Seit dem iPhone 7 kann man nur noch per Bluetooth-Kopfhörer Musik hören – wenn man keine Lust auf Lightning-Adapter oder Lightning-Anschlüsse hat. Inzwischen habe ich mir einige Modelle angeschaut und konnte jetzt mal der Oberklasse lauschen: P7 wireless von Bowers & Wilkins.

Der Over-the-head oder auch Bügelkopfhörer macht nach dem Auspacken einen sehr guten Eindruck: Design, Material, Verarbeitung. Da haben die Briten wirklich ganze Arbeit geleistet. Aber auch das Innenleben beeindruckt: Dank aptX-Bluetooth erfolgt die Verbindung mit dem iPhone oder meinem Laptop extrem schnell. Auch der Wechsel zwischen einzelnen Wiedergabegeräten ist mit einem Druck auf den Ein-/Aus-Schalter erledigt.

P7 wireless behebt die klassischen Bluetooth-Schwächen

Das ist für mich seit jeher der größte Schwachpunkt beim Blauzahn-Funk: Die mühevolle Verbindung der Geräte und der zähe Wechsel zwischen Wiedergabegeräten. Oft werden Kopfhörer oder Lautsprecher nicht richtig vom iPhone erkannt und man muss neu „paaren“. Das Problem hatte ich beim P7 wireless nie. Der Kopfhörer wird sofort erkannt und mit vollständigem Namen (keine kryptische Abkürzung) angezeigt. Nach einer Weile im Gebrauch, genügt das Anschalten des Kopfhörers und es erscheint direkt das Kopfhörer-Symbol samt Akkuladeanzeige in der Statusleiste meines iPhones.

Das iPhone mal liegen lassen …

Einmal am unteren Schiebeknopf ziehen und der Kopfhörer ist eingeschaltet (LED leuchtet grün). Den Knopf gedrückt halten, LED blinkt blau und sucht nach einem neuen Bluetooth-Gegenstück. Jeder Befehl wird mit einer Tonfolge quittiert, so dass man den Kopfhörer auch bedienen kann, wenn er auf dem Kopf ist. An der rechten Ohrmuschel befindet sich Schalter für die Lautstärke, Pause als auch die Annahme von Telefonaten.

Wenn ich mich durch die Wohnung oder das Büro bewege, bleibt das iPhone schon mal auf dem Tisch liegen. Die Bluetooth-Reichweite beider Geräte überzeugt hier auch. Mit dem Kopfhörer auf den Ohren konnte ich mich frei bewegen, auch in einen anderen Raum gehen. Getrennt auch eine Glaswand und eine dünne Wand (ca. 12 Meter Luftlinie) brach der Spotify-Stream vom iPhone nicht ab. Erstaunlich, das Macbook Pro war nicht so leistungsstark. Hier war auf gleiche Entfernung Schluss mit dem Empfang.

Die beiden Ohrmuscheln schirmen Außengeräusche sehr gut ab, so dass man sich voll und ganz auf die Hifi-Qualität der Musik konzentrieren kann. Die 320 kbps von Spotify kamen bei mir stets in beeindruckendem Sound an – das waren vor allem Pop- und Soul-Stücke. Klassik-Liebhaber mögen da kritischer sein.

P7 Wireless von Bowers & Wilkins
Lautstärke-Schalter an der Ohrmuschel (l.) und Energiezufuhr per Micro-USB (r.)

Hände frei beim Telefonieren

Der P7 wireless macht nicht aber nur beim Medienkonsum einen guten Eindruck, man hat damit auch die Hände beim Telefonieren frei. Obwohl das Mikrofon seitlich an einer der Ohrmuscheln angebracht ist, hört der Gesprächspartner den Anrufer sehr gut.

Doch nach langen Telefonkonferenzen oder Spielfilmen, fängt der Kopfhörer an zu drücken. Da helfen auch die weichen Ohrpolster mit Memory-Schaumfüllung nicht mehr. Die Ohren schwitzen, fangen an zu jucken. Der Druck auf dem Kopf wird allmählich unangenehm. Wobei das nichts ist, was am P7 liegt, das geht mir mit allen Bügelkopfhörern nach langer Tragezeit so. Die Ohrmuscheln des Bügel-Kopfhörers lassen sich nach innen, in Richtung Bügel einklappen. So passe der P7 wireless in die mitgelieferte Transporttasche.

Kabel anschließen beim P7 wireless
Kleines Suchspiel: Wo geht das Audiokabel rein?

Komisch, im Quickstart-Heft steht gar nichts zum Audiokabel. Ich finde eine Anleitung, wie ich das USB-Kabel zum Laden des Akkus anschließe, aber nicht wo ich die 3,5 mm Klinke reinstecke. Mutig bohre ich das Kabel in ein Loch am unteren Rand der linken Hörmuschel. Das Kabel sitzt nicht richtig. Das ist es also nicht. Beim Rausziehen springt das magnetisch gehaltene Ohrpolster ab. Habe ich den P7 wireless jetzt kaputt gemacht? Nee, das soll so sein. Ich entdecke endlich den Anschluss und den Kabelkanal für das Audiokabel. Man merkt: Dieser Kopfhörer ist eindeutig für den Bluetooth-Einsatz konzipiert. Der Akku erreicht die vom Hersteller angegebene Laufzeit von 17 Stunden spielend.

Mit dem P7 wireless hört man tatsächlich in der Oberklasse. Klangqualität aber auch die Verarbeitung des versilberten Aluminiums und des schwarzen Leders unterstützen diesen Eindruck. Die Preisempfehlung liegt bei stolzen 399 Euro.

Der britische Hersteller Bower & Wilkins (B&W) wurde 1966 von John Bowers und Roy Wilkins gegründet. Das Unternehmen wurde für seine hochwertigen Lautsprecher bekannt (u.a. in den Londoner Abbey Road-Studios). Dazu zählt beispielsweise der Nautilus in Schneckenform. Bei den kabellosen Lautsprechern ist der Zeppelin unter iPhone-Fans sehr beliebt. Mit Audiosystemen für das Auto sowie Kopfhörern deckt B&W das komplette Spektrum der Medienwiedergabe ab.

Lieferumfang P7 wireless Kopfhörer
Neuen einer Ledertasche gehören Audio-Kabel und USB-Ladekabel zum Lieferumfang des P7 wireless
Bewertung des iPhone-Fans
Funktion
8
Leistung
9
Design
9
Preis
5
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Dirk Kunde ist Journalist und Autor. Den roten Faden seiner Arbeit bildet die Frage: Wie verändert die Digitalisierung unser Leben? Dabei spielt Mobilität durch Smartphones, Tablets und Apps eine entscheidende Rolle.

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