Siedler von Catan: Candamir der Erzkönig

Von: Dirk Kunde, Donnerstag, 5. November 2009 10:03 Uhr

Die Siedler von Catan auf dem iPhoneDas beliebte Brettspiel kann man auch auf dem beliebtesten Smartphone spielen. Als Catan kommen die “Siedler von Catan” auf das iPhone. Das Brettspiel von Klaus Teuber wurde in 25 Sprachen übersetzt und gilt selbst in Amerika als “Monopoly-Killer”.

Ein wirkliches Brettspiel ist die Vorlage ja nicht, da die Insel jede Runde neu aus den Rohstoffkarten und den Würfelwerten zusammengesetzt wird. Der Suchtfaktor ist hoch und so habe ich zusammengenommen bereits Tage meines Lebens mit diesem Spiel verbracht. Dabei bin ich immer wieder an der Strategie meiner Schwiegermutter verzweifelt, aber “Frau Entwicklungskarte” war damit durchaus erfolgreich.

So, nun kann ich zwischendurch auf dem iPhone trainieren. Das Spiel lässt sich jederzeit unterbrechen und später wieder fortsetzen – perfekt für eine kurze S-Bahnfahrt. Aktuell spiele ich gegen Cadamir, Louis und Marianne. Die leben im iPhone, aber man könnte mit dem Spiel auch gegen “echte Menschen” mit iPhone und Catan (Multiplayer-Option) spielen.

Aber von Anfang an: In den Optionen kann diverse Einstellungen zu Musik, den Effekten oder den Animationen vornehmen. Für Spieler, die das Original nicht kennen, dürfte die iPhone-Version auf den ersten Blick verwirrend sein. Jede Menge Symbole und Werte auf gerade mal 320 x 480 Pixeln. Geübte Spieler finden sich dagegen sofort zurecht, das ist alles logisch und selbsterklärend. Wer mal nicht weiter weiß, ein Tipp auf das Regelbuch und ein Almanach mit den wichtigsten Stichworten erscheint.

Ziel des Spiels ist die Besiedlung einer Insel. Mit Rohstoffen (Lehm, Holz, Stroh und Erz) baut man sich Häuser, Siedlungen, Straßen oder kauft eben Entwicklungskarten – so lange, bis ein Mitspieler zehn Punkte zusammen hat. Der Knackpunkt: Man muss mit den anderen Spielern Rohstoffe handeln, um voran zu kommen, will aber deren Vorankommen bremsen – ein Balanceakt. Bei der iPhone-Version ist es schön, dass die Mitspieler mir meine ablehnende Haltung bei Tauschangeboten nie übelnehmen. Das sieht im echten Leben anders aus.

Die Animation der Spielzüge ist sehr gelungen. Würfelt ein Spieler beispielsweise eine Acht, zoomt das Bild auf die Rohstofffelder und verteilt automatisch die Karten an die entsprechenden Spieler. Auch das Versetzen des Räubers oder der Bau einer Siedlung ist toll gemacht. Will man tauschen, schiebt man einfach im entsprechenden Feld den gewünschten Rohstoff nach oben und das Gesuch nach unten. Der einzige Nachteil, den ich entdecken konnte: Wenn ich dran bin, darf ich nicht selber würfeln, das macht das iPhone für mich. Ein wenig geschüttelt hätte ich aber schon gern.

Noch ein Wort zum Preis: Vier Euro für die App ist nicht zu viel, wenn man bedenkt, dass das klassische SpielSiedler von Catan: Candamir der Erzkönig eigentlich 27 Euro (aktuell 17,45 Euro bei Amazon) kostet.

Meine Wertung

Vier von fünf iPhones

Preis: 3,99 €, Größe: 14,2 MB
Siedler von Catan: Candamir der Erzkönig

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Harbor Master: Schiffe entladen

Von: Dirk Kunde, Montag, 5. Oktober 2009 12:26 Uhr

Schiffe in den Hafen lenken und endladen mit Harbor MasterHarbor Master ist nicht das Neueste Spiel im AppStore, aber derzeit ist es das Spiel mit dem höchsten Suchtfaktor auf meinem iPhone. Darum muss ich es noch kurz vorstellen: Der Spieler ist der Hafenmeister, der Frachtschiffe sicher zum Entladen an die Anlegestelle bringen muss. Die Route der Schiffe dirigiert man mit dem Finger. Kleine Schiffe sind schneller als große mit vielen Containern, bringen aber weniger Punkte. Das Ausladen geschieht automatisch, man muss die Schiffe noch sicher wieder aus dem Hafen bringen. Das Ziel: Kollisionen vermeiden.

Ja nach Hafen (sechs in der Vollversion) muss man auf die Farbe der Container achten, einen Wirbelsturm umfahren, ein Monster vertreiben oder ein Piratenboot versenken. Das Spiel hat viel viel Ähnlichkeit mit Flight Control, wo man Flugzeuge und Hubschrauber landen muss, doch die Vielzahl der Häfen als auch die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrads machen den “Hafenmeister” deutlich abwechslungsreicher. Wer das Spiel erst mal ausprobieren möchte, kann die abgespeckte Lite-Version nehmen.

Keith Shepherd hat mich mit dem Spiel überrascht. Es ist eine tolle Optik, nette Geräusche samt Musik und prima Funktionen. Eine runde Sache. Angefangen hat es bei Keith mit dem Wortspiel Imangi. Dafür hat er seinen Entwicklerjob in der Pharmabranche aufgegeben und programmiert nun in seinem Wohnzimmer in Washington D.C. Apps und Spiel, darunter auch Der kleine rote Schlitten. Insgesamt fünf hat er im AppStore. Seine Freundin Natalie steuert die Musik dazu bei – also echte homemade Apps.

Update: Seit Version 1.6 gibt es eine Multiplayer-Option über Bluetooth. Außerdem existiert in der oberen rechten Ecke ein FastForward-Button, mit dem man die Schiffe schneller fahren lassen kann.

Meine Wertung
Fünf von fünf iPhones

Preis: 0,79 €, Größe: 8,4 MB

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(K)eine unbequeme Wahrheit

Von: Gerrit Maschek, Dienstag, 11. August 2009 11:19 Uhr

(K)eine unbequeme WahrheitAl Gore wird den App Store in letzter Zeit sicher mit etwas belustigter Mine betrachtet haben. Der Grund ist wahrscheinlich das Game Minigore, was eigentlich das genaue Gegenteil zu dem Umweltschützer Gore ist. Man erschießt Tiere. Was grausam klingt ist eines der “am-süchtigsten-machenden” iPhone Spiele überhaupt.

Die Grafik des Games ist in simpler aber genialer Comic-Grafik gehalten und sicherlich eine der besten am iPhone Spielemarkt. Wie gesagt in diesem Spiel muss man ganz knuffige Tiere eigentlich sozusagen niedermetzeln. Minigore ist eine absolute Empfehlung und ist eines der wenigen Games die mir sogar am iPhone eine echte Sucht zugefügt hat, was also für manche Leute Kaffee oder Zigaretten sind, ist für mich dieses Game. Der vielleicht einzige Kritikpunkt ist, dass es keine verschiedenen Levels gibt, aber das stört eigentlich wenig. Das Spiel bekommt von mir absolut gerechte 5 von 5 iPhones.

Meine Wertung:
Fünfvon fünf iPhones

Preis: 0,79 € Größe: 15,1 MB

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Planet der Affen, nein Monkey Island

Von: Gerrit Maschek, Mittwoch, 29. Juli 2009 13:09 Uhr

Planet der Affen, nein Monkey Island

Nein, heute geht es nicht um die Kultfilm-Serie der 70er Jahre sondern um einen anderen Kult, nämlich um den von Monkey Island (Special Edition). Der berühmte Pirat Guybrush Threepwood ist nicht nur auf der XBox360 aus seiner Piraten Pension in HD-Glanz wieder zurück gekehrt, sondern hat nun auch die Segel in Richtung Hosentaschen des 21.Jahrhunderts gehisst.

Lucas Arts hat die Bitten der vielen Monkey Island-Fans erhört und bringt den ersten Teil “The Secret of Monkey Island: Special Edition” auch als iPhone-Version in den App Store. Die Zutaten zu dem Kassenschlager sind der Original Code aus den 1990ern jedoch mit überarbeiteter Grafik, die Sprachausgabe (die mit viel Witz daherkommt)  ist nun in englischer Version mit deutschen Untertiteln zu bewundern. Sie wurde etwas erneuert, ist aber immer noch gleich gut wie damals.

Die Steuerung wurde für das iPhone eigentlich wenig verändert, wo vielleicht der einzige Kritikpunkt anzusetzen ist, dennoch funktioniert die “Klick-dorthin-wo-du-hin-willst”-Steuerung auch am iPhone sehr effizient. Genauso wie bei der XBox Version kann man während des Spiels zwischen der liebvollen Retro-Grafik und der neuen aktualisierten Fassung umschalten (mit zwei Fingern über das Display streichen).

The Secret of Monkey Island: Special Edition spricht alle Gamer der erste Stunde an, die ihre Zeit in dieses Spiel investiert haben. Aber auch neue iPhone Spieler dürften Gefallen daran finden, mit Guybrush Threepwood einige wilde Action- und Geschicklichkeitspassagen zu erleben, um so seinen größten Gegner LeChuck zu besiegen.

Meine Wertung
Vier von fünf iPhones

Preis: 5,99 €; Größe: 351 MB

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Lenkrad für das iPhone

Von: Dirk Kunde, Mittwoch, 22. Juli 2009 9:27 Uhr

Hama Speed X Lenkrad für das iPhone 3GDie Auswahl an Renn-Spielen im AppStore ist enorm – zu Wasser, in der Luft oder auf der Straße (und daneben). Einige der Renn-Spiele habe ich mit dem Hama X-Speed-Lenkrad getestet. Mein Fazit: Das legt noch mal ein Schippe Spielspaß oben drauf.

Bei vielen Spielen ist der dünne Rahmen des iPhones einfach zu schmal, um es richtig anzufassen. Das filigrane Gerät muss man sehr sanft bewegen, um mit dem Fahrzeug in der Spur zu bleiben. Mit dem Lenkrad wird das viel einfacher. Es liegt gut in der Hand und man kann die Bewegungen deutlich besser kontrollieren.

Dabei ist das Lenkrad sehr leicht (136 Gramm). Ein aufklappbarer Plastikrahmen fixiert das iPhone im Lenkrad, so dass es auch bei wilden Verfolgungsjagden nicht herausfällt.

Der Lautstärkeknopf kann, egal in welche Richtung man das iPhone einlegt, bedient werden. Auch die Kopfhörerbuchse und der Dock-Connector sind auf der Rückseite des Lenkrads zugänglich (einfach zwei kleine Deckel am Lenkrad entfernen). So kann man auch mit Kopfhörern spielen, ohne seine Umwelt zu nerven.

Insgesamt wirkt das Lenkrad recht einfach verarbeitet (Gruß nach China). Das Plastik bei meinem ist matt, ganz im Gegensatz zu dem Foto hier. Schüttelt man es, klappert der Rahmen ein wenig. Aber was will man für rund 15 Euro erwarten?

Ich hatte viel Spaß damit. Ausprobiert habe  ich das Hama speed-X für iPhone 3GLenkrad für das iPhone mit Aqua Moto (Jetski), Ferrari GT: Evolution (Autorennen), Red Bull AirRace (Flugzeug) und Waterslide (Wasserrutsche). Das Lenkrad gibt es auch für den iPod touch.

Meine Wertung:
Vier von fünf iPhones

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Fingerübungen auf dem Touchscreen

Von: Dirk Kunde, Freitag, 17. April 2009 9:00 Uhr

Steppin: Auf Eisschollen da Meer überqueren © ustwoVielleicht ist das Spiel Steppin ein gar nicht so schlechter Einstieg für iPhone-Neulinge. Es geht darum, mit zwei Fingern auf dem Touchscreen bestimmte Punkte genau zu treffen und das unter Zeitdruck.

Etwas deutlicher: Sinn des Ziels ist es, möglichst schnell einen Parcours zu absolvieren. Zur Auswahl stehen ein Teich, Eisschollen, flüssige Lava, Hüpfekästchen und eine Kletterwand. Die Schwierigkeitsgrade reichen von leicht über medium bis hart.

Beim Teich beispielsweise muss man möglichst alle 71 Seerosenblätter antippen und dabei schnell auf die andere Seite des Ufers kommen. Ausgelassene Blätter oder daneben getippt bringen Strafsekunden. Am Ende des Parcours sieht man den direkten Vergleich mit anderen Spielern. Man sieht seine eigene Zeit und die beste des Tages, der Woche und aller Zeiten.

Hat man sich total vertippt, einfach das iPhone schütteln und das Spiel beginnt von vorn. Sound und Vibration geben dem Lauf das richtige Geländegefühl. Die Optik ist gut gemacht. Ein nettes Spiel, bei dem man leicht der Sucht verfällt, immer wieder die eigene Zeit unterbieten zu wollen. Ob es auch die Tippfähigkeit auf der Touchscreen-Tastatur schärft, ist durchaus umstritten.

Preis: 0,79 €; Größe: 3 MB

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Stupide auf Kakerlaken einhämmern

Von: Dirk Kunde, Donnerstag, 9. April 2009 8:50 Uhr

Küchenschaben mit dem Finger zerdrücken © the binary familyBei La Cucaracha zerdrückt man mit dem Finger Kakerlaken (Küchenschaben), die aus einem von 12 Löchern herausschauen. Simples Spiel, simple  Mechanik – immer draufhauen. Der Reiz nutzt sich schnell ab. Natürlich varriert es in Tempo und Hintergründen mit zunehmendem Spiellevel, doch Begeisterung stellte sich bei mir nicht ein.

Dabei präsentieren die Macher durchaus aufwändige Optik und Sound. Bei jeder Runde wird das mexikanische Volkslied La Cucaracha angestimmt und dem Spieltempo angepasst. Jede zerdrückte Kakerlake macht ein knirrschendes Geräusch.

Laut Eigenbeschreibung, kam dem Produzenten Thorsten Rauser, die Idee zum Spiel an einem verregneten Sonntag Nachmittag. Der Mexiko-begeisterte Spieleentwickler konnte den Grafiker Pixelcock aus Mexiko City verpflichten und die Folkloreband “Mariachi Internacional El Dorado” in ein Berliner Studio locken, um das Volkslied aufzunehmen.

Ein Teil der Einnahmen dieses Projektes unterstützt die mexikanische Tequillaindustrie“, heißt in der Meldung zum Spiel. Da bin ich mir sicher, vielleicht muss man auch bekifft sein, so wie eine der Kakerlaken, damit das Spiel so richtig Laune macht. Nüchtern jedenfalls trifft man fast alle Schädlinge und dann ist es an einem verregneten Nachmittag spannender, die Regentropfen an der Fensterscheibe zu beobachten.

Preis: 0,79 €; Größe: 8,5 MB

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Landung auf dem Hudson River als Spiel

Von: Dirk Kunde, Mittwoch, 25. März 2009 11:38 Uhr

Mit Sullys Flight die Landung auf dem Hudson River versuchen © Laminar ResearchMit Sully´s Flight kann man die Landung eines Airbus 320 auf dem Hudson River in New York nachspielen. Vorlage ist die spektakuläre Landung von Chesley Sullenburger, Pilot bei US Airways, im Januar 2009 auf dem Fluss, nach dem Gänse die Triebwerke beschädigt hatten.

Das Spiel basiert auf dem X-Plane Airliner Flugsimulator. Man startet, trifft auf die vermeintlich kanadischen Gänse, hat den Triebwerksausfall, kreist über Manhattan und versucht dann auf dem Fluss zu landen. Bewegt man das iPhone zu hektisch, kommt es zur Katastrophe und das Flugzeug versinkt. Währenddessen hört man Originalaufnahmen des Funkverkehrs zwischen der Luftraumüberwachung und dem Cockpit.

Ob der “Held vom Hudson” an dem Spiel mitverdient, ist nicht bekannt. Er hat jedenfalls bereits einen Vertrag mit dem amerikanischen Verlag William Morrow über seine Lebensgeschichte und einen weiteren Buchtitel abgeschlossen. Es sei ihm gekönnt.

Preis: 0,79 €, Größe: 8 MB

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iKill 3.0 – Paradigmenwechsel bei Apple

Von: Diddo Ramm, Dienstag, 24. März 2009 15:49 Uhr

ngmoco:) bringt mit Live Fire einen Egoshooter auf das iPhoneFür viele fast unbemerkt hat letzte Woche ein Paradigmenwechsel bei Apple stattgefunden. Wovon ist die Rede? Von der Einführung des iPhone Betriebsystem 3.0. Denn letzte Woche wurde, ohne mit der Wimper zu zucken, mit einem Tabu gebrochen. Es war vorauszusehen, und viele von uns Nutzern können nicht anders als zugeben: Wir waren dabei und haben es gewusst.

Drehen wir einmal die Zeit zurück. 10. Januar 2007, Macworld in San Francisco. Steve Jobs stellt ein „widescreen ipod mit touchcontrolls”, ein „internet communicator” und ein „revolutionary mobile phone” vor – das iPhone. Neben der Hardware gab es aber auch weitere Revolutionen, eine Computer-Systemsoftware, nämlich OS X auf einem Handy, und damit „desktop class” Applikationen. So etwas hatte die Welt noch nicht gesehen.

Geben wir es zu, wir waren froh, Jünger von Apple zu sein, ganz vorne an der Front der technologischen Innovationen. Und dann sprach Steve Jobs, unser Messias, noch von der neuen Qualität der Software. Und genau das tat er auch Monate später, im März 2008, bei der Einführung der ersten iPhone SDK: „Begrenzungen? Ja – kein Porno, keine illegalen, bösen Applikationen.” (O-Ton: „Limitations? Yes. No porn, illegal, malicious apps.”)

Nun „böse” kann man verschiedenartig interpretieren, die USA ist sogar schon in einen Krieg gegen „das Böse” gezogen. „Kein Porno” hinterlässt dagegen keine Zweifel, dass Applikationen mit diesem Inhaltsspektrum ihren Weg NICHT auf das iPhone finden würden. Doch missverstehen Sie mich bitte nicht, ich selbst besitze zwei iPhones, ich liebe das iPhone. Mein 14-jähriger Sohn auch.

Ich war also wie geplättet, als bei der Vorstellung der Systemsoftware Version 3.0, nicht nur kreative Momente wie die Ocarina-Spieler Eingang in die Welt von Apple fanden, nicht nur kleine putzige Hundewelpen-Spiele, sondern ein oder besser der erste Egoshooter, die „Königsdisziplin aller Spielehersteller”, für das iPhone vorgestellt wurde: das Spiel „Live Fire“.

Zugegeben, Amerikaner sind, was Gewalt betrifft, nicht so zimperlich wie wir Deutschen. Aber auch ein sich nach Kalifornien verirrter, gut gelaunter Engländer als Chef von ngmoco:) (mit nettem Smiley im Firmennamen und viel Geld aus dem Risikokapitaltopf iFund von KPCB), konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier gerade eine große Idee zugunsten des blanken Kommerz zu Grabe getragen wurde.

Natürlich weiß jeder, dass mit Spielen endlos viel Geld verdient werden kann, und keiner will jemandem die Freiheit nehmen, sich mit diesem oder jenem zu unterhalten. Aber ehrlich, braucht das iPhone, das offensichtlich zur neuen Nintendo DS und Sony PSP ausgebaut wird, wirklich Killerspiele?

Und war die „Killerapp Number One” nicht einmal das Telefonieren? Wie wäre es mit Flash für das iPhone? Verstehe, Flash würde sämtliche beweglichen Inhalte und gerade diejenigen über den Browser aufs iPhone holen, und dazu gehört eben auch Pornografie. Das kann vielleicht der Grund sein, warum es Flash bisher nicht auf dem iPhone gibt. Aber vielleicht bin ich ja auch zu naiv. Flash würde Inhalte aufs iPhone bringen, an denen Apple NICHT mitverdienen könnte. Also will Apple wohl lieber an dem endlos großen Spielekuchen mitverdienen, egal wie!

Steve Jobs listet im März 2008 die Einschränkungen für Apps auf. © AppleNun wurde die Vorstellung der iPhone Systemsoftware 3.0 von langer Hand geplant und Cupertino und Winnenden sind weit voneinander entfernt. Doch was am 11. März mit zu einem Amoklauf eines pubertierenden Jungen beigetragen hatte – das geistig unkontrollierte Spielen von Egoshootern wie FarCry2 und Counterstrike – war wohl am 17. März im ach so weit entfernten Cupertino niemandem recht bekannt. Pietätlos würde man sagen, aber dann, das amerikanische Weltbild unterscheidet sich eben doch recht stark von unserem europäischen, wenn wir denn überhaupt als Welt da drüben bekannt sind. Und Live Fire, it’s just hell lot of fun.

Es geht hier schlechtweg nicht darum, eine nachweisbare Verbindung von Egoshootern zu Amokläufern zu konstruieren, aber warum wird hier nun einfach mit dem Tabu der Gewaltverherrlichung gebrochen? Hat man Existenzielles verpasst, wenn man nie einen Egoshooter gespielt hat?

Soll nun überall, in U- und S-Bahn, in Bussen, in der Schulpause, im Unterricht mit Peer-to-Peer (danke, iPhone 3.0) auf dem iPhone die Grundlage weiteren Verwirrtseins oder soll ich besser sagen weiterer Abhängigkeit fortgeführt werden? Live Fire zwischen erster und zweiter Stunde zum Beispiel? Denn eins ist klar, es ist inzwischen bewiesen, dass diese Spiele abhängig machen. Da sollte sich bei Apple niemand etwas vormachen, dieser Schritt führt zwangsläufig zu iPhone-Verboten an Schulen und Universitäten und damit bei einem Großteil der Zielgruppe, von dem Verlust an positiven Markenwerten ganz zu schweigen.

Denn seien wir ehrlich. iPhones sind cool, gerade für die jungen Menschen, die gerne verbal oder per SMS kommunizieren, die nicht in der Lage sind, mehr als drei grammatikalisch korrekte Sätze per Brief, geschweige denn per E-Mail zu verfassen, die gerne zum Teil wirklich hirnentleerte Youtube-Videos angucken und eben auch gerne mobil das eine oder andere Videospiel konsumieren wollen, ohne immer ihren alten PC mit an jeden Ort der Welt schleppen zu müssen.

Das iPhone ist spitze und die Abhängigkeit auch. Geben wir es doch zu, wer einmal ein iPhone besessen hat, ist „hooked”. Wer Kindern zuguckt, wie sie „ihre” Spiele nutzen, sieht: Sie sind ebenfalls „hooked”. Da kommen zwei zusammen. Gut, abhängig von Hundewelpen zu sein, scheint nicht eine Gefahr für die Welt an sich darzustellen, wenn dann aber Spiele ganz offensichtlich labilen Gestalten ein neues Weltbild ermöglichen, an dessen Ende der Tod von unzähligen Menschen steht, ist das doch sehr bedenklich. Und ehrlich, man sollte solchen Umständen keinen Vorschub leisten.

Warum also Spiele einfach überall, in egal welcher Qualität auch immer, jederzeit zur Verfügung stellen? Was ist das neue Apple-Konzept des App-Stores? Und komm jetzt bitte keiner mit den Eltern-Sperren, die sind für Kinder leichter zu knacken, als Spam-Mail den Weg in unsere Mailer findet.

Also Steve Jobs, ich kann gut ohne Egoshooter auf meinem iPhone, will mein iPhone nicht vor meinen Kindern verstecken, würde ihnen gerne so was Tolles schenken, aber war da nicht einmal was mit „no malicious apps”? Quo vadis Apple?

Was denken Sie? Diskutieren Sie mit!

iKill 3.0   Paradigmenwechsel bei AppleÜber den Autor:

Diddo Ramm, 44, Vater zweier Söhne und Unternehmer, bezeichnet sich als Early-Adapter und gleichzeitig als „Digital-Abhängiger”. Ramm betreut und trainiert in seiner Freizeit eine Fußballjugendmannschaft in Hamburg-Altona.

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Spiel: Der kleine rote Schlitten

Von: Dirk Kunde, Donnerstag, 12. März 2009 9:01 Uhr

Mit dem kleinen roten Schlitten die Hügel hinabsausen © ImangiMal kein Auto, wie der Name schon verrät, saust man mit einem altmodischen (amerikanischen) Schlitten die schneebedeckte Piste herab. Die sieht eigentlich immer gleich aus, doch variieren die Hindernisse wie Bäume oder Sprungschanzen.

Indem man wilde Sprünge vollführt und dabei das iPhone schüttelt, kann man Punkte sammeln. Das gilt auch für die Geschenke auf der Piste, die es mitzunehmen gilt. Gesteuert wird der Schlitten über den Bewegungssensor im iPhone. Grafik und Musik machen einen guten Eindruck, ein netter Zeitvertreib.

Das Spiel Little Red Sled stammt aus dem Hause Imangi Studios, die auch das gleichnamige Wort-Knobel-Spiel entwickelt haben.

Preis: 1,59 € (zur Einführung), Größe: 8,9 MB

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