Und stellen Sie bitte alle Sendefunktionen auf Flugmodus.” Diesen Satz hasst jeder iPhone-Fan. Bedeutet er doch, die nächsten Minuten oder Stunden im Flieger offline zu sein. Das ist für viele Menschen schwer zu ertragen. Lufthansa, Eurowings und Austrian Airlines ändern das ab sofort – auch wenn der Flugmodus während des Fluges weiterhin aktiv bleiben muss. Mit dem Flynet-Angebot kann man jedoch die WLAN-Verbindung aktivieren und eine Verbindung zum Bord-Router herstellen. Der ist per Satellitenantenne auf dem Flugzeugdach mit einem der drei Inmarsat-Satelliten in 37.800 Kilometer Höhe verbunden.

Lufthansa-CEO Carsten Spohr gab beim Digital Aviation Forum in Frankfurt den Startschuss für Flynet bei Deutschland- und Europa-Flügen. Während die Internetverbindung bei Langstreckenflügen bereits seit längerem Realität ist, kann man nun auch auf Kurz- und Mittelstreckenflügen eine Internetverbindung mit seinem Gerät an Bord aufbauen. Im ersten Quartal 2017 rüstet die Lufthansa rund 20 Maschinen mit Satellitenantenne, Verkabelung und Routern aus. Rund vier Tage muss dazu ein Flieger aus dem Verkehr genommen werden. Bis Mitte 2018 sollen alle Airbus A320 der Lufthansa, die innerhalb Europas verkehren, ausgerüstet sein. Die 69 Flugzeuge von Eurowings sollen bis Sommer 2017 und die 31 Maschinen der Austrian Airlines bis Ende April 2017 “online” sein.

Drei Preispakete für Flynet

Als Einführungsangebot können Mobilfunk-Vertragskunden der Telekom vom 1. Februar bis 30. Juni 2017 die Flynet-Angebot an Bord der Flugzeuge kostenlos nutzen. „Mit dem Angebot bringen die Telekom, Lufthansa und Inmarsat das Internet im Flugzeug gemeinschaftlich auch nach Europa. Surfen über den Wolken wird auf europäischen Kurz- und Mittelstrecken schon bald selbstverständlich sein“, sagt David Fox, Vice President Inflight Services & Connectivity der Telekom.

Über die WLAN-Verbindung des iPhones, iPads oder Laptops stellt man an Bord (sobald der Flieger seine Reiseflughöhe erreicht hat) eine Verbindung zum Flynet-Portal her. Die Nutzung dieses Portals ist kostenlos. Wer eine Internetverbindung nutzen möchte, hat die Wahl zwischen drei Tarifen: FlyNet Message für 3 Euro, FlyNet Surf für 7 Euro oder FlyNet Stream für 12 Euro je Flug. “Message” umfasst das Versenden von Mails als auch iMesseges (Nachrichten) und WhatsApp. “Surf” ermöglicht das Aufrufen von Webseiten im Browser oder die Datennutzung via Apps. “Stream” gibt Serien-Junkies bei Netflix, Amazon Video, Maxdome und anderen den Stoff, den sie benötigen. Bezahlt wird das gewählte Paket per Kreditkarte oder PayPal.

Flugdaten auf der Apple Watch

Aktuelle Geschwindigkeit auf der Apple Watch ablesen (c) Lufthansa
Aktuelle Geschwindigkeit auf der Apple Watch ablesen (c) Lufthansa

Flugstatus in der Lufthansa AppWer eine Apple-Watch besitzt, kann die aktuellen Flugdaten am Handgelenk ablesen. Das ist praktisch, wenn auf dem Monitor ein Film läuft, man aber dennoch wissen möchte, wie hoch man fliegt, wie kalt es draußen ist oder wann man landet. Diese Daten werden alle fünf Sekunden automatisch aktualisiert. Wer keine Smartwatch hat, kann diese Daten auch in der Lufthansa-App auf dem iPhone unter der Rubrik “Infos an Bord” abrufen.

Wie gut das funktioniert, zeigte die Lufthansa während eines Rundfluges über Frankfurt. Martin Leutke, Pressesprecher der Lufthansa interviewte den Flugkapitän im Cockpit eines A319 sowie Vertreter von Inmarsat und Lufthansa Technik. Der Experte für Artificial Intelligence, Chris Boos, hielt vor der Kamera einen Vortrag. Alles wurde via Flynet an die mobilen Geräte der Passagiere gestreamt. Selbst eine kleine “Schaltkonferenz” zum Lufthansa-Marketingleiter Alexander Schlaubitz am Boden klappte einwandfrei. Die Videoqualität war hervorragend, denn Flynet bietet einen Breitband-Zugang zum Internet. Lediglich bei der Kommunikation mit dem Boden sah man im Video die Verzögerung, aber kein Wunder, müssen die Daten doch erst tausende Kilometer zum Satelliten hoch, um dann wieder tausende Kilometer tiefer auf das Flugzeugdach zu treffen.

Streaming-Video während Lufthansa-Fluges
Martin Leutke, Lufthansa-Pressesprecher, interviewt während des Fluges Frederik van Essen, Vice President Aviation Strategy and Communications von Inmarsat, zur Internetverbindung an Bord.

Die Inflight-Videotechnik mit Streams an Bord nutzt die Lufthansa bei ihren FlyingLabs. Diese “Labore” bieten Fluggästen neben interessanten Rednern auch die Möglichkeit, innovative technische Geräte auszuprobieren. Die Themen der FlyingLab sind thematisch an das Flugziel bzw. einen Event am Zielort gekoppelt. So wird es am 8. Februar 2017 einen Fashion-Flight zur Fashion Week nach New York geben. Neben zwei Modenschauen in 10.000 Metern Höhe, sprechen Experten über Tech-Trends in der Mode und die Fluggäste können am Platz – egal in welcher Buchungsklasse – Wearables ausprobieren. Im März 2017 folgt ein Flug in Kooperation mit dem German Haus zur weltweit größten Digitalkonferenz SXSW in Austin, Texas.

Verbindung zum Satelliten

Satellitenantenne auf einem A319 der Eurowings
Satellitenantenne auf einem Airbus 319 der Eurowings

Die Lufthansa gehörte 2003 zu den weltweit ersten Fluggesellschaften, die auf Langstreckenflügen eine Internetverbindung anbot. Der Dienst musste 2006 eingestellt werden, da die Satelliten-Anbindung “Connexion by Boeing” nicht fortgeführt wurde. Seit 2010 bietet die Lufthansa mit Flynet auf seinen aktuell 107 Langstrecken-Maschinen einen kostenpflichtigen Online-Zugang an. Der Wunsch während einer Flugreise dauerhaft “online” zu sein, ist mit der Verbreitung von Smartphones bei den Passagieren nochmals deutlich größer geworden.
Internetverbindung während des Fluges Statistik

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