Universität zu Köln - Eingang Hauptgebäude
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Die Leitung der Universität zu Köln denkt darüber nach, jedem Studenten ein iPhone oder ein Netbook zu kaufen, berichtet Prof. Dr. André Bresges, vom Institut für Physik und ihre Didaktik der Kölner Uni auf der iPhone Developer Conference in München. Der Grund für seine Teilnahme: Die größte deutsche Universität will das Lernen und Lehren mithilfe von E-Learning intensiver, effizienter und flexibler machen.

Sinngemäß, nicht wörtlich, eröffnet er seinen Vortrag so: Wir haben die Taschen voller Geld. Bietet mir iPhone Apps an, wenn sie gut sind, kaufen wir sie. Hintergrund: Die rund 42.000 Studenten zahlen zwei Mal im Jahr 500 Euro Studiengebühr. Macht rund 42 Millionen Euro. Geld, das sofort in die Lehre investiert werden muss und nicht angelegt werden darf.

Die Kölner Universität ist mit ihren Einrichtungen weit über Lindenthal und angrenzende Stadtteile verstreut. Eine Anbindung aller Institute über WLAN scheidet aus. Darum ist das iPhone 3G mit seinem schnellem HSDPA-Emfang genau richtig. Mit einem iPhone ließen sich Anwesenheitslisten, aktuelle Raumänderungen, Verknüpfungen mit dem Vorlesungsverzeichnis, Vodcasts der Vorlesungen und Übungsaufgaben realisieren. Eine Anbindung an den ILIAS-Server, die aktuelle E-Learning Plattform der Uni, wäre denkbar. In einer Vorlesung könnte man Abstimmungen durchführen, beispielsweise den Referenten benoten oder jeder Student tippt ein Thema ein, das er noch mal behandelt wissen will. Auf der Leinwand im Hörsaal entsteht ein Tag-Cloud. Die Größe der Worte zeigt ihre Relevanz und der Dozent weiß, welches Thema er noch einmal behandeln sollte.

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Ideen gibt es viele. Prof. Dr. Bresges zeigte einige Beispiel der University of Abilene in Texas. Die kleine christliche Universität (4.700 Studierende) gibt bei der Immatrikulation iPhones aus und hat bereits etliche Anwendungen realisiert. Darüber haben die Studenten ein Video gedreht.

Also, liebe Entwicklergemeinde, immer ran. Wer im AppStore nicht mehr gefunden wird, findet in der Kölner Universität vielleicht einen Abnehmer. Zusammen mit den acht Fachhochschulen studieren insgesamt 80.000 junge Menschen in der Dom-Stadt. Man stelle sich vor, diese Studenten bzw. alle zwei Millionen Studierenden in Deutschland lernen eines Tages das iPhone während ihres Hochschulstudiums lieben. Dann werden sie das Smartphone sicher nach dem Abschluss nicht beiseite legen, sondern in die Unternehmen mitnehmen. Das werden goldende Zeiten für Apple …

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