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Car2Go: Mit dem Leihflitzer durch die Innenstadt

Es gibt Dienstleistungen, die werden überhaupt erst durch eine App nutzbar bzw. attraktiv. Ein Beispiel dafür ist das Car-Sharing-System Car2Go, das mittlerweile in Berlin (1.000 Fahrzeuge), Hamburg (500), Düsseldorf (300) und Ulm sowie den europäischen Städten Wien, Amsterdam und Lyon angeboten wird. Der große Vorteil des Leihwagensystems: Die Autos, zumeist Smart ForTwo, stehen nicht an festen Plätzen, sondern im Stadtgebiet verteilt. Für den Absteller ein Riesenvorteil, für den Anmieter ein Problem. Wo ist der nächste Wagen? Das verrät einem eine App.

Car2go per App Auto suchen

Lange Zeit überließ Car2Go Drittanbietern den App-Bereich. Nun erreicht die kostenlose Version 1.0.1 den App-Store. Die App zeigt das nächstgelegene freie Fahrzeug, das Kennzeichen, den Tankfüllstand (bzw. den Ladestand, denn in manchen Städten sind Elektrofahrzeuge unterwegs) sowie den optischen Außen- und Innenzustand des Fahrzeugs. Der wird über ein Abstimmverfahren der Mieter bestimmt.

Mit den Apps lässt sich ein Wagen für 15 Minuten reservieren. Schafft man es in dieser Zeit nicht zum Fahrzeug oder lässt die Reservierung verfallen, werden vier Euro Storno-Gebühr fällig. Wobei in der Praxis der Anbieter sich bislang kulant gezeigt hat, wenn das Auto mal nicht am angezeigten Standort verfügbar war.

Der Fahrer schließt das Fahrzeug mit einem Chip-Aufkleber auf seinem Führerschein auf und fährt los (PIN-Eingabe). Jedes Fahrzeug in Hamburg hat ein Navi-System. In der Hansestadt kostet die Fahrminute 26 Cent – inklusive aller Nebenkosten. Pro Stunde  werden 12,90 € und pro Tag 39,00 € berechnet. Will man den Wagen nach seinem Termin weiter nutzen, werden 9 Cent pro Parkminute berechnet. Zusätzliches Bonbon: Anfallende Parkgebühren sind schon inklusive und in einigen Parkhäusern gibt es fest reservierte Car2Go-Plätze.

Fahrkosten berechnen lassen

Wer vorab wissen möchte, wie teuer seine Fahrt mit dem Smart wird, sollte sich Cost Control for Car2Go (0,79 Euro) installieren. Damit lassen sich auch Autos orten und reservieren. Nach Eingabe von Start- und Zieladresse berechnet die App die voraussichtlichen Kosten, wobei die App von “freier Fahrt” und keinerlei Park-Stopps ausgeht. In Sachen Optik gefällt mir diese App am besten. Zusätzlich sieht man in der Kartenansicht, ob das Fahrtziel noch im Leihbereich liegt. In Hamburg zählt nämlich (noch) nicht das gesamte Stadtgebiet dazu. Stellt man ein Auto außerhalb ab, tickt die Gebührenuhr weiter. Eine transparente Ebene über der Stadtkarte schafft in der App Klarheit. Dafür ist die Entfernungsangabe zum nächstgelegenen Fahrzeug etwas klein geraden.

Das macht Get2Car für Car2go (0,79 Euro) deutlich besser. Hier wechselt der Nutzer zur Listenansicht, wenn er wissen möchte, welches Auto am nächsten zu seinem aktuellen Standort ist.

Sollte die Tankanzeige auf Reserve sinken, zeigt die App die nächstgelegene Shell-Tankstelle. Hierfür befindet sich eine Tankkarte im Wagen, der Fahrer muss also kein Geld auslegen und bekommt die Zeit (15 Min.) für einen Tankstopp auf seinem Konto gutgeschrieben.

Für Touren zu zweit ohne großes Gepäck sind die Smarts in der Innenstadt perfekt. Damit lässt sich fast immer ein (legaler) Parkplatz finden, zusätzlich helfen die Apps bei der Suche nach reservierten Parkplätzen (an Shell-Tankstellen und in Parkhäusern). Für Menschen, die in der Großstadt leben und arbeiten, ist Car2Go ein Alternative zum eigenen Auto.

Dirk Kunde: Dirk Kunde ist Journalist und Autor. Den roten Faden seiner Arbeit bildet die Frage: Wie verändert die Digitalisierung unser Leben? Dabei spielt Mobilität durch Smartphones, Tablets und Apps eine entscheidende Rolle.
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