Schon die Verpackung macht Spaß. Kommen die Anbieter von technischen Geräten normalerweise mit Riesenkartons voller Luft daher, setzt Apple auf einen kleinen Karton, der kaum größer als das iPhone ist (7,5  x 13 x 4 cm). Deckel hoch und da liegt es, von einer Folie vorn und hinten geschützt.

Unter der Schale mit dem iPhone liegt der Umschlag mit der “Stimmgabel” zum Einlegen der SIM-Karte sowie einer Schnellanleitung. Einsteigern sei jedoch das PDF-Handbuch empfohlen. Zu unterst liegen fein säuberlich aufgerollt das Kopfhörerkabel mit Mikro, das USB-Kabel sowie ein Netzstecker. Letzterer ist ein flacher Euro-Stecker, bei dem man sich fragt, wo und wie in einem so kleinen Ding die Spannungsumwandlung stattfindet.

In der Hand

Das iPhone 4 wirkt in der Hand schwerer als das iPhone 3G S, doch das ist eine Täuschung, die zwei Gramm wird niemand spüren (137 vs. 135 Gramm). Vielleicht liegt der Eindruck an der kompakteren Bauweise. Die flache Glasrückseite gefällt mir ausgesprochen gut. Endlich wackelt das Ding nicht mehr, wenn man es auf dem Tisch liegen hat und tippt.

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Dank der Glasrückseite ist jetzt nicht mehr nur die Vorderseite innerhalb von Sekunden mit Fingerabdrücken verschmiert. Das Glas nimmt diese dankbar auf. Egal, es sieht dennoch toll aus – und zerbrechlich. Ein Bumper (Hülle für den Rahmen) ist sicherlich Pflicht, die hilft auch bei Empfangsproblemen im Mobilfunknetz.

Emfangsprobleme

Der äußere Metallrahmen ist gleichzeitig Antenne. Er ist zweigeteilt, die linke Seite hilft beim GPS-, Bluetooth- und Wi-Fi- (WLAN) Empfang. Die rechte Seite, oben und unten empfangen die Daten aus dem GSM- (Sprache) und UMTS-Netz (Daten). Hält man das iPhone in der linken Hand, stellt man eine leitende Verbindung zwischen beiden Antennenteilen her und schirmt dem Empfang ab. Amerikanische Blogger berichten von Gesprächsabbrüchen.

Ich kann das nicht bestätigen. Bei mir, als auch dem Gerät meiner Frau, ist der Empfang höchsten Mal von fünf auf vier Balken gesunken. Abgebrochen ist bislang kein Telefonat.

Einrichtung iPhone 4

Da ich Mobile Me nutze, sind innerhalb von Sekunden alle meine Termine, Kontakte, Lesezeichen und Mails auf dem iPhone. Der Rest (Apps, Musik, Videos und weitere Mailkonten) sind mit wenigen Klicks via iTunes übertragen. Ein Gadget einzurichten, war nie einfacher oder ging schneller.

Fotos

Die Fünf-Megapixel-Kamera macht beeindruckende Bilder mit einer Auflösung von 2.592 x 1.936 Bildpunkten. Man kann manuell die Schärfe festlegen und Zoomen, allerdings nur digital, was einem Bildausschnitt entspricht. Der LED-Blitz hellt dunkle Umgebungen auf. Den kann man “automatisch” oder ständig hinzuschalten. Ein Fingertipp und man sieht das Bild der Frontkamera – damit lassen sich Selbstbildnisse ablichten. Die Videokamera muss ich mir noch mal in Ruhe anschauen.

Retina Display

Das Display wirkt schärfer und klarer, bei 960 x 640 Pixeln bei 326 Bildpunkten pro Inch kein Wunder. Schrift hat deutlichere Konturen und ist leichter lesbar. Leider kommt der Unterschied auf dem Foto nicht ganz so gut rüber.

Face Time

Die Videotelefonie-Funktion ist einfach nur genial. Kein Einrichten, kein Anmelden. Einfach beim passenden Gegenstück und WLAN-Empfang auf das Face Time-Symbol klicken und man sieht seinen Gesprächspartner. Oben rechts hat man zur Kontrolle sein eigenes Bild. Bei Tageslicht ist das Bild erstaunlich gut, auch die Freisprechfunktion macht einen guten Eindruck. Ein Fingertipp auf das Kamera-Wechseln-Symbol und man sieht das Bild der Rückseitenkamera. Ich freue mich schon auf die ersten Desktop-Programme, die Face Time integrieren werden. Skype dürfte meinetwegen mit dabei sein.

Batterie

Der erste Eindruck: Sie hält wirklich länger, in Stunden kann ich es noch nicht ausdrücken. Aber ich bin schon begeistert, dass nicht mehr wenige Minuten nach der 20 %-Warnung Schluss ist.

Nachrichten

Man kann sich die Anzahl der Zeichen in SMS anzeigen lassen. Praktisch, denn früher wusste man nie genau, ob man eine oder zwei Kurznachrichten verschickt. Dazu muss man in den Einstellungen/Nachrichten die Zeichenanzahl aktiveren.

9 Kommentare

  1. @Fanboi: Früher stand T-Mobile da, jetz Telekom. So weit, so gut. Aber beim 4er jetz Telekom.de anzuzeigen ist schon übertrieben. Warum nicht gleich “http://www.telekom.de/” in die Statusbar, damit auch jeder checkt wie man auf die Telekom-Website kommt… 😀

    • Ich kann die Telekom schon verstehen. Ist es doch ihre letzte verbliebene Branding-Möglichkeit. Früher konnten sie groß auf Hülle und im Menü ihr Logo platzieren. Ihnen wird allmählich bewusst, dass sie nur der Steigbügelhalter für Apple sind. Apple braucht für das iPhone zwar immer noch ein Netz, aber eigentlich ist es egal, wer das stellt, wichtig ist das Endgerät.

  2. @Dirk:
    Dank eines netten Telekom-Mitarbeiters, der mir eines der ersten Geräte reservierte, konnte ich auch bereits am letzten WE ein iPhone 4 mein eigen nennen:-)

    Ich kann Deine Beurteilungen teilen, allerdings scheint mir das Antennenproblem bei bestimmten Konstellationen doch einschneidender zu sein, als von Dir geschildert:

    Wenn man das Handy Links hält, der Handballen auf beide Antennen drückt, die Hand feucht ist und länger als etwa 10sec gegengedruckt wird, dann geht mein Signal von voll auf ein Strich zurück.

    Fairerweise muss man aber sagen, dass man auch sehr gut telefonieren kann, in dem man statt Handballen auf einer Seite nur mit dem Daumen das Gerät hält. Dann passiert nix…

  3. Zitat von fh4ever:
    “Da steht doch jetz nich echt Telekom.de in der statusbar? Man kanns auch echt übertreiben. Bald muss die Uhr halt mal für den netzbetreiber weichen xD”

    Ähm, der Telekom Schriftzug stand da schon immer!?! Früher hieß es nur T-Mobile oder sonst irgendein Anbieter. Warum so verwundert???

  4. @Bernie: fühlst dich jetz? xD

    @Dirk: Glückwunsch, bin neidisch 🙂 kannste die bilder ma auf die originalgröße verlinken? wär nett. die preise für die bumper find ich echt ne frechheit, das bisschen silikon kostet apple bestimmt nich mal n euro pro stück. lass noch 3-4€ für verpackung und vertrieb hinzukommen. Aber zum Glück gibts bestimmt schon fleißige nachahmer auf eBay 😀 An die Spannungsumwandlung hab ich gar nich gedacht, sehr gute Überlegung, is ja n ding xD Ach und nochwas. Da steht doch jetz nich echt Telekom.de in der statusbar? Man kanns auch echt übertreiben. Bald muss die Uhr halt mal für den netzbetreiber weichen xD

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