Bloomberg zitiert ungenannte Personen, nach denen sich Apple mit Sony, Warner Music und EMI über eine Streaming-Lösung bei Musik geeinigt hat. Auch mit der Universal Music Group, dem größten Musik-Label, soll ein Vertrag fast unterschriftsreif sein.

Dass Apple über sein neues Rechenzentrum in Maiden (North Carolina) ein Streaming-Dienst anbieten will, ist fast schon ein „alter Hut“. Interessant ist die Form des Music Lockers (Schließfach), den Apple angeblich plant. Steve Jobs Journalisten-Buddy Walt Mossberg schreibt im Wall Street Journal darüber: Der große Nachteil beim Amazon Cloud Service und Googles Music Beta ist das Hochladen der Musik. Man muss seine eigenen Songs erst auf die Server der Anbieter übertragen, je nach Musiksammlung kann das einige Tage dauern – die Uploadgeschwindigkeit ist bei DSL-Anschlüssen der kleinere Wert. Außerdem sind die kostenfreien Speicherplätze (Amazon 5 GB) bei Musik-Liebhabern schnell voll.

Apple gleich Musik-Daten nur ab

Apple will es anders machen. Sie laden sämtliche Lieder der genannten Musikverlage auf ihre nagelneuen Server. Der Nutzer gleicht dann via iTunes ab, für welche Songs er die Abspielrechte besitzt. Danach kann er von jedem iPod touch, iPad, iPhone und Rechner mit Internetanschluss seine Musiksammlung wiedergeben. Coole Idee. Aber ein Dorn im Auge der Musikverlage. Damit werden illegal bezogene oder legal eingelesene CDs (Die der Nutzer aber bei einem Freund geliehen hat) nachträglich und dauerhaft legalisiert. Die Musikindustrie fürchtet Umsatzverluste.

Ach was, die hat sie ja längst. Mittlerweile scheint die Not bei den Verantwortlichen so groß zu sein, dass sie sich vermutlich auf die Apple-Lösung einlassen. Denn sie wissen, was Stevie anfasst, wird zu iGold. Der Mann hat schon einmal die Musikbranche und ihren Vertrieb auf den Kopf gestellt. Die jungen Menschen erinnern das vielleicht nicht mehr: Während Musikmanager in einem Anwaltförderprogramm Napster-Gründer und Filesharer vor Richter zerrten, baute Apple still und leise aus der Kombination von iPod und iTunes den Brachenstandard für digitalen Musikvertrieb auf.

Wir dürfen gespannt sein, ob his Steveness den Music Locker und alle damit zusammenhängenden Dienste bereits Anfang kommenden Monats bei der Entwicklerkonferenz WWDC präsentieren wird.

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