Ein Download-Erfolg ist die kostenpflichtige Bild-App allemal. Einen Monat nach Einführung der 79-Cent-App im Dezember 2009 vermeldet der Springer-Verlag 100.000 Downloads. Über Tage steht die App der Boulevard-Zeitung auf Platz 1 der App-Charts.

Nach dem Einführungsmonat sollte das Bild-Abo 3,99 Euro pro Monat kosten. Dafür bekommt man neben dem schüttel-dich-nackig-Mädel die PDF-Version der großen Schlagzeilen bereits am Vorabend. In der Version 1.3 sogar als Download, so dass man die Zeitung offline lesen kann. Doch in den Nutzer-Bewertungen bei iTunes ist zu lesen, dass der höhere Abo-Preis nicht eingezogen wird. SirPeoples schreibt beispielsweise, dass er die App seit Dezember 2009 für einmalig 79 Cent nutzt. Blogmedien fragte in der Springer-Pressestelle am Montag nach, ob überhaupt schon Abonnenten den höheren Preis zahlen, doch dazu wollte der Berliner Verlag keine Auskunft geben. Vermutlich fürchtet Springer einen massiven Leserverlust auf dem iPhone, wenn der Abo-Preis tatsächlich auf knapp vier Euro angehoben würde. Auch die einstige Ankündigung, das Webangebot von Bild.de auf dem iPhone zu sperren, traute sich der Verlag nicht zu. Unter mobil.bild.de und wap.bild.de ist die Seite auf dem Smartphone im Safari-Browser auch ohne App und iphoneoptimiert aufrufbar.

Zwar ist der Versuch von Paid Content im mobilen Web mit den Bild- und Welt-Apps lobenswert und Springer-Chef Mathias Döpfner setzt noch immer große Stücke auf kostenpflichtige Digitalmedien, doch muss man die Zahlen einmal relativieren. Bei 100.000 Downloads erhielt Springer rund 55.300 Euro von Apple (70 Prozent der Einnahmen). Mit einer zweispaltigen Kopfanzeige auf der Rückseite der gedruckten Bild-Zeitung nimmt der Verlag laut Liste bereits 59.953 Euro ein. Wirtschaftlich von Bedeutung ist die App also (noch) nicht.

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