Siri ist toll, technisch ein riesiger Schritt – keine Frage, ich bin begeistert. Das ABER kommt später…

Ohne langes Einrichten und Üben versteht mich das iPhone 4S. Die Genauigkeit der Spracherkennung und die fast natürliche Sprachausgabe der Dame ist beeindruckend. Das geht anderen wohl auch so, denn im Web findet man etliche Screenshots von lustigen Antworten – wobei die englischsprachigen mir noch etwas humorvoller vorkommen.

Siri beweist Humor

Apple hat bei der Entwicklung zwei erstaunliche Dinge berücksichtigt: Variation und Humor. Eben zwei sehr menschliche Eigenschaften. Siri gibt auf identische Fragen unterschiedliche Antworten. Mal heißt es auf die Aufforderung „Heirate mich“, „Wir kennen uns doch kaum“, mal  „Lass und einfach Freunde sein, ok?“ und mal „Meine Endnutzer-Lizenz deckt das Thema nicht ab. Tut mir leid.“ Neben der Abwechslung sind das auch gute Beispiele für den Humor des persönlichen Assistenten. Wäre das nicht so, verlöre man sicherlich in wenigen Tagen (Stunden) die Lust, mit seinem iPhone zu reden.

Erste Ansätze davon spüre ich schon, denn was macht man mit dem Assistenten, wenn man alle lustigen, abstrusen und beleidigenden Fragen durch hat? Siri zu fragen, was Osmose ist, hat keinen Sinn. Die Anbindung an die Wissensdatenbank von Wolfram Alpha funktioniert nur auf Englisch.

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Englische Titel deutsch ausprechen

Da mein Siri auf Deutsch getrimmt ist, muss ich auch Interpreten und Lieder möglichst deutsch aussprechen. Die meisten in meiner Sammlung sind aber englisch und mir fällt eine deutsche Aussprache von Pet Shop Boys schwer. Die Musikwiedergabe war bislang ein enttäuschendes Kapitel.

Nach dem Weg kann ich auch nicht fragen, Google Maps ist nur in den USA eingebunden und bis eine Navi-App auf Sprache hört, dürfte noch einige Zeit vergehen. Auch die Empfehlungen von Yelp, dem amerikansichen Qype-Pendant, gibt es nur in den USA. Also frage ich auch nicht nach Restaurants. Aber alle fünf Minuten nach dem Wetter zu fragen, ist auch langweilig.

Nachrichten vorlesen lassen und mir selber Erinnerungen und Termine setzen, funktioniert großartig. Auch dass man sein iPhone einfach zum Ohr führen kann und Siri startet automatisch, ist toll – für mich jedenfalls. Im Geschäftsleben dürfte das problematisch werden. Trotz Code-Sperre kann man Nachrichten in fremdem Namen verschicken und die Belegung des Kalenders abfragen. Das werden die IT- und Sicherheitsabteilungen nicht zulassen.

Wer mit seinem Datenvolumen im Mobilfunknetz bislang gerade so hinkam, wird ein Problem bekommen. Ohne Internetverbindung ist Siri kopflos. Die Spracherkennung ist eine Kombinationsleistung des A5 Chips im iPhone und der Apple-Server.

7 KOMMENTARE

  1. Aber man sieht wiedermal, dass Apple Deutschland egal ist. Siri wurde mit den nötigsten Funktionen ausgestattet, damit wir das iPhone 4s auch kaufen und gut. Genauso wie die 4G Unterstützung des neuen iPad 3 in Deutschland.

  2. Guter Artikel! Ich habe gleich eine türkische Playlist und türkische Kontakte… bei den Kontakten fragt Siri ja nach, und lernt dann aus meinen Klicks. Bei Musik nur leider nicht…

  3. Dass sich englischsprachige Songtitel kaum von Siri starten lassen, finde ich auch schade. Ich kann mit auch kaum vorstellen, dass sich das noch ändern wird. Siri geht in der deutschen Version natürlich erst mal davon aus, dass man deutsch mit Ihr spricht.
    Ich hoffe aber, dass die Anbindung an Maps und Wolfram Alpha bei uns ebenfalls bald verfügbar ist. Schön wäre auch, wenn man Siri Apps starten lassen könnte.

    Oli

  4. Siri ist ja noch Beta und wird erweitert. Die Anbindung an mehr Dienste wird kommen. Man kann sich also immer wieder auf neue Fähigkeiten von Siri freuen.

    • @Alex Klar, dass Siri noch Beta ist, sollte man stets im Hinterkopf haben. Ich glaube auch, da wird noch viel Tolles kommen. Was ich auch hätte erwähnen sollen: Gleich mit Deutsch, einer derart komplexen Sprache zu starten, ist von Apple sehr mutig und verdient Respekt.

  5. Hi Dirk,

    schöner Artikel. Kann ich fast ausnahmslos unterschreiben. Eines sollte man vielleicht trotzdem mal überdenken, besondern unter Hinzunahme deines letzten Satzes: alles geht über die Apple Server ! Damit sammelt Apple nicht nur simple Gerätedaten, sondern vielmehr Informationen über dein persönliches Verhalten, deine Art, deine Zusammenhänge etc. Aus meiner Sicht ist das Google nur mit Sprache.

    Ich mache mir darüber nur bedingt einen Kopf. Denn wenn ich weiß, was man alles über mich wissen kann, muss nur entsprechend mit den Informationen umgehen bzw. bestimmte einfach weglassen / nicht nutzen. Und vor allem lieber so als bei so nem Drecksack wie Zuckerberg, der angibt zu löschen und es schlussendlich doch nicht tut.

    Nur mal so als Gedankenanstoß für (d)einen neuen Artikel…

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