Das iPhone ist die kürzeste Leine der Welt. Mit der kommenden Version iOS 7 merkt sich das Smartphone Orte, Datum und Zeit der häufig besuchten Orte. Die Auswertung, die über rund vier Wochen geht, findet man in den Einstellungen unter Datenschutz / Ortungsdienste / Systemdienste (ganz unten) / Häufige Orte. Natürlich lässt sich die Option deaktiveren, aber erstmal steht sie auf „An“.

Damit liefert das iPhone dank GPS-Chip und WLAN-Ortungs-Datenbank ein extrem präzises Bewegungsprofil. In der Übersicht steht dann auch gleich Zuhause oder Büro, da das iPhone über „Meine Infos“ als auch die täglichen Wege weiß, wo ich wohne und arbeite. Diese Daten werden u.a. für die Berechnung der Fahrzeiten in der Mitteilungszentrale zum nächsten Termin, ins Büro oder nach Hause verwendet. Während die Auswertung für iPhone-Besitzer ganz interessant sein mag, stellt sich die Frage: Wer hat noch Zugriff auf die Ortungsdaten? Schauen Apple-Mitarbeiter darauf? Gehen die Daten an Werbenetzwerke, um noch genauer ortsbezogene Werbung ausliefern zu können?

Locationgate

Einen ersten Aufschrei in Sachen Ortung gab es im Mai 2011 unter dem Stichwort Locationgate. Zwei Entwickler haten mit ihrem Werkzeug „iPhone Tracker“ visualisiert, auf welchen Wegen sich ein iPhone Nutzer mit seinem Gerät über einen längeren Zeitraum bewegt. Apple hatte diese Daten in anonymer Form in einer Datenbank gespeichert, um so Standorte von Mobilfunkmasten und WLAN-Hotspots zu erkennen. Ziel war es, mit dieser Datenbank die Ortungsfunktion zu verbessern.

Werbungs-ID

uch App-Entwickler sind an Ortungs- und Kontaktdaten der iPhone-Nutzer interessiert. Immer wieder wurden Fälle öffentlich, in denen App-Anbieter ungefragt Nutzerdaten sammelten bzw. weitergaben. Apple untersagte daraufhin Entwicklern die Gerätenummer (UDID) für das Tracking zu verwenden. Jetzt darf nur noch eine temporäre IDFA (Identifier for Advertisers) verwendet werden. Im Deutschen heißt sie Werbungs-ID und kann unter Datenschutz / Werbung zurückgesetzt als auch deaktiviert werden. Allerdings fand Google ein „Workaround“ für die Erfassung der in Safari aufgerufenen Daten.

Datenschutz: Häufige Orte

Den Punkt „Datenschutz“ hatte Apple mit iOS 6 eingeführt. Hier können Nutzer festlegen, welche App Zugriff auf den Aufenthaltsort, die Kontakte, Termine, Erinnerungen und Fotos erhält. Sobald iOS 7 im Herbst 2013 veröffentlicht wird, sollten Nutzer in den Ortungsdiensten die Funktion „Häufige Orte“ deaktivieren, wenn sie sich damit unwohl fühlen. Wer Google Maps auf dem iPhone verwendet, gibt dem Suchriesen ebenfalls seine Bewegungsdaten. Hier heißt die Aufzeichnung Standortverlauf und kann im Desktop-Browser unter dem eigenen Google-Konto eingesehen werden.

Häufige Orte - iPhone

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