Telefonieren mit forfone und NHEO

Von: Dirk Kunde, Mittwoch, 29. Juni 2011 16:15 Uhr

Es gibt diverse Optionen mit Apps günstiger zu telefonieren, Skype und Sipgate gehören zu den bekanntesten. Heute stelle ich die beiden Apps forfone und NHEO vor.

forfone ist eine klassische VOIP-Anwendung. Die Telefonate werden also als Datenpakete im Internet verschickt. Mit den bekannten Nachteilen: Kommen die Pakete nicht in der richtigen Reihenfolge an, leidet die Sprachqualität. Dafür telefonieren forfone-Nutzer untereinander kostenlosen, gleiches gilt für Textnachrichten.

Die App funktioniert im Mobilfunknetz mit 3G und WLAN. Jeder Nutzer bekommt 100 Minuten für Gespräche ins deutsche Festnetz geschenkt. Danach kostet die Minute 2,9 Cent. SMS kosten 9 Cent. Telefonate ins Ausland gibt es ab 1,9 Cent pro Minute.

Die App erkennt, welcher Kontakt aus dem Adressbuch noch forfone nutzt und direkt angerufen werden kann. Natürlich werden dazu die Namen an einen Server geschickt und abgeglichen, doch ist das einfacher, als die Kontaktsuche bei Skype. Hinter forfone steht die österreichische Toolani GmbH, die günstige Auslandstelefonate anbietet.

Noch bis zum 17. Juli 2011 verlost forfone einen iPod touch auf der Facebook-Seite, dazu muss man auf “Gefällt mir” klicken und ein eigenes Video hochladen.

Update

Jetzt 5 Euro Gesprächsguthaben sichern!

forfone spendiert allen iPhone-Fan-Lesern 5 Euro Guthaben. Einfach in der App unter Mehr/Gutschein Code einlösen iphonefan eingeben. Code abschicken. Fertig.

NHEO ist ebenfalls eine kostenlose App. Sie eignet sich vor allem, wenn man angerufen werden möchte und dazu nicht seine Mobilfunknummer herausgeben will bzw. es günstiger für die Anrufer machen möchte.

Der Anwender erhält eine neue Festnetznummer. Darunter ist er wie gewohnt erreichbar, wenn er oder sie eine Weiterleitung eingerichtet hat. Für Anrufer ist die Festnetznummer günstiger als die Mobilfunknummer. Wer eine Festnetz-Flatrate hat, kann seine private und berufliche Festnetzrufnummer kostenlos auf die NHEO-Nummer umleiten. Bei einer Weiterleitung muss sich der Anrufer auch keine neue Nummer merken.

Es ist keine VOIP-App, die Telefonate gehen über das Fest- bzw. das Mobilfunknetz (GSM). Dabei stellt der Anrufer eine Verbindung zu NHEO her und der Anbieter vermittelt das Gespräch zur App, wie eine Konferenzschaltung, nur das die Anwender davon nichts mitbekommen. Wenn man das Gespräch verpasst, landet der Anrufer auf einer Voice-Box.

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Sipgate: Keinen Anruf auf dem iPhone mehr verpassen

Von: Dirk Kunde, Donnerstag, 31. März 2011 17:11 Uhr

Internettelefonie-Anbieter Sipgate bringt eine interessante Erweiterung mit seinem Update auf die Verion 1.6 seiner kostenlosen App. Mit “Multitasking” klingelt das Smartphone bei einem eingehenden Anruf auch dann, wenn die App im Hintergrund liegt. Ein Fenster und ein Ton signalisieren den Anruf. Somit verpasst man keinen Anruf auf seiner Sipgate-Festnetznummer mehr.

Wer auch vom iPhone mit WLAN-Verbindung um im Mobilfunknetz (3G) Anrufe führen will, muss über Guthaben beim Düsseldorfer Anbieter verfügen. Wer das Voice over IP-Angebot (VoIP) erstmals ausprobieren möchte, ist mit Basic ohne Grundgebühr gut bedient. Die Funktionen VoIP im Mobilfunknetz als auch Multitasking muss der Nutzer in der App unter Optionen aktivieren.

Sipgate bietet mit One eine weitere interessante Option für Leute, die nur noch eine Telefonnummer auf Ihrer Visitenkarte stehen haben möchten. Ein Anruf unter der 01570-Mobilfunknummer lässt das Festnetztelefon, das Handy und den Skype-Account zeitgleich klingeln. Somit wird der Angerufene auf jedn Fall erreicht und für den Anrufer ist es auch bequemer.

Ich selbst nutze Team, die Businessvariante von Sipgate. Damit liegt meine Telefonanlage im Web. Meine Festnetznummern verwalte ich über den Browser. Wann soll es wo klingeln soll und wer welche Ansage zu hören bekommt, lege ich mit wenigen Klicks fest. Eingehende Faxe lade ich mir als PDF-Datei herunter, wenn es nicht wieder Werbung ist – sehr papierschonend. Die  Sprachnachrichten vom Anrufbeantworter erhalte ich als MP3-Mail-Anhang und seit neuestem auch als Abschrift. Ein Spracherkennungsprogramm versucht sich an der Umsetzung von Audio in Text. Das ist zum Teil sehr unterhaltsam. Sipgate bietet auch eine iPad-App. Mit dem Mikrofon-Kopfhörer-Kabel wird das Tablet zur Telefonzentrale.

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VoIP-Telefonate über Mobilfunknetz mit Sipgate möglich

Von: Dirk Kunde, Dienstag, 2. März 2010 12:58 Uhr

Als erster Anbieter in Deutschland, noch vor Skype, setzt Sipgate die neue VoIP-Freiheit in die Tat um. Apple hat kürzlich die Möglichkeit geschaffen, mit dem iPhone auch Voice over IP-Telefonate (VoIP) über das Mobilfunknetz zu führen. Dabei werden die Sprachpakete über das UMTS-Netz (3G) übertragen. Für Vieltelefonierer (auch im Ausland) mit einer Datenflatrate ist das eine wunderbare Möglichkeit, die Gesprächskosten mit dem Smartphone zu reduzieren.

Jetzt kommt das Aber: Die Gesprächsqualität im 3G-Netz von T-Mobile (oder wie man jetzt sagt T) ist grottenschlecht. Ein Testanruf zu einem Festnetzanschluss in Hamburg kam nicht mal zustande. Die Angerufene hörte mich zwar, doch ich hörte nur Ping, Boing, Piep – wie bei den frühen Akustikkopplern. Aber davor warnt Sipgate auch in seiner Pressemitteilung: “sipgate weist darauf hin, dass die Verständigungsqualität bei VoIP-Telefonaten abhängig von der jeweils örtlichen Qualität des UMTS-Mobilfunknetzes ist. Des Weiteren ergaben Tests, dass Kunden mit iPhone-Standardverträgen von T-Mobile keine VoIP-Telefonate in zufriedenstellender Sprachqualität führen können. Die besten Vertragsbedingungen bietet O2 seinen Kunden.

Es haben also die Menschen mit Netlock-freien iPhones diesmal die besseren Karten. T wird doch wohl nicht etwa bewusst die VoIP-Pakete “zerstückeln”, um seinen Zusatztarif für VoIP-Gespräche durchzudrücken? Nein, kann ich mir nicht vorstellen.

Wer die kostenlose App ausprobieren möchte, sollte Privat- oder Firmenkunden (sipgate team) beim Düsseldorfer Anbieter Sipgate sein. Die VoIP-Funktion per UMTS muss in der Version 1.2.2 vom Nutzer aktiviert werden (siehe Bild). Eingehende Anrufe auf die Sipgate-Rufnummer können auf dem iPhone noch nicht über das Mobilfunknetz angenommen werden, da dies von Apple bislang nicht zuverlässig unterstützt wird.

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VoIP: Sipgate erringt Teilsieg gegen T-Mobile

Von: Dirk Kunde, Freitag, 11. Dezember 2009 17:01 Uhr

Das Landgericht Hamburg hebt eine einstweilige Verfügung gegen Sipgate auf, die T-Mobile im September 2008 gegen den VoIP-Anbieter erwirkt hatte. Sipgate bewarb damals die Beta-Version eines VoIP-Clients, der auf entsperrten iPhones funktionierte. T-Mobile will das Download-Angebot nun im Berufungsverfahren vor dem Oberlandesgericht durchsetzen.

Der Mobilfunkprovider hatte im vergangenen Jahr argumentiert, von der sipgate Software gehe eine Gefahr für das Mobilfunknetz aus. Dem konnte das Gericht nicht folgen. Mittlerweile gibt es im AppStore auch eine Sipgate-App, die für Privat- und Geschäftskunden des Anbieters im WLAN-Netz einwandfrei funktioniert.

Sipgate engagiert sich für eine freie Gerätenutzung, da sie am Beispiels des iPhones beobachten, wie Netzbetreiber bestimmte Internetangebote unzulänglich oder kostenpflichtig machen. Aktuell berechnet T-Mobile für die Nutzung der Modemfunktion (Tethering) sowie der Internet-Telefonie neben der so genannten Flatrate Extra-Tarife.  Der US-Anbieter AT&T gestattet dagegen eine kostenlose VoIP-Nutzung sogar via UMTS (3G). Deshalb fordern Unternehmen wie Sipgate, die Netzneutralität und damit den freien Zugang zu allen Internetinhalten in einem Gesetz zu verankern.

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Sipgate funktioniert jetzt auch für Privatkunden

Von: Dirk Kunde, Freitag, 30. Oktober 2009 15:53 Uhr

Der Düsseldorfer VoIP-Anbieter Sipgate öffent seine iPhone-App auch für Privatkunden. Bislang konnten nur Geschäftskunden mit dem Team-Produkt über eine WLAN-Verbindung telefonieren.

Neben Skype gibt es bislang keine deutschen Anbieter, die Telefonate über das Internet auf dem iPhone anbieten. Mit der kostenlosen Sipgate-App ist auch der Versand von SMS über das Netz für 7,9 Cent/SMS möglich. Fotos vom iPhone lassen sich als Fax verschicken. Telefonate zu anderen Sipgate-Kunden sind kostenlos, ansonsten kosten sie je nach Vertrag mit Sipgate, zwischen 1,00 und 1,79 Cent pro Minute. Anrufe in deutsche Handynetze kosten 12,9 bzw. 14,9 Cent pro Minute.

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VoIP-App von Sipgate

Von: Dirk Kunde, Mittwoch, 16. September 2009 15:13 Uhr

Sipgate AppDrei Wochen hat man in Düsseldorf gebangt, dann wurde gestern die App des Internettelefonie-Anbieters Sipgate zugelassen. Damit telefoniert man bei WLAN-Empfang über das Internet (Voice over IP). Vorteile: Man ist immer über eine Rufnummer erreichbar – ohne Rufumleitung und zahlt geringere Minutenpreise, vor allem bei Auslandsgesprächen. Sipgate-Kunden telefonieren untereinander kostenlos, egal in welchem Land sie sich gerade aufhalten. Der große Nachteil: Bislang funktioniert die App nur für die Geschäftskunden von “Sipgate Team”. Man hofft, bis Ende Oktober auch eine App für Privatkunden, deren Lösung auf einer anderen Schnittstelle (API) aufsetzt, nachreichen zu können.

Mit der aktuellen App kann man Weiterverbinden, Dreierkonferenzen halten und Anrufe aufzeichnen (MP3). Anrufe startet man per Ziffernblock oder greift auf die im iPhone hinterlegten Kontakte zurück. Der große Vorteil einer VoIP-Lösung, gute Sprachqualität einmal vorausgesetzt, aber das konnte ich leider nicht testen, liegt für mich am einfachen, webbasierten Management der “Telefonanlage”. Da werden Rufpläne nach Zeiten zum Handy, ins Büro oder nach Hause angelegt, man sieht Anruflisten, man kann verschiedene Ansagen für den Anrufbeantworter hinterlegen, Voice-Nachrichten können als MP3-Datei weitergeleitet werden, SMS und Faxe sind hier ebenfalls aufgelistet. Alles an einer Stelle, die immer und überall – Webzugang vorausgesetzt – griffbereit sind.

Lustiges Extra: Mit der App kann man ein Foto an einen Faxanschluss senden. Blödsinn? Nicht unbedingt. Man fotografiert ein Schriftstück und faxt es weg – nützlich für alle, die im Büro kein Papierfax mehr haben oder unterwegs sind.

Inwieweit T-Mobile das Telefonieren im UMTS-Netz mit der Sipgate-App bei Buchung der VoIP-Option zulässt, ist noch unklar. Da passt die App-Veröffentlichung ja zeitlich perfekt zum Proteststurm auf Facebook.

Preis: Kostenlos, Größe: 2,3 MB

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T-Mobile-Tarife für Modemfunktion und VoIP stehen fest

Von: Dirk Kunde, Montag, 31. August 2009 10:44 Uhr

Die T-Mobile wird voraussichtlich diese Woche zu IFA in Berlin die Preise für iPhone-Modemfunktion (Tetherring) sowie Internettelefonie (VoIP) präsentieren. Laut Teltarif kostet die Modemnutzung in allen Combi- und Complete-Tarifen 19,95 Euro pro Monat für 3 GB Datenvolumen. Die Einzige Ausnahme bilden die Complete-Tarife der ersten Generation, hier ist die Modemnutzung zwar Teil des Vertrags, doch Tethering wird nicht angeboten, man muss erst in einen Vertrag der zweiten Generation wechseln.

Die Zusatzoption kann per Hotline oder im T-Punkt hinzugebucht werden. Die Mindestlaufzeit beträgt sechs Monate. Beide Optionen, Tethering und VoIP werden nicht aktiv beworben, man muss also danach fragen. Das Tethering Profil für das iPhone wird dann mit der nächsten iTunes-Synchcronisation auf das iPhone übertragen.

Für Telefonate über das Internet (VoIP) verlangt T-Mobile in den Tarifen Combi Relax 1200, Combi Falt L, Complete 1200 / L pro Monat 9,95 Euro. In den übrigen Combi- und Complete-Tarifen sind es 14,95 Euro. Das genutzte Datenvolumen wird vom Inklusivpaket abgezogen bzw. dem angerechnet. T-Mobile stellt keine VoIP-Anwensung zur Verfügung und räumt laut Teltarif ein, dass Apple keine Applikation im AppStore zulässt, die das Mobilfunknetz für VoIP nutzt. Danach wäre man beispielsweise mit der Skype-App auf Hotspots angewiesen.

Ich stehe den Zusatz-Optionen für Modemfunktion und Internettelefonie kritisch gegenüber. Eigentlich sollten die Nutzer frei entscheiden dürfen, wofür sie ihr monatlichen Datenvolumen, für das sie ja bereits ein Flatrate bezahlen, nutzen. Das habe ich auch über eine Petition deutlich gemacht. Zusätzliche 3 GB Daten sind viel, 19,95 Euro aber auch. Geld für VoIP zu verlangen, aber das nicht wirklich aktiv zu unterstützen ist eigentlich auch nicht akzeptabel.

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Telekom erlaubt Skype auf dem iPhone – gegen Bares

Von: Dirk Kunde, Mittwoch, 3. Juni 2009 11:24 Uhr

Die Deutsche Telekom erlaubt - gegen Bezahlung - Skype auf Smartphones Die Telekom rudert zurück. Skype komplett auf Smartphones, insbesondere dem iPhone, verbieten, kann sie nicht. Dann droht Ärger mit EU-Telekom-Kommissarin Viviane Reding. Erlauben mag Sie es auch nicht, weil es komplett ihr minutenbasiertes Geschäftsmodell untergräbt. Der Kompromiss: Zulassen gegen Gebühr. Ab Sommer 2009 können T-Mobile-Kunden in den Tarifen Combi und Complete eine Zusatzoption für Internettelefonier (VOIP) buchen. Die Preise beginnen ab 9,95 Euro pro Monat.

“Wir bauen damit eine Brücke zwischen den unterschiedlichen Kundenwünschen nach möglichst günstigen und innovativen Angeboten”, sagt Georg Pölzl, Sprecher der Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland. Neben Skype werden dann auch andere VOIP-Dienste im Mobilfunknetz funktionieren. Wie gut allerdings die Sprachqualität im UMTS-Netz ausfällt, kann ich mir schwer vorstellen, habe dazu auch keine Erfahrung. Im WLAN funktioniert Skype auf dem iPhone nach wie vor wunderbar. Gespräche mit Freunden in Kairo laufen nach wenigen “Knistersekunden” reibungslos und in guter Qualität.

Die Telekom begründet die zusätzliche Gebühr mit der stärken Belastung ihres Mobilfunknetzes. Für den gleichzeitigen Dauerbetrieb von VOIP-Anwendungen seien zusätzliche Investitionen notwendig. “Es wäre den Kunden, die kein VOIP nutzen möchten, nicht zumutbar, wenn diese Mehrkosten auf alle Kunden verteilt werden. Deshalb ermöglichen wir durch die Optionstarife die Nutzung von Internet-Telefonie, während sie im Übrigen ausgeschlossen bleibt”, sagt Pölzl. Die bisherigen Netz-Investitionen seien basierend auf einer Tarifkalkulation mit Einnahmen aus Sprachtelefonie und mobilem Datenverkehr erfolgt. “Wenn diese Grundlage nicht mehr gegeben ist, ist die Zukunftssicherheit der Netze in Gefahr. T-Mobile will seinen Kunden auch zukünftig Spitzentechnologie anbieten und braucht dafür eine verlässliche Grundlage”, begründet Pölzl die Haltung seines Unternehmens. Zu der Drohung, Skype zu blockieren, wenn nicht gezahlt wird, hat sich das Unternehmen leider nicht geäußert.

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Telekom – noch nicht in der Share Economy angekommen

Von: Dirk Kunde, Dienstag, 12. Mai 2009 17:12 Uhr

Raimund Schmolze (l.) Telekom und Magel, simyo auf dem Podium © next09.comDie Internetkonferenz next09 der SinnerSchrader AG in Hamburg stand unter dem Motto Share Economy. Vereinfacht gesagt: Wer seine Ideen, Inhalte und Angebote allen zugänglich macht, erhält mehr zurück, als er weggibt. Eine faszinierende These, die vor allem Jeff Jarvis, gut rüber brachte.

Negativer Höhepunkt einer ansonsten großartigen Veranstaltung war für mich der Programmpunkt: “Mobile oder: Die wirtschaftlichen Konsequenzen, nicht mobil zu sein.” Auf dem Podium saßen Raimund Schmolze, Vice President Business Development & Innovation der Telekom sowie Christian Magel, Gründer und Chief Marketing Officer von simyo. Dabei leistete sich der Vertreter der Telekom eine peinliche Produktshow – holte ein Gerät nach dem anderen aus seiner Tasche. Man muss bei Twitter nur mal nach #next09 und Telekom suchen.

Auf meine Frage, wann denn die Telekom in der Share Economy und im Zeitalter der Offenheit ankommen würde und endlich die Minutenpreis zugunsten von echten Flatrates über Bord werfe (alles vor dem Hintergrund einer angekündigten Blockade der Skype-App auf dem iPhone), antwortet Schmolze mit der vollkommen unglaubwürdigen Begründung, die auch schon zuvor der Pressesprecher bemüht hat: Können die gewohnte Sprachqualität im Netz nicht garantieren und bevor Kunden das der Telekom anlasten, sperren wir lieber die VOIP-Anwendung. Gelächter im Publikum. Ich würde an dieser Stelle gern zum Video verlinken, doch das fehlt hier. Es war bereits online, aber Schmolze entzog den Veranstaltern seine Zustimmung zur Veröffentlichung. Mich wundert es nicht, aber was wohl Herr Magel dazu sagt, der sich gut geschlagen hat.

Die aktuelle Diskussion um Skype auf Mobiltelefonen macht eins deutlich: Die Provider zittern um ihr Geschäftsmodell. Wenn alle immer und überall mit ihrem Handy online sind, dann machen Minutenpreise keinen Sinn mehr. Damit steht das gesamte Tarifmodell aller Anbieter auf der Kippe. Während sie alle in ihrem Backbones so genannte Next Generation Networks betreiben, die auf die IP-Technologie setzen, wollen sie die Technik auf der letzen Meile zum Kunden verbieten. Wie verlogen ist das dann? Da droht nicht nur Ärger mit wütenden Verbrauchern, sondern auch mit EU-Telekom-Kommissarin Viviane Reding. Sie forderte nationale Regulierer auf, „gegen Unternehmen vorzugehen, die unter Ausnutzung ihrer Marktmacht innovative Dienste ausbremsen“.

Kleiner Einschub: Bei all meinem technischen Verständnis, fällt es mir überaus schwer zu glauben, die Telekom-Ingenieure könnten tatsächlich eine Technik im Netz installieren, die auf allen Hotspots, egal ob privat oder öffentlich, erkennt, dies ist ein Skype-Datenpaket und zieht es daraufhin aus der Leitung. Der technische Aufwand steht in keinem Verhältnis zum ökonomischen Nutzen. Da wäre es einfacher, beim Geschäftsmodell auf Flatrates umzusatteln. Genauso schätze ich die Lage beim “Surf-Stopp” ein. Angeblich ist bei meinem Datentarif nach 300 MB im Monat Schluß. Dann wird der Datenhahn auf Tropfgeschwindigkeit zugedreht. Das ist eine Warnung an Spammer. Ich kenne niemanden, der das schon mal erlebt hat und falls doch, bitte melden. Auch hier ist der technische Aufwand so enorm, festzustellen, wo ich überall in der Republik in einem Monat Daten gesaugt habe und dies zu addieren, dass ich einfach nicht daran glauben kann.

Derzeit wird diskutiert, ob Mobilfunkprovider nun Sondertarife für Skype auf dem Handy kassieren sollen, ob Vodafone und T-Mobile das Nokia N97 mit oder ohne Skype ausliefern werden. Dies alles ist Beleg für meine These: Die Telcos sind noch nicht in der Share Economy angekommen. Und sie werden dort auch nie ankommen. Sie haben panische Angst davor, zu reinen Infrastrukturdienstleistern zu verkommen. Sie teeren die Autobahnen, aber die Autos wollen sie auch bauen. Das wird niemals funktionieren. Die attraktiven Inhalte und Anwendungen kommen ganz woanders her. Apples AppStore ist ein tolles Beispiel, wie man vom Wissen und der Kreativität der Massen in der neuen arbeitsteiligen Wirtschaft profitieren kann. Apple gab den Entwicklern die passenden Werkzeuge in die Hand und neun Monate später hat man rund 40.000 Anwendungen für ein Smartphone im Angebot. Ein Unternehmen hätte das allein nie geschafft. Etwas weggeben, aber mehr zurück erhalten. Telekom, dass wirst Du nie begreifen.

Nachtrag: Vodafone kopiert nun immerhin das Konzept eines AppStores über verschiedene Plattformen hinweg.

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Skype App funktioniert bestens

Von: Dirk Kunde, Dienstag, 31. März 2009 9:36 Uhr

Skype App für das iPhone im Praxistest © SkypeIm Praxistest zeigt sich die kostenlose Skype App von ihrer besten Seite. Der erste Anruf aus dem WLAN meines Büros ging an David Nelles – Glückwünsche zum Geburtstag. Die Sprachqualität stand einem Anruf ins Festnetz in nichts nach. Kein Hall, kein Echo, fast keine Verzögerung. Respekt, da haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet. Kein Wunder, dass die Telekom gleich eine panische Abwehrreaktion an den Tag legt.

Die App hat ein sehr übersichtlich gestaltetes Menü. Bei den Kontakten kann man wählen, ob man alle oder nur die verfügbaren Leute sehen möchte. Die History-Liste zeigt alle geführten Gespräche an. Unter My Info kann man das eigene Profil bearbeiten – auch ein neues Foto mit der iPhone-Kamera schießen oder ein vorhandenes verwenden. Die Einstellungen zum Skype-Guthaben oder dem Anrufbeantworter im Netz sind hier ebenfalls zu sehen. Text-Chats sind mit der App natürlich auch möglich.

Wer sich regelmäßig in der Nähe von Hotspots aufhält, braucht eigentlich nichts anderes mehr für seine Kommunikation.

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