Spiele haben gewonnen. Rund 74 Prozent des App-Store Umsatzes bei Apple entfällt auf die Spiele-Kategorie, bei Google Play sind es sogar 90 Prozent. Die Zahlen sind zwar von Februar 2014, doch dürfte sich dieser vorherrschende Trend weiter gefestigt haben. Seitdem hat Google im Play-Store das Angebot an Spielen verdreifacht und weitere Unterkategorien von Rollen- über Renn- bis zu Kasino-Spielen erweitert. Bei Apple gibt es schon länger 18 Unterkategorien bei den Spielen, um noch ansatzweise den Überblick zu behalten.

Spiele liegen vorn

Die Zahlen hat Distimo, ein niederländisches Marktforschungsunternehmen, das inzwischen zum US-Anbieter AppAnnie gehört, ermittelt. Danach stammen rund 40 Prozent aller installierten Apps in einem Monat aus der Spiele-Rubrik. Das gilt für iOS und Android. Die Nutzer des Amazon App-Stores sind noch verspielter, hier liegt der Anteil sogar bei 61,3 Prozent.

Spiele Apps liegen ganz vorn

Wie sich die Beliebtheit bzw. der wirtschaftliche Erfolg auf die Unterkategorien der Spiele aufteilt, wurde leider nicht untersucht. Marktweite Aussagen sind hier schwierig, da vor allem Glücksspiele wie man sie aus dem Kasino kennt, auch außerhalb der App-Stores den Weg auf die Bildschirme bahnen. Anbieter wie beispielsweise GamingClub.com/ch bieten Poker, Black Jack und Roulette auch als Browser-Game oder Web-App an.

Kein Einfacher Erfolg

Die Downloadzahlen der Spielestudios hören sich fantastisch an, doch den Erfolg als Entwickler zu kopieren, ist alles andere als trivial. App-Entwickler Keith Shepherd brauchte beispielsweise achte Spiele, bis mit dem Neunten der ersehnte Durchbruch kam. 2011 landete er mit Temple Run einen Riesenhit. „Als ich in der U-Bahn saß und vor mir zwei Mädchen es spielten, wurde mir klar, wir haben es geschafft„, sagt Shepherd. Mit seinem Team der Imangi Studios konnte er 2013 mit Temple Run 2 an den Erfolg des ersten Teils anknüpfen. Rund eine Milliarde Downloads in allen App-Stores verzeichnen die beiden Teile des Flucht-Abenteuers in einer Tempelanlage.

Anfänglich kostete das Spiel 0,89 Euro, inzwischen ist es kostenlos. Die Macher verdienen ihr Geld mit Münzen, Diamanten und anderem Zubehör. Auch die Läufer-Figur kann man ändern, beispielsweise in Usain Bolt (für 0,89 Euro). Der jamaikanische Spitzensportler outete sich als Temple Run-Fan und war angetan von der Idee, als Spielfigur in der App verewigt zu werden. Nun kann der Spieler als Sprint-Star vor dem affenartigen Monster fliehen.

Beim Geld verdienen hat sich für die Entwickler dieses so genannte Freemium-Modell auf breiter Front durchgesetzt. Die App erhält der Spieler erst Mal kostenlos, muss dann für digitale Güter, Spielgeld oder zusätzliche Level per In-App-Kauf bezahlen. Bei 85 Prozent der iPhone-Apps und rund 79 Prozent der iPad-Spiele ist dies der Fall. Laut Shepherds Erfahrung nutzen rund drei Prozent der aktiven Spieler die Möglichkeit der In-App-Käufe. Somit sind hohe Download-Zahlen bei  Spielen die Grundvoraussetzung, um mit dem digitalen Zubehör ansatzweise Geld zu verdienen.

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