Auch Perfektionisten machen Fehler: Die Startprobleme bei Apples Karten sorgen für reichlich Häme und Spott der Nutzer. Die neue Ortungs- und Navi-App steckt leider noch voller Fehler: verzerrte Satellitenbilder und 3D-Darstellungen, fehlerhafte POI-Einträge von Yelp, falsche Routenberechnungen innerhalb von Städten und zum Teil sehr grob gestrickte Landkarten.

Im direkten Vergleich mit Google Maps sieht Apples Angebot meist schlecht aus. Wobei die Gegenüberstellung natürlich ungerecht ist: man vergleicht ein über Jahre gereiftes Angebot mit einem Novizen. Doch Apple hebt die berühmte „Reality Distortion“ (gestörte Realitätswahrnehmung), die einst Apple-Gründer Steve Jobs umgab, auf ein neues Level, wie es AllThingsD beschreibt. Eine Apple-Sprecherin gibt in einer ersten Reaktion keine Fehler zu, sondern spricht davon, dass man sich kontinuierlich verbessere. Karten sein eine Cloud-basierte Lösung, die immer besser werde, je mehr Menschen sie nutzen. Das kann sie allerdings nur auf die mangelhaften Yelp-Einträge (Points of Interest) beziehen.

Das Kartenmaterial stammt unter anderem von Tom Tom, doch das Unternehmen weist alle Verantwortung von sich. Man liefere nur das Rohmaterial, was der Kunde dann daraus mache, liege nicht in den Händen von Tom Tom. Laut dem AllthingsD-Artikel wurde das Apple-Karten-Team bereits zum Nachsitzen verdonnert. Auf einem Tumblr-Blog haben Anwender die gröbsten Schnitzer zusammengetragen, ein schöner Fehler in Dublin aus der Liste wurde bereits korrigiert.

Detailvergleich vom State-College in Pennsylvania, USA.

Wer sich auf den Cayman Islands mit den neuen Karten zurechtfinden will, dürfte nur bis zum Flugplatz kommen.

Leknes in Norwegen liegt plötzlich im Meer.

In Freiburg wechselt die Satellitendarstellung von schwarz/weiß zu farbig.

ios 6 Karten FreiburgDublin hat einen neuen Fluplatz erhalten –  mitten in der Stadt. Hier heißt einfach nur eine Platz Airfield. Doch den Fehler hat Apple bereits behoben.

Beim Kölner Dom verstehen die Einheimischen wenig Spaß und so schrieb auch gleich die Lokalzeitung, der Dom sei ungenau eingezeichnet bzw. nicht zu sehen. Der Fehler ist bereits behoben (2.), zoomt man etwas weiter, ist sogar einer grauer Umriss des zweithöchsten Kirchengebäudes in Europa zu erkennen.
Kölne Dom

Unruhige Fahrt über die Zakim-Brücke in Boston, USA.
Interessante Burger-King-Filiale irgendwo in Schweden.

Großartiger Routenvorschlag für einen Griechen von Athen nach Heraklion: Statt Fähre eine Autofahrt durch die Türkei!

Bei der Flyover-Ansicht sind zu Beginn erst wenige europäische Metropolen dabei. Paris beispielsweise fehlt. Dafür ist München dabei (Sitz von Apple Deutschland) sowie unsere Hauptstadt Berlin. Deutschlands zweitgrößte Stadt Hamburg (Sitz des iPhone-Fans) fehlt. Die Helikopter-Perspektive wirkt wie eine Mischung aus nachgebauter Miniaturwunderwelt und realen Fotos.
Flyover iOS 6 iPhone

2 KOMMENTARE

  1. Sind wir doch mal ehrlich. iOS 6 ist wirklich ein Griff ins Klo.

    – Karten-App ist Mist.
    – Streetview ist gar nicht mehr möglich, denn das läuft auch nicht auf der mobilen Google-Map-Seite.
    – Der App-Store ist ultra-langsam geworden.
    – das Design vom neuen App-Store ist nicht Apple-würdig. Es sieht doch total dämlich aus, dass man immer 3 ganze und eine 2/3-App-Symbole sieht.
    – Umlaute lassen sich nicht mehr so einfach tippen (länger gedrückt halten und nach links oder rechts wischen). Man muss nun wieder leicht nach oben wischen.
    – Der neue Ziffernblock geht auch gar nicht. warum werden perfekte Sachen verschlimmbessert?
    – Turn-by-turn Navigation muss ich gar nicht erst ansrepchen…

    Gruß,

    Der genervte Peter

    • Ganz so schlimm sehe ich es nicht, aber ich kann gut verstehen, dass Du genervst bist. Karten ist ein klarer Fehlstart, war MobileMe auch und nun haben sie die iCloud gut hinbekommen. Ich finde die iCloud-Nutzung bei Safari (iCloud Tabs, Lesezeichen, Leseliste) sehr gut. Auch die neuen Weiterleitungsoption gefallen mir. Bei Mail finde ich die VIP- und Markiert-Postfächer nützlich. Mehrere Signaturen einrichten zu können, weiß ich zu schätzen. Die Umlaute habe ich nun direkt auf der Tastatur, außerdem habe ich mir angewöhnt immer mehr Texte zu diktieren, das klappt stetig besser.
      Klar, Streetview vermisse ich auch. Die YouTube-App von Google ist um Längen besser als die alte Standard-App von Apple (bald auch in Deutschland verfügbar). Yelp in den Karten für Deutschland ist eine klare Fehlentscheidung. Qype wäre besser gewesen. Aber auch das wird sich finden, wenn mehr Leute hierzulande bei Yelp mitmachen. Die grafischen Veränderungen sind Geschmacks- und Gewöhnungssache. Ich sach ma: Abwarten, die bessern noch nach.

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