Das iPhone vor das Lesegerät halten, den Beep abwarten. Fertig. Die Ware ist bezahlt. So schnell und einfach soll zukünftig eine Bezahlung per Kreditkarte ablaufen. Der Konzern aus Cupertino betritt mit Apple Pay endlich den Markt der mobilen Finanzdienstleistungen. Erwartet wurde dieser Schritt schon länger, erste Gerüchte gab es bereits 2010.

Start zunächst in den USA

Doch die Kunden in Deutschland müssen sich weiterhin gedulden und zur Plastikkarte greifen. Apple Pay startet zunächst nur in den USA und zwar ab Oktober 2014. Neben einer Kreditkarte benötigt man auch ein iPhone 6, iPhone 6 Plus oder eine Apple Watch. „Nutzt man Apple Pay, werden die Kassierer nicht länger Namen, Kreditkartennummern oder Sicherheitscodes sehen, was dabei helfen wird die Wahrscheinlichkeit des Missbrauchs zu verringern„, so Eddy Cue, Senior Vice President of Internet Software and Services bei Apple. „Apple sammelt keinerlei Kaufhistorie, so dass man nie weiß, was und wo eingekauft oder wie viel dafür bezahlt wurde. Und wenn das iPhone verloren geht oder gestohlen wird, können Zahlungen von diesem Gerät umgehend mit Hilfe von `Mein iPhone suchen´ ausgesetzt werden.

Bei Apple Pay werden keine Kreditkartendaten im Gerät oder auf Apple-Servern hinterlegt, auch wenn der Nutzer zum Start seine Kredit- oder Bankkarte fotografieren muss. Alternativ werden die hinterlegten Kreditkartendaten aus der Apple-ID übernommen. Die Kartennummer sowie die übrigen Daten werden in eine Geräte-Kontonummer umgewandelt und in einem separaten Chip, dem so genannten Secure Element, verschlüsselt gespeichert. Für jeden Zahlungsvorgang wird zusätzlich ein einmalig gültiger Sicherheitscode generiert und übertragen. Als weitere Legitimation dient laut news.toptarif.de der Fingerabdruck (Touch ID) des iPhone-Nutzers. Übertragen werden die Daten per NFC (Nearfield Communication) vom iPhone oder der Apple Watch an ein Lesegerät im Kassenbereich.

Apple Pay startet mit 220.000 Verkaufsstellen

Zum Start unterstützt Apple Pay Kredit- und Bankkarten der drei großen Kreditkartenoganisationen, American Express, Mastercard und Visa, die von den US-Banken, darunter Bank of America, Capital One Bank, Chase, Citi und Wells Fargo, ausgegeben werden. Somit sind ca. 83 Prozent des Kreditkarten-Einkaufvolumens der USA abgedeckt. „Apple Pay ist die Art von innovativem Denken, das die Welt des Online- und Offline-Handels näher zusammenbringt„, sagt Ken Chenault, CEO von American Express, „Wir freuen uns, mit Apple zu arbeiten, um Kartenmitgliedern und Händlern eine einfache und sichere Möglichkeit zu bieten, Einkäufe in den Geschäften und über Apps zu tätigen.“ Als Akzeptanzstellen sind die 258 Apple Stores, Handelsketten wie Bloomingdale’s, Disney Store sowie das Walt Disney World Resort, Duane Reade, Macy’s, McDonald’s, Sephora, Staples, Subway, Walgreens und Whole Foods Market mit von der Partie. Insgesamt sind rund 220.000 Händlerniederlassungen in den USA angeschlossen.

Integration in Apps

Der Kreis dürfte schnell größer werden, denn Apple öffnet den iOS-Entwicklern die Schnittstelle zu Apple Pay. So kann man direkt aus einer App heraus mit damit bezahlen. Es ist nicht mehr notwendig, Kontoformulare oder Versand- und Rechnungsinformationen einzutippen, die Kartendaten werden vertraulich behandelt und nicht mit dem Online-Händler geteilt. Apples Interesse an einer möglichst großen Verbreitung und Akzeptanz des Bezahlsystems ist verständlich, denn laut Medienberichten ist der Konzern mit 0,15 Prozent an jeder Transaktion beteiligt.

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