Gut, die Überschrift mag etwas zu weit gehen, aber laut FAZ arbeitet ein junges Team von 15 bis 20 Leuten mitten in der deutschen Hauptstadt am iCar. Es sollen Fachleute aus den Bereichen Ingenieurswesen, Software, Hardware und Vertrieb sein.

Das Auto zum Teilen

Das iCar, oder wie immer es heißen mag, soll ab 2019 auf die Straße rollen. Laut dem Zeitungsbericht wird es kein autonom fahrendes Elektroauto, wie es Google plant. Apple setze zunöchst auf ein Carsharing-Modell, ähnlich wie Car2Go oder Drive Now. Der Grund dafür liege im fehlenden Vertriebs- und Werkstattnetz in Deutschland. Das müsste erst aufgebaut werden.

G-Klasse, Mini, iCar

Auch bei der Fertigung gibt es ein interessantes Gerücht. Danach werde Apple das Auto nicht in den USA bauen lassen, sondern bei Magna Steyr in Österreich. Das Unternehmen gehört dem österreichischen-kanadischen Milliardär Frank Stronach und ist spezialisiert auf Auftragsproduktionen. Dazu gehört beispielsweise der Geländewagen von Mercedes, die G-Klasse. Auch Minis werden hier im Auftrag von BMW produziert, doch dieser Auftrag endet demnächst, so dass Kapazitäten frei werden.

Das bekannteste Geheimnis der Welt

Bei Apples „Titan“ von einem Geheimprojekt zu sprechen, ist schon etwas übertrieben. US-Medien berichten laufend über die Entwicklung. So wurden im Silicon Valley diverse Gebäude für „Titan“ angemietet und firmenintern nach Helden der griechischen Mythologie benannt. Darunter ist auch eine ehemalige Abfüllfabrik von Pepsi in Sunnyvale. Das 9.000 qm große Gelände würde für eine Produktion oder auch Testfahrten ausreichen. Kleine Randbemerkung: Der von Steve Jobs geholte Apple-Chef John Sculley war zuvor Pepsi-Boss – ist lange her.

Schon weiter als gedacht

Die entsprechenden Domains apple.car und apple.auto hat sich das kalifornische Unternehmen schon mal gesichert. Viel wichtiger: erfahrene Leute sind in Cupertino bereits an Bord. Dazu gehört Chris Porritt, zuvor Vice President of Vehicle Engineering bei Tesla und ehemaliger Chefingenieur bei Aston Martin. Ebenfalls von Tesla kommt der Ingenieur Jamie Carlson, Megan McClain war zuvor bei Volkswagen. Die Wissenschaftler Vinay Palkkode von der Carnegie-Mellon-Universität und Paul Furgale von der ETH Zürich arbeiten jetzt ebenfalls für Apple und das Auto-Projekt.

Mit Blick auf Google, Tesla, Faraday Future und Apple ist es sicherlich keine Übertreibung zu sagen, die Auto-Zukunft wird an der US-Westküste gestaltet. Bereits zu Jahresbeginn gestand Daimler-Chef Zetsche der Welt am Sonntag nach einem Treffen von 70 Unternehmen im Silicon Valley: „Unser Eindruck ist, dass diese Unternehmen bereits mehr können und wissen, als wir angenommen haben.“

Nachtrag am 21. April 2016

Nicht das Schicksal mit Foxconn teilen

Wenige Tage nach dem Bericht der FAZ legt das Handelsblatt (kostenpflichtig) nach: Danach wollen deutsche Autohersteller wie BMW und Daimler nicht Auftragsproduzent für Apple werden. Man fürchte das Schicksal eines Foxconns (baut in Asien iPhones und iPads für Apple zusammen). Die Hersteller sehen sich nicht in der Rolle des ausführenden Produzenten ohne Mitspracherecht am Produkt. Laut dem Zeitungsbericht war der Umgang mit Kundendaten ein wesentlicher Knackpunkt. Genau damit haben auch deutsche Verlage Probleme bei digitalen Abos in Apples Zeitungskiosk. Wer den Kunden kennt, kann ihm auch noch mehr verkaufen. Zudem sei der Datenschutz ein Themen gewesen, denn Apple wird sicherlich auch beim iCar die iCloud (Server in den USA) einbinden.

Laut dem Zeitungsbericht war der Umgang mit Kundendaten ein wesentlicher Knackpunkt. Genau damit haben auch deutsche Verlage Probleme bei digitalen Abos in Apples Zeitungskiosk. Wer den Kunden kennt, kann ihm noch mehr verkaufen. Zudem sei der Datenschutz ein Thema gewesen, denn Apple wird sicherlich auch beim iCar die iCloud (Server in den USA) einbinden.

Nach dem Bericht seien die Gespräche zwischen BMW und Apple schon 2015 gescheitert, während Daimler erst kürzlich auf die Bremse getreten habe.

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