World´s First Magazine just made with HTML 5“ werben die Grafik-Designer Nico Engelhardt und Johannes Ippen aus Berlin auf dem Magazin-Cover von Aside. Der englische Satz irritiert ein wenig: Zum einen sind die Texte im Magazin auf Deutsch. Zum anderen fragt man sich, welcher Leser kann etwas mit HTML 5 anfangen?

Das richtet sich an die Medienszene und Apple-Aficinados. Wer genervt ist von Apples App-Zulassungsverfahren, hält mit Aside eine Alternative in den Händen. HTML 5 ist der Webstandard, der in jedem (neueren) Browser funktioniert. Musik, Videos, Animationen benötigen keine speziellen Plugins mehr.

Die Überschrift und der Text beim Artikel über Kite Surfen blendet sich zeitverzögert ein. CD-Kritiken kommen mit Hörproben, die Filmkritik mit Trailer. Die linke untere Ecke ist leicht geknickt, ein Fingertipp öffnet die Inhaltsleiste aller Artikel. Man hat nicht das Gefühl, sich im Browser zu bewegen, lediglich beim Umblättern reagieren die Seiten mit leichter Verzögerung.

Das große Thema „Hot Spot Theran – Eine Stadt, zwei Gesichter“ ist ehrgeizig gewählt, bleibt aber inhaltlich hinter den Erwartungen zurück. Die anschließende Animation „Crazy Facts & Laws“ im Iran sind wieder informativ und innovativ umgesetzt. Aber man spürt, hier waren Grafik Designer und keine Autoren am Werk. Es gibt noch eine Kurzgeschichte von Sebastian Offenbecher, doch der Schwerpunkt lieft auf schönen Fotos, dem Layout sowie den Animationen. Was das Magazin genau sein will, ist nicht ganz klar: Lifestyle, Kultur-, Technik- oder Berlin-Magazin. Auch auf Werbung wurde in der Beta-Version verzichtet.

Der HTML 5-Ansatz ist spannend, denn neben den iPad-Nutzern können alle anderen Tablet-Nutzer, auch mit Googles Android (Honeycomb), das Magazin nutzen. Außerdem ist es lobenswert, dass der Versuch einer Alternative zum App-Magazin aus Deutschland kommt.

Vorteile

  • Kein Zulassungsprozess durch Apple
  • Herausgeber bestimmt die Erscheinungstermine (taggenau)
  • Funktioniert auf allen Tablets, egal welches Betriebssystem (Android/Honeycomb)

Nachteile

  • Seiten reagieren beim Blättern etwas träge
  • Kein Verkauf des Magazins möglich, nur Werbeerlöse

aside magazine @ Neues 3sat / Television station (Germany) from Thanksalot Design Collective on Vimeo.

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