Der Short Message Service (SMS) ist immer noch ein beliebter Dienst bei Handy-Nutzern. Im vergangenen Jahr wurden 41,3 Milliarden SMS von 59 Millionen Handynutzern in Deutschland verschickt – das waren 78.000 SMS pro Minute. Die Mobilfunkprovider verdienten mit den Kurznachrichten 2,3 Milliarden Euro. Geld auf das sie zukünftig nur ungern verzichten werden. Doch mit den Daten-Flatrates kamen und kommen etliche Sargnägel auf die gute alte SMS zu.

iMessage statt SMS

In den USA spielt die 160-Zeichen-Nachricht keine so große Rolle. Verständlich, dass Apple hier wenig Ehrgeiz an den Tag legte, beim iPad wurde die Funktion sogar unterschlagen. Das holte Apple erst  mit iOS 5 und der iMessage nach. Die blaue iMessage ist eben so ein Sargnagel. Nutzer von iOS-Geräten verschicken untereinander kostenlose Nachrichten. Die Vorteile: Keine Begrenzung auf 160 Zeichen. Man erhält eine Lesebestätigung. Man kann Fotos, Videos und Geodaten mitschicken. Man muss keine Handy-Nummer kennen, die Mailadresse reicht, denn Apple erkennt den Empfänger an seiner Apple-ID. Der Nachteil: Man ist mit seinen Mitteilungen auf die Apple-Welt begrenzt, selbst wenn iMessage noch auf iChat ausgeweitet werden sollte.

Der grüne Messenger – WhatsApp

Die Begrenzung auf eine Plattform machen Angebote wie What´s App Messenger weg. Den Nachrichten-Dienst, der die Push-Notification im iPhone verwendet, gibt es auch für Android, Blackberrys, Nokias (Ovi) und Windows Phone – somit ist die Smartphone-Welt gut abgedeckt. Man muss sich also kaum Gedanken darüber machen, welches Gerät der Empfänger hat. Nicht umsonst ist die App aktuell mal wieder auf Platz 1 der meistverkauften iPhone-Apps. Auch hier gilt: Keine Zeichenbegrenzung, Gruppen-Chats, Fotos, Videos und Sprachaufzeichnungen lassen sich über das Internet verschicken. Doch sollte man wissen: Die App liest das komplette Adressverzeichnis aus, überträgt alle Einträge auf einen Server (vermutlich in den USA) und stellt so fest, wer von den Freunden und Bekannten noch What´s App nutzt und “empfangsbereit” ist.

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Lassen wir mal das Thema Datenschutz und “gläsener Nutzer” beiseite, denn ich will noch auf die Sozialen Netzwerke kommen. Mit dem Facebook Messenger existiert eine App, die nur auf die Chat-Funktion des Netzwerks abzielt. Wer sein komplettes soziales Umfeld hier pflegt, wird die SMS kaum vermissen. Bei Google+ heißt die Funktion ebenfalls Messenger und ermöglicht Einzel- und Gruppennachrichten.

Google+ mag noch nicht die große Rolle spielen, doch anfänglich stand die SMS  in keinem Business-Plan der Mobilfunkprovider. Sie war ein ungeplantes Kind. Die Techniker nutzten den Signalisierungs-Kanal für ihre Arbeit, für die Kunden war das nie gedacht. Doch als immer mehr Nutzer bereit waren, für die 160-Zeichen Geld zu bezahlen, machte die SMS eine erstaunliche Karriere. Plötzlich gab es “SMS-Mehrwertdienste” wie Horoskope, Wetter und die nach wie vor wahnsinnig herausfordernden Gewinnspiele der privaten TV-Sender. Diese Anbieter dürften neben den Providern die einzigen sein, die der SMS nachweinen werden.

Bereits jetzt sind alle oder größere SMS-Kontingente innerhalb von Flatrates kostenlos. Doch wenn man Text auf mehrere Meldungen aufteilen muss oder doch wieder Kosten anfallen, weil man ein Foto anhängt, werden immer mehr Nutzer zu den Messenger-Apps wechseln. Verabschieden wir uns doch einfach von der SMS.

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