Nun also auch Bowers & Wilkins: Die britische Audio-Marke bringt mit dem PX seinen ersten Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung auf den Markt. “Wir sind nicht immer die ersten bei neuen Technologien, aber wenn wir uns dazu entscheiden, dann entwickeln wir einen eigenen Ansatz und nutzen unsere fünf Jahrzehnte Akustik-Erfahrung“, sagt Ulf Soldan, Produktmanager bei Bowers & Wilkins während der Vorstellung in einer Hamburger Galerie. Die britische Marke startete Mitte der 1960er Jahre mit Lautsprechern. Mit dem P7 Wireless und dem P9 Signature bedient Bowers & Wilkins bereits die Referenzklasse hochwertiger On-Ear-Kopfhörer.

Noise-Cancelling individuell einstellen

Aktive Geräuschunterdrückung ist bei Musikgenuss in Flugzeugen, Zügen oder in lauten Büroumgebungen ein Segen. Damit feiern etliche Marken bereits seit Jahren große Erfolge. Erste Erfahrung mit der Technologie konnte ich 2014 mit dem Backbeat Pro von Plantronics machen, von dem ich nach wie vor begeistert bin.

Teilweise erkauft man sich das Ausblenden der Umgebungsgeräusche aber mit Einbußen der Klangqualität. Da werden Frequenzen ausgeblendet, die bei der Audiowiedergabe fehlen. Bowers & Wilkins behauptet, mit seiner Eigenentwicklung dieses Problem zu umgehen. Im ersten Hörtest bestätigt sich das. Das volle Klangvolumen wird bei keinem der drei Noise-Cancelling-Modi beeinträchtigt. Über die Bowers & Wilkins Headphones-App werden im Stadt-Modus die Verkehrsgeräusche noch durch den Filter gelassen. Der Büro-Modus erlaubt das Durchdringen von Stimmen und der Flug-Modus blockt jegliche Umgebungsgeräusche. Jeder Modus lässt sich in drei Stufen den eigenen Vorlieben anpassen. Dabei merkt sich die App die jeweilige Einstellung der Pass-Through-Funktion (Durchlässigkeit von Außengeräuschen). Wechselt man den Modus oder eine der “Durchlässigkeitsstufen” setzt die Wiedergabe kurz aus. Mir war dieser Zeitraum einen Hauch zu lang. Einen Knopf oder eine Funktion, um Umgebungsgeräusche beispielsweise für Ansagen im Zug oder Flugzeug durch zu lassen, gibt es nicht. Dafür kann man über die App die Firmware des Kopfhörers aktualisieren.

Bowers & Wilkins Kopfhörer PX Schalter im Detail

Wiedergabe pausiert automatisch

Dank aptX-HD-Standard kommen kabellose Audiosignale mit bis zu 48 Kilohertz und 24-bit Audio-Auflösung in die Ohrmuscheln. Mit einer Hand kann man auf der Rückseite der rechten Muschel die Wiedergabe bzw. Telefonate steuern. In den meisten Fällen benötigt der Nutzer die Knöpfe aber gar nicht. Sensoren sorgen für eine intelligente Steuerung. Setzt der Nutzer den PX auf, startet die Wiedergabe. Hebt man eine Muschel vom Ohr, pausiert die Wiedergabe. Legt man den PX komplett ab, schaltet er in den Standby-Modus. Die Treiber (40 mm Durchmesser) in den Ohrmuscheln sitzen leicht angewinkelt, so dass beim Hörer ein räumlich wirkendes Klangbild entsteht. Die Ohrpolster sind abnehmbar und daher leicht auszutauschen, falls das weiche Leder oder der Memory-Schaum Abnutzungserscheinungen zeigen.

Bowers & Wilkins Kopfhörer PX Membran

Kopfhörer mit Bluetooth und USB-C

Die Audiosignale kommen per Bluetooth, Audio-Kabel (3,5 mm Klinke) oder USB-C-Kabel auf die Kopfhörer. Letzteres ist für die Besitzer neuerer MacBooks interessant. Sie benötigen kein extra Audiokabel und laden mit dem USB-C-Kabel gleichzeitig die Batterie im PX. Die hält laut Hersteller bis zu 22 Stunden mit Geräuschunterdrückung. Und bis zu 33 Stunden, wenn man den Kopfhörer statt per Bluetooth mit einem Audiokabel betreibt.

Die Nähe zu Apple sieht beim Hersteller auch bei den beiden angebotenen Farben: Der PX wird in Spacegrey und in Soft Gold angeboten. Die dazugehörige App gibt es natürlich auch in einer Android-Version. Der PX startet im Herbst 2017 mit einen empfohlenen Verkaufspreis von 399 Euro in den Audio-Markt.

Bowers & Wilkins Kopfhörer PX in Spacegrey

Bowers & Wilkins Headphones
Bowers & Wilkins Headphones
Entwickler: B&W Group Ltd
Preis: Kostenlos
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Dirk Kunde ist Journalist und Autor. Den roten Faden seiner Arbeit bildet die Frage: Wie verändert die Digitalisierung unser Leben? Dabei spielt Mobilität durch Smartphones, Tablets und Apps eine entscheidende Rolle.

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