geführt hat, das eine Vorführung mit dem iPhone 4 bei Steve einen Ladefehler zeigte. Solche Peinlichkeiten mag His Steveness nicht. Mal sehen, ob die Szene im Video morgen drin ist.
OS 4 für das iPhone
Mittlerweile sind weltweit 100 Millionen Geräte, die das iPhone OS nutzen (iPod touch, iPads, iPhones) im Markt. Was die vierte Version des iPhone-Betriebssystems kann, ist schon bekannt, Steve geht es noch mal kurz durch.
1500 Entwickler APIs, 100 neue Nutzer-Funktionen
Multitasking
Ordner für die App-Icons
Unterstützt mehrere Exchange-Server-Konten
SSL VPN-Support für mehr Sicherheit im Unternehmenseinsatz
Bing (Microsofts-Suchmaschine) als dritte Suchoption neben Google und Yahoo!
Retina-Display Support: das Betriebssystem bringt die bisherigen Apps auf die höhere Auflösung des neuen Displays
iBook auf dem iPhone und iPod touch: Bücher können gekauft, heruntergeladen und gelesen werden
iAd: Entwickler können Werbung in ihren Apps zulassen, erhalten dafür 60 Prozent des Umsatzes. Der Nutzer verlässt bei einem Fingertipp auf die Anzeige nicht die App. Als Anzeigenkunden sind bereits dabei: Nissan, Citi, Unilever, AT&T, Chanel, GE, Campbell´s Soup, JCPenny, Target, Best Buy und Disney.
OS4 ist als Update ab dem 21. Juni 2010 verfügbar. Allerdings unterstützen iPhone 3G und iPod touch nicht alle Funktionen. Wann das OS4 für das iPad kommt, erwähnte Jobs leider nicht.
One more thing…
Video-Telefonate werden mit dem iPhone per WLAN möglich, Jobs nennt sie Face Time. Das funktioniert von einem iPhone 4 zu einem iPhone 4 (Frontkamera notwendig) im Hoch- und Querformat. Für Telefonate in 3G-Mobilfunknetzen seien noch einige Gespräche mit den Providern notwendig, so Jobs. Die Technik hinter Face Time wird Apple als offenen Standard anbieten, so dass auch andere Hersteller ihn nutzen können. Apple setzt hier auf eine möglichst schnelle und große Verbreitung.
AppStore
Es gibt 150 Millionen Nutzerkonten (mit hinterlegter Kreditkarte) bei iTunes. Mittlerweile sind 225.000 Apps verfügbar und Apple zählt fünf Milliarden Downloads. Es werden 15.000 neue Apps und Updates pro Woche bei Apple zur Prüfung eingereicht. 95 Prozent davon werden innerhalb von sieben Tagen freigeschaltet. Der Rest schafft es nicht, weil die App nicht das macht, was der Entwickler angegeben hat, die App abstürzt oder verbotenerweise private Schnittstellen (APIs) nutzt.
Firmenvertreter von Netflix, eBay, Activision (Guitar Hero) und Zynga (Farmville für das iPhone ab Ende Juni) stellen Apps vor.
iPad
Seit dem Start wurden zwei Millionen iPads, alle drei Sekunden eins, verkauft. Aktuell wird es in zehn Ländern angeboten, bis Ende Juli in 19. Bislang gibt es 8.500 Apps für das “große iPhone”. In den ersten 65 Tagen wurden über fünf Millionen Bücher heruntergeladen. Das macht aus dem Stand einen Marktanteil von 22 Prozent in den USA, sagen fünf der sechs größten Verlage.
Mit dem nächsten Update von iBooks wird das Lesen von PDF-Dokumenten möglich sein. Man kann sich Notizen wie auf einem Post-it in Büchern machen.
Ungewöhnlich offen, versöhnlich und launig zeigte sich Steve Jobs im Gespräch bei der D8 Conference. Der Ableger des Wall Street Journals, All Things Digital, veranstaltete die Technologiekonferenz imkalifornischen Rancho Palos Verdes. Der Apple-Boss war zuletzt 2007 hier auf der Bühne. Im Interview mit den Journalisten Kara Swisher und Walt Mossberg sowie zu den Fragen aus dem Publikum äußerte er sich zum Konkurrenzkampf mit Microsoft, den er nie als einen solchen empfunden hätte, mit Google und Adobe.
Flash: “auf dem absteigenden Ast”
Er versicherte, die Entscheidung gegen Flash auf den mobilen Geräten sei eine rein „technische Entscheidung“ gewesen, und HTML 5 sei nun mal der Standard der Zukunft. Flash befinde sich “auf dem absteigenden Ast”. Die Leute hätten Apple für verrückt erklärt, als sie im iMac auf die Floppy-Disk verzichteten. “Manchmal muss man sich genau anschauen, welches Pferd man reitet, das einen wirklich nach vorne bringt“, sagte Jobs. Zu seinen offenen Worten auf Apples Webseite sah er sich “gezwungen”, als Adobe in Presseberichten wiederholt Apple den schwarzen Peter zuschob.
Die Post-PC-Ära
Die Frage, wie sich die Computerindustrie mit Einführung des iPads verändern wird, beantwortet er mit einer Analogie. “Als unser Land noch landwirtschaftlich geprägt war, fuhren alle Trucks. Aber als Leute in die Städte zogen, bevorzugten sie PKWs. Der PC sei ein Truck. Jobs verriet auch, dass die Pläne für ein iPad viel älter seien als für ein iPhone. Doch als er erste Prototypen für eine berührungsempfindliche Glasoberfläche zu sehen bekam, war ihm klar, das man damit eher ein Telefon machen müsste.
“Mein Sex-Leben ist gut.”
Gefragt, ob sich Jobs von Google betrogen fühle, nachdem aus einer Partnerschaft, eine erbitterte Konkurrenz geworden ist, sagt Jobs zu Walt Mossberg: “Mein Sex-Leben ist gut, wie ist Ihres?” Auf das Thema will er nicht weiter eingehen. Gefragt nach der Übernahme von Siri, die gesprochene Suchanfragen in Trefferlisten umwandeln, verneint Jobs in den Suchmarkt einsteigen zu wollen. Für ihn sei Apple ein Unternehmen, das sich lediglich bemühe, die besten Produkte der Welt zu entwickeln. Da, wo sie das nicht schaffen, lassen sie es sein. Was ihn dabei motiviere, seien beispielsweise Mails von wildfremden Menschen, die ihm schildern wie großartig das iPad ist, das sie gerade gekauft haben. “Das motiviert mich, es war immer so und wird auch zukünftig so sein.”
iAd: “Es kotzt uns an”
Die Frage, warum sie bei der Werbeplattform iAd die Hand auf Hosting und Verteilung halten, beantwortet der Apple-Chef sehr launisch: ”Es kotzt uns an, dass da jemand Details über unsere neuen Geräte veröffentlicht hat.” Hintergrund: Das Analyse-Unternehmen Flurry hatte seinen Code in Apps platziert, die Nutzerverhalten auswerten. So konnte das Unternehmen über neue Prototypen im Testbetrieb auf dem Apple-Gelände berichten. Jobs ist wütend über die Verletzung der Privatsphäre der iPhone-Nutzer, weil die nicht gefragt wurden und vor allem weil Apple nicht gefragt wurde. Jobs würde mit Analysefirmen über die Möglichkeiten der Auswertung sprechen – aber dieser Tage sei noch nicht gekommen. Noch ist er “too pissed off“.
“Jemand sollte einen Film daraus machen”
Über den verlorenen iPhone-Prototype sagte er: “Wenn man ein mobiles Gerät macht, muss man es auch draußen testen.” Noch sei unklar, ob es wirklich liegen gelassen wurde oder aus einer Tasche gestohlen. Das sollen die laufenden Ermittlungen ergeben. Aber es sei eine wirklich gute Geschichte, so Jobs: “Da ist Diebstahl, Hehlerei, Erpressung und sicher irgendwo auch Sex im Spiel. Jemand sollte einen Film daraus machen“. Viele im seinem Umfeld hätten ihm geraten, nicht juristisch gegen den Gizmodo-Redakteur vorzugehen. Doch Jobs hätte das als Aufgabe seiner Werte empfunden.
iPad als Retter der Verlagsbranche?
Jobs bricht eine Lanze für den professionellen Journalismus: “Ich will nicht sehen, wie wir zu einer Nation von Bloggern absteigen.” Balsam für die Seele der Veranstalter, immerhin ein Zeitungshaus. Jobs glaubt, dass Leute für Inhalte bereit sind, zu zahlen. iTunes belege dies bei Filmen und Musik. Die Inhalteanbieter müssten ihre Preise noch agressiver gestalten. Eine Aussage, die viel Raum für Deutungen lässt. Der Apple-Boss glaubt, Redakteure seien heute wichtiger denn je. Alles was er tun könne, um Zeitungshäusern neue Wege für den kostenpflichtigen Vertrieb ihrer Inhalte zu bereiten, würde er unterstützen. Auf eine Publikumsfrage hin erklärt er, warum Apple TV wahrscheinlich noch länger ein “Hobby” bei Apple bleiben werde. Es sei ein Marketing- und Verkaufsproblem, das ihn bislang davon abgehalten hat, eine vollwertige Settop-Box auf den Markt zu bringen. “Google werde das bald auch noch lernen.”