Oh, Mann liegt das gut in der Hand. Das iPad ist etwas kleiner als ein DIN A4-Blatt und so schwer wie ein solider Geschäftsbericht (680 Gramm). Dabei ist es ganz egal wie herum ich es halte. Die Icons oder Apps richtigen sich immer wieder aus. Da kann auch mal der Home-Button oben sein. So viel Rücksicht auf das Nutzerverhalten ist man als Anwender ingenieurs-getriebener Geräte anderer Unternehmen nicht gewohnt. Allerdings hakt die automatische Ausrichtung bei klassischen iPhone-Apps im Test ein wenig.

Das Display ist mit jeweils 20 App-Icons und sechs Icons im Dock locker bestückt. Man blättert wie beim iPhone, die Icons werden auch wie gewöhnt verschoben. Die Anzahl der Bildschirme ist ebenfalls auf elf limitiert.

Texte tippen
Das iPad liegt trotz gewölbter Rückseite ruhig auf dem Tisch. Da wackelt nichts. Die Tastatur ist im Querformat wohltuend groß – auch für Männerfinger. Allerdings sollten die Fingernägel schön kurz sein, denn das Display reagiert auf Hautkontakt. Ich komme mit meinem Zehnfingersystem auf der Glasoberfläche gut klar. Vertipper korrigiert die Rechtschreibkontrolle. Zwar gibt der Anschlag keine haptische Rückmeldung, aber wer mag, kann einen Ton beim Tastenanschlag aktivieren. Das hilft.

Die Stärken

Das iPad ist, was die Strategen jahrelang als Multimedia-Gerät bezeichnet haben. Serien schauen, Filme angucken, Fotos durchblättern und Texte lesen – dafür ist das Tablet gemacht. Durch das Kinderbuch Winnie the Pooh zu blättern fühlt sich einfach gut an. Schriftart- und größe sowie Helligkeit lassen sich einstellen. Die farbigen Zeichnungen des kleines Helden sind toll eingebunden, und man blättert wie in einem gedruckten Buch von Seite zu Seite. Noch cooler ist für größere Jungs die App von Marvel, um Comics zu lesen. Auch die blättert man durch oder vergrößert mit einem Doppelklick einzelne Bilder. Das passiert alles ganz intuitiv. Also, ich werde Papier ganz bestimmt nicht vermissen.
Der große Bruder vom iPhone ist perfekt für den Einsatz auf der Couch. Man schaut mal eben nach Mails, stöbert auf Webseiten und aktualisiert seinen Status bei Facebook, ohne den Rechner anschmeißen zu müssen. Das iPad ist nämlich sofort startklar.

Die Schwächen
Die Pixelverdoppelung bei den bisherigen Apps hat mich nicht überzeugt. Das sieht in den meisten Fällen gruselig aus. Auf einem 500 Dollar-Gerät möchte ich keine pixelige Schrift lesen. Bei den meisten Apps bleibt sogar ein dicker schwarzer Rand, da sie die Diagonale von 24,6 Zentimetern nicht ausnutzen. Hier kann man nur hoffen, dass die Entwickler schnell nachlegen und sämtliche Apps in der passenden Auflösung präsentieren. Doch damit düfte der AppStore noch unübersichtlicher werden (habe ich die richtige Version für mein Gerät (iPad, iPhone mit und ohne GPS, Kompass etc.)?

Installation
Man ist extrem schnell damit fertig –  insbesondere die MobileMe– und iPhone-Nutzer. Wer den Apple-Datendienstes abonniert hat, lädt alle Einstellungen, Bilder, Kalender- und Kontakteinträge aus der „Wolke“ auf das iPad. iPhone-Nutzer werden bei der Verbindung mit iTunes gefragt, ob das Backup mit allen Apps und Daten übernommen werden soll.

Was fehlt

Die Verbindung zur Außenwelt nur per WLAN (und später Mobilfunk) ist etwas mager. Eigentlich würde man auch gern Fotos aus anderen Kameras in die Diashow einbauen. Ein SD-Card-Slot wäre klasse. Noch viel wichtiger wäre die Anbindung zu einem Drucker, per Bluetooth oder WLAN. Eigentlich sollten es in den Einstellungen eine Option für Drucker geben, bei der man sich nur noch den Treiber laden muss. Als Kamera wird man das iPad wohl seltener nutzen. Daher fehlt die Kamera auf der Rückseite kaum. Auf der Vorderseite würde ich mir allerdings eine wünschen. Videochats mit dem iPad könnte ich mir gut vorstellen und wären eine nette Ergänzung zur Telefonie.

Leider kann man das iPad weder am Laptop noch mit dem iPhone-Adapter aufladen. Die Batterie hat eine höhere Leistungsaufnahme und funktioniert daher nur mit dem eigenen Steckdosenadapter. Der Dock-Connector ist allerdings wie beim iPhone, mit dem Kabel kann man also Synchronisieren.

Das gebe ich nicht mehr her
Sorry Diddo, das gebe ich nicht wieder her. Ob mich der Besitzer des Test-iPads über MobileMe orten kann? Ach, bestimmt. Also, vielen Dank an den Inhaber von drdcc media und iPhone-Fan-Gastautor Diddo Ramm. Er hat das iPad als einer der ersten Deutschen am Ostersamstag in Florida gekauft hat. Hier sein Auspack-Video bei Facebook.

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