Apple diversifiziert in der Herstellung. Nach einem Bericht des Wall Street Journals verlagert das Unternehmen Fertigungsaufträge von Foxconn zu Pegatron. Bislang hat vor allem Foxconn, die Marke der Hon Hai Precision Industry Co., in China iPhones und iPads gefertigt. Doch das taiwanesische Pegatron gehört bereits zu den Auftragnehmern der Amerikaner und montierte das iPad Mini sowie Apple-Zubehör. Mit einem Umsatz von umgerechnet 7,4 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal ist Pegatron im Vergleich zu Foxconn (27,3 Milliarden US-Dollar) deutlich kleiner.

Nicht nur auf Foxconn setzen

Apple dürfte die Montage-Aufträge aus diversen Gründen auf mehrere Schultern verteilen. Beim iPhone 5 war es aufgrund des Zeitdrucks, der hohen Stückzahlen und Apples-Qualitätsansprüchen zu Fertigungsproblemen bei Foxconn gekommen. Das Ergebnis waren verkratzte Aluminium-Gehäuse bei ausgelieferten Smartphones. Außerdem geriet Foxconn bezüglich geringer Löhne und schlecher Arbeitsbedingungen wiederholt in die Medien. Letzteres resultierte in mehreren Selbstmorden von Foxconn-Arbeitern. Deutlich besser dürften die Arbeitsbedingungen beim Wettbewerber nicht sein. 2011 explodierte eine Pegatron-Fertigungsstätte, bei der Dutzende Arbeiter verletzt wurden. Apple dürfte mit der Bündelung neuer Aufträge bei Foxconn keine weiteren Kostenvorteile erzielen und zieht somit eine Risiko-Verteilung in seiner Endfertigung vor.

Pegatrons weltweite Niederlassungen (c) Pegatron

Pegatron, benannt nach dem geflügelten Pferd der griechischen Mythologie, stellt in China weitere 40.000 Arbeiter ein, um Bauteile der nächsten iPhone-Generation zu montieren. Es könnte auch das Bilig-iPhone werden. Tim Cook hat in seinem gestrigen Interview die Erweiterung der iPhone-Palette weder bestätigt noch dementiert. Noch ist also unklar, ob Apple im „Günstig-Segment“ dem Android-Lager etwas entgegensetzen wird.

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