Daten-Erfassung beim Fahrradfahren mit RoadbikeEs ist ja alles drin im iPhone: GPS, Bewegungssensor, Karten, Uhr. Gute Voraussetzungen für eine Fahrrad-App. Doch der Teufel steckt offensichtlich im Detail, wie die an sich gut gelungene App Roadbike Pro der in Pasching bei Linz (für Flachländler: in Österreich) beheimateten Firma runtastic zeigt. Die Macher der erfolgreichen Lauf-App Runtastic überschlagen sich mit Lob zu ihrem Produkt: Die App verwandele das iPhone in einen „perfekten Fahrradcomputer“, der für „Anfänger oder Tour de France Profis“, alles bietet, „was sich ein (Renn-)Radfahrer wünschen kann“.

Alle Fahrdaten im Blick

Tatsächlich bietet der Dashboard genannte Startbildschirm eine Menge Informationen: Gefahrene Zeit, Geschwindigkeit, Höhenanzeige, gefahrene Distanz, Kalorienverbrauch sowie Möglichkeiten zur Anzeige von Tritt- und Pulsfrequenz sowie Geschwindigkeit, deren Daten über externe Sensoren zugeliefert werden können. Was das Display anzeigen soll, kann nach den persönlichen Bedürfnissen über ein kleines Rädchen-Symbol eingestellt werden.

Das Dashbord kann weggeschoben werden und gibt den Blick auf eine Karte frei. Als Karten können sowohl die auf dem iPhone vorinstallierte Google Map verwendet werden als auch Open Cycle Maps oder Open Street Maps. Wichtiger noch ist aber die Möglichkeit, eine Offline Karte herunterladen zu können. Das ist einfach. Man pincht mit Daumen und Zeigefinger den Kartenausschnitt, während auf dem Bildschirm die zu erwartende Dateigröße angezeigt wird. Ein gutes Detail, wenn der Speicherplatz im iPhone schon knapp ist. Die Offline-Karten sind detailreich, die Orientierung funktionierte zumindest in der städtischen Umgebung Hamburgs sehr gut. Außerdem spart der in einem WLAN vorgenommene Download der Karten später Verbindungskosten, die durch ständige Kartenaktualisierungen auch Daten-Flatrates überfordern können. Außerdem sind die Karteninformationen im offenen Gelände oftmals nicht verfügbar. Soweit so gut.

Ein Druck auf den großen Button „Start“ und die App beginnt zu laufen. Ich besitze keine Halterung, also steckt das iPhone in meiner Jackentasche. Ein definitiver Nachteil. Ein weiterer Nachteil der aber am iPhone liegt, nicht an der App: Beim Test war es noch April-kalt in Hamburg. Wegen meiner Fahrradhandschuhe kann ich die App nur bedienen und mal auf die Karte schauen, wenn ich entweder den Slider mit der Nase beiseite schiebe oder stehenbleibe, einen Handschuh ausziehe und dann die Funktionen abrufe.

Streckenerfassung und Kartenauswahl in Roadbike von RuntasticRoadbike Pro mit Sensoren nutzen

Die App lief störungsfrei, saugte allerdings auf meinem iPhone 4S rasend schnell Energie. Nach drei Stunden Tour stand die Ladeanzeige nur noch auf 50 Prozent. Den vollen Funktionsumfang der Roadbike-App kann allerdings nur nutzen, wer zusätzliche Sensoren einsetzt. Tritt- oder Pulsfrequenz werden nur dann angezeigt, wenn sie über Trittmesser an der Kurbel oder Brustgurt aufgenommen und weitergegeben werden. Da ist es ärgerlich, wenn der Brustgurt des schon vorhandenen und weit verbreiteten Garmin Pulsmessers nicht kompatibel ist. Nun müsste ich Zusatz-Ausrüstung kaufen. Der preiswerteste Pulsmesser, ein Runtastic-gebrandetes Kombiteil aus Brustgurt und Dongle fürs iPhone kommt auf 59,95 Euro, die Bluetooth-Variante (Achtung, zusätzlicher Batteriesauger) vom Hersteller Wahoo kostet im Online-Shop schlappe 79,95 Euro.

Nicht nur mit der kürzlich auf den Markt gekommenen Hardware will sich Runtastic im Fitness-Markt für Outdoor-Aktivitäten positionieren, sondern auch mit Community-Angeboten. Wer sich dafür registriert, sollte vorher die AGBs durchlesen. Auszug: „Das Konzept des runtastic-Netzwerkes basiert auf der Veröfentlichung von Daten und Inhalten, die über das runtastic Sportportal für andere Nutzer einsehbar sind. Mit der Registrierung und Zustimmung zu diesen AGB stimmt der Nutzer ausdrücklich zu, das (sic!) personenbezogene Daten abgefragt werden.“ Nur so viel: Es werden sehr viele persönliche Daten abgefragt.

Fazit: Die App ist gut, um sie aber voll auszunutzen, benötigt man doch eine ganze Menge an Zusatzausrüstung – und die kostet. Wer sie erst mal ausprobieren möchte, sollte es mit der kostenlosen Version versuchen.

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