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Kabellose Kopfhörer für das iPhone 7

Mit dem viel diskutierten Wegfall des Kopfhörereingangs ebnet Apple den Weg für kabellose Kopfhörer. Die hauseigenen AirPods sind kabellose In-Ear-Kopfhörer mit One-Touch-Connectivity. Per Fingerdruck werden Anrufe angenommen oder durch die Mediathek navigiert. Zudem stoppt die Musikwiedergabe sobald die Hörer aus den Ohren genommen werden. Der Akku soll bis zu fünf Stunden Wiedergabe halten. Erhältlich sind die AirPods ab Ende Oktober für 179 Euro.

Natürlich gibt es Alternativen: Der Gutscheinsammler.de hat fünf On-Ear-Kopfhörer und fünf In-Ear-Kopfhörer verglichen. Alle sind Bluetooth-fähig und von Low Price bis High End ist für jeden Geldbeutel etwas dabei. Beats, von Apple im Mai 2014 gekauft, hat sich für die nächste Kopfhörer-Generation gewappnet. Bisher ist die dritte Generation der Kopfhörer, die auf das iPhone 7 zugeschnitten sind, noch nicht erhältlich. Jedoch ist die zweite Generation ebenso kompatibel und auch viel günstiger. Die On-Ears Studio Wireless von Beats sind in unserem Vergleich die teuersten ihrer Kategorie (279 Euro). 80 Euro günstiger sind die Sound-Link On-Ear von Bose, einem der führenden Hersteller für Audiosysteme. Teufel, ebenfalls Experte auf diesem Gebiet, verlangt rund 120 Euro. Natürlich gibt es auch viele Modelle im unteren Preissegment, beispielsweise von Sony (45 Euro) und Thomson (33 Euro), die für den alltäglichen Gebrauch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Bei den In-Ear-Kopfhörern sind die von Bose mit 178,99 Euro am teuersten, gefolgt von Beats (115 Euro). Vor allem weniger bekannte Marken bieten eine Vielzahl an Kopfhörern, die fast durchweg gute bis sehr gute Käuferbewertungen erzielen. Das günstigste Modell in unserem Vergleich kostet rund 20 Euro. Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer eignen sich vor allem für sportliche Aktivitäten und sind im Allgemeinen nicht so preisintensiv wie On-Ear-Kopfhörer.

Praxistest: Beyerdynamic Byron BTA

Als erstes ausprobiert habe ich den Byron BTA wireless von Beyerdynamic. Bei dem Bluetooth In-Ear-Kopfhörer sind die beiden Ohrteile mit einem Flachband verbunden. Darin sind Schalter und Mikrofon integriert. Enorm praktisch: Die Ohrteile sind magnetisch. Wenn man den Kopfhörer nicht nutzt, kann man ihn wie eine Kette um den Hals tragen. Die magnetischen Ohrteile schließen den Kreis. Verlieren − fast unmöglich und das ist ja die größte Kritik an Apples AirPods.

Doch gab es direkt nach dem Auspacken auch eine Enttäuschung: Ich benutze schon länger Otoplastiken (individuellen Ohrteile) bei anderen Beyerdynamic Kopfhörern. Von denen bin ich schwer begeistert. Leider passen die Otoplastiken nicht auf den Byron BTA. Sie passen aber auf den Byron mit Kabel (49 Euro). Das finde ich extrem merkwürdig, denn den Unterschied machen die beiden Diagonalen der Lautsprechermembrane aus. Dabei fällt der Durchmesser bei den teureren, kabellosen Kopfhörern deutlich kleiner aus. Als Laie würde man meinen: Größere Membrane, besserer Sound. Und ein Blick in die Tech-Specs verrät auch, der maximale Schalldruckpegel ist bei der Version mit Kabel um 24 db höher (124 zu 100 db).

Ear-Hooks sorgen für besseren halt in der Ohrmuschel.

Also muss ich beim Byron BTA mit den mitgelieferten drei Paar Silikon-Ohrpassstücken klar kommen. So genannte Ear-Hooks (siehe Foto) sollen für besseren Halt in der Ohrmuschel sorgen. Doch für mich geht nichts über die gut sitzenden Otoplastiken, da sie zum einen Geräusche von außen abhalten und zum anderen für satten Klang im Ohr sorgen. Die Silikon-Passtücke sitzen nie so fest, dass sich ein vergleichbares Klangvolumen entfalten kann. Ich drücke die Ohrstücke ständig nach. Sie drohen beim Gehen ständig aus dem Ohr zu fallen, zum Sport taugt der Byron BTA nicht.

In der (USB-)Ladeschale wird die Batterie aufgeladen.
Bei den Codescs setzt Beyerdynamic auf aptX sowie AAC. Das Akronym AAC dürfte man als Apple-Fan schon mal gesehen haben. Es steht für Advanced Audio Coding, mit diesem Kompressionsverfahren werden alle iTunes-Songs ausgeliefert. Beim Byron BTA landen die Musikdaten per Bluetooth digital auf dem In-Ear-Hörer und werden hier in analoge Impulse umgewandelt, die die Membrane zum Schwingen bringt. Früher passierte der Wandel im iPhone und wurde von der analogen Kopfhörerklinke (3,5 mm) übertragen. Ich hatte vermutet, den Vorteil der digitalen Signalübertragung könne man im Byron BTA hören, doch da wurde ich enttäuscht. 
Der zweite Codec, aptX™, stammt von Qualcomm und soll für CD-Qualität bei der drahtlosen Übertragung von Musik per Bluetooth sorgen. Doch kam es im Test immer wieder zu kleineren Aussetzern. Ich glaube − und da ist es ganz egal, wie der Kopfhörer-Hersteller heißt − man muss sich von dem Gedanken verabschieden, dass Bluetooth eine komplett unterbrechungsfreie Wiedergabe leisten kann. Selbst wenn das iPhone am Körper in einer Hosen- oder Jackentasche steckt, gibt es immer wieder Unterbrechungen. Ich habe bislang kein Bluetooth-Gerät getestet, egal ob Kopfhörer oder Lautsprecher, der nicht mit Aussetzern zu kämpfen hatte.

Frei sprechen mit dem kabellosen Kopfhörer

Das Koppeln von iPhone und Byron BTA funktioniert auf Anhieb. Eine freundliche Stimme sagt einem, wenn der kabellose Kopfhörer an, aus, verbunden oder ohne Energie ist. Mit den drei Tasten auf dem Schalter lässt sich alles wie gewohnt steuern: Vor, zurück, Pause, Wiedergabe, lauter und leiser. Der Schalter enthält auch ein Mikrofon, somit sind mit dem Byron BTA auch Telefonate möglich. Das Mikro hängt beim Sprechen unterhalb der Ohrmuschel und somit weit weg vom Mund. Dennoch konnte ich meinen Gesprächspartner gut verstehen. Er allerdings beschwerte sich über allzu deutlich hörbare Hintergrundgeräusche. Da hatte die Software wohl Probleme zu filtern, was das wesentliche Tonsignal ist.
Würden die In-Ear-Hörer auch in my ear bleiben, wäre der Byron BTA er ein perfekter Reisebegleiter. Seine 12 Gramm fallen kaum ins Gewicht und mit bis zu 7,5 Stunden Wiedergabe bin ich gut bedient. Zum Aufladen drückt man den Schalter in die mitgelieferte (USB-)Ladeschale. Die beiden 55 mAh starken Batterien sind nach ca. 90 Minuten wieder voll.

Dirk Kunde: Dirk Kunde ist Journalist und Autor. Den roten Faden seiner Arbeit bildet die Frage: Wie verändert die Digitalisierung unser Leben? Dabei spielt Mobilität durch Smartphones, Tablets und Apps eine entscheidende Rolle.
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