Das monatliche Datenvolumen reicht nie. Vor allem nicht, wenn man unterwegs Musik und Videos streamt. Das wird nun alles besser: Die Deutsche Bahn bietet in ICE-Zügen Filme und Serien von maxdome auf einem Zug-Server an. Die Deutsche Telekom stellt ab dem 19. April 2017, je nach Tarif, den Datenzähler beim Musik- und Video-Streaming ab. Das passiert allerdings nicht automatisch, Kunden müssen die kostenlose Tarifoption StreamOn buchen.

Der ICE-Sitz wird zum Kinosessel

Ähnlich wie in einem Langstreckenflugzeug, sitzt die Bahn in ihren ICE-Zügen auf Medienserver. Reisende können über den Menüpunkt „maxdome onboard“ im ICE Portal mit ihren WLAN-fähigen Geräten auf insgesamt 50 wechselnde Filme, Serienepisoden, Dokumentationen, Kinderangebote und Shows zugreifen . „Film- und Seriengenuss, ohne dass man vorher einen Titel runterladen muss, ohne dass mobiles Datenvolumen verbraucht wird und ohne Aussetzer im Tunnel – komfortabler geht es nicht“, sagt Marvin Lange, Geschäftsführer maxdome.

Bei Tablets und Smartphones ist es nötig, die kostenlose maxdome onboard Player App zu installieren. Das Angebot ist ohne weitere Registrierung nutzbar. Als Zusatzoption zu den kostenlosen Inhalten können Reisende ein monatlich kündbares maxdome-Abo für 7,99 Euro abschließen und damit auf über 1.000 Titel bei maxdome onboard zugreifen. Bestandskunden von maxdome haben ohne weitere Kosten Zugriff auf das Gesamtangebot. „Die Filme und Serien ergänzen unser Angebot im ICE Portal, das etwa auch kostenlose Spiele und Hörbücher bereithält. Kein anderes Verkehrsunternehmen bietet auf innerdeutschen Verbindungen kostenloses Entertainment in diesem Umfang“, Michael Peterson, Marketingvorstand DB Fernverkehr.

Das ICE Portal bietet noch folgende Inhalte:

  • Nachrichten, unter anderem mit der „Tagesschau in 100 Sekunden“
  • Spiele: Auswahl aus 20 Online-Spielen
  • Hörspiele & Hörbücher: zehn Titel verschiedener Genres, auch für Kinder
  • Städtejournal: Reiseführer für ausgewählte Städte entlang der ICE-Strecken
  • Reisen & Entdecken: Reisemagazin mit Audio- und Textbeiträgen
  • Lesezeit: Vorstellung neuer Werke und Autoren verschiedener Genres
  • Zeitungskiosk: tagesaktuelle Zeitungen als E-Paper (kostenpflichtig)
  • Speisekarte Bordrestaurant und Informationen zur DB
  • Kinderwelt: Spiele, Comics, Vorlesegeschichten, etwa zum „kleinen ICE“
  • Zuglaufleiste: Informationen zur aktuellen Fahrt mit Anschlüssen in Echtzeit.

Musik- und Video-Streaming der Telekom

Mit StreamOn werden wir den deutschen Mobilfunkmarkt revolutionieren. Das neue Angebot ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, unseren Mobilfunkkunden auch unterwegs eine uneingeschränkte Nutzung von Audio- und Videoinhalten im besten Mobilfunknetz zu bieten“, sagt Niek Jan van Damme, Sprecher der Geschäftsführung Telekom Deutschland, selbstbewusst. Ab dem 19. April 2017 ist Musik-Streaming der Partnerunternehmen ab dem Tarif MagentaMobil M enthalten bzw. wird nicht auf das monatliche Datenvolumen angerechnet. Musik- und Video-Streaming ist ab dem Tarfi MagentaMobil L inklusive.

Streaming der Telekom Partner

Das Angebot StreamOn ist nicht automatisch Teil der Tarife. Der Kunde muss die kostenlose Tarifoption im Kundencenter (online) der Telekom aktivieren. Apple, Amazon und Napster sind in Sachen Musik dabei. Netflix, Amazon Video und YouTube bei Video. Insgesamt liefern rund 20 Partner Inhalte. Da fehlt doch was? Richtig, Platzhirsch Spotify ist zum Start nicht mit dabei. Doch in Richtung der Schweden sagt Michael Hagspihl, Geschäftsführer Privatkunden Telekom Deutschland: „Das neue Angebot ist einzigartig in Deutschland. Wir bieten schon zum Start eine umfangreiche Partnerauswahl für die unterschiedlichen Interessen unserer Kunden. Und der Content wird weiter wachsen. Es gibt keine Einschränkung, jeder Anbieter von legalen Audio- und Video-Inhalten kann unser Partner werden.“ Das Fehlen von Spotify ist überraschend, denn die Telekom hatte schon mal ein speziellen Daten-Deal mit den Schweden.

Ein weiterer Wermutstropfen bleibt: Wenn Kunden unabhängig von der Option StreamOn ihr Inklusivvolumen aufgebraucht haben, fallen auch die Streaming-Angebote unter die reduzierte Übertragungsgeschwindigkeit.

Nachtrag vom 9. Mai 2017: Auf meiner April-Rechnung fiel mir auf, dass die Option noch gar nicht aufgeführt ist, dabei bin ich mir sicher, sie nach dem 19.4.17 über die Magenta-App aktiviert zu haben. Egal, noch mal im Kundencenter der Telekom auf dem Desktop versucht und da erhalte ich folgende Antwort: “Sie können die gewählte Option StreamOn Music leider zu keinem Ihrer bestehenden Verträge hinzufügen. Bitte beachten Sie, dass StreamOn nur in den seit 04.04.2017 geltenden Tarifen buchbar ist. Ggf. ist ein Tarifwechsel bzw. eine Vertragsverlängerung in die neuen Tarife notwendig.

Was soll das denn? Von der Einschränkung, dass StreamOn nur für Neuvertrag gilt, war vorher keine Rede – zumindest nicht in einer lesbaren Schriftgröße. Nicht cool, Telekom.

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