Hier friert niemand hungrig im Wind. Der Backstand, 20 Meter von den hell erleuchteten meterhohen Fenstern des neuen Apple-Stores am feinen Hamburger Jungfernstieg 12 verzeichnet in den frühen Morgenstunden des heutigen Samstag eine Sonderkonjunktur. Es ist 6:45 Uhr, und immer wieder versorgen sich die Wartenden mit dampfendem Kaffee oder frisch belegten Brötchen.

Die erste Gruppe der Jünger vor dem Apfelladen harrt nach eigenen Angaben bereits seit 17 Uhr des gestrigen Nachmittags hier aus. Sie hoffen auf gelbe Karten, Gutscheine und das T-Shirt. Ungefähr hundert Menschen stehen schon in der Schlange. Minütlich kommen mehr hinzu. Sie reihen sich hintereinander auf. Eingezäunt von Stahlgattern, die sonst vielleicht bei Anti-AKW-Demonstrationen eingesetzt werden, und schon skeptisch beäugt vom Wachpersonal. Es müssen über 100 Ordner sein, die Mehrzahl wohl Männer. Jeder von ihnen trägt über der Uniform noch eine nummerierte Schutzweste. 167 ist die höchste Zahl, die ich sehe.

Die Apple-Kathedrale ist bereits hell erleuchtet. Putzmaschinen wienern noch ein letztes Mal die Böden. Alles ist sauber, nein: klinisch rein. Auf Reihen weißer Tische warten 11“ MacBook Air auf ihre Bediener. Um 10 Uhr öffnet der neue Store. Bis dahin wird die Sonderkonjunktur des Bäckers noch andauern.


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