Den Playboy gibt es jetzt unzensiert auf dem iPad. Eine interessante, aber auch scheinbar wenig weltbewegende Nachricht. Und doch könnte diese News ein erstes leises Totenglöckchen für die App-Ökonomie sein.

Der Grund: Es gibt im Medienbusiness ein ungeschriebenes Gesetz, das besagt, dass Sex und Fußball die wichtigsten Treiber für neue Technologien sind. So beschleunigte sich die Verbreitung von TV-Geräten massiv in 50er-Jahren durch die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. Dasselbe galt für das Farbfernsehen 20 Jahre später bei der WM im eigenen Lande. Anfang der 80er-Jahre setzten sich VHS als Video-Standart nur deshalb gegen Betamax durch, weil die Erotik-Industrie sich für das “Video Home System” entschied. Diese Beispielliste ließe sich noch beliebig verlängern.

Und jetzt kommt der US-Playboy und bringt seine iPad-Ausgabe nicht via App zu seinen Kunden, sondern per HTML 5-Site. Zwei Gründe sind für diese Schritt verantwortlich. Erstens: Das Erotik-Magazin umgeht so die strengen Sittenwächter von Apples-Appstore. Zweitens: Der US-Verlag spart sich die 30 Prozent-Provision an Steve Jobs, die für jeden App-Download fällig werden. Die Paid-Content-Einnahmen sacken die Häschen-Magazin-Macher lieber ganz alleine und behalten zumdem noch die volle Kontrolle über die Kundendaten ihrer Tablet-Abonnenten.

Das neue Angebot hat es durchaus in sich. Für acht Dollar im Monate gibt es das komplettes Archiv mit allen 682 Ausgaben. Das wichtigste: die Bildqualität ist gut.

Time.com ist begeistert vom Bedienkompfort der HTML5-Seite: “The difference is that it looks and behaves very much like an iPad magazine app that you’d download from the iTunes App Store, complete with slick-turning pages and a feature that lets you “rotate your iPad to view a single page or double-page spreads.”

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