“Ein E-Auto ist auch nur ein iPhone / iPad auf Räder.”, das hörte man in den Anfangstagen von Tesla häufiger. Der große Touchscreen im Armaturenbrett erinnerte tatsächlich an ein iPad. Inzwischen ist Elektromobilität in Alltag angekommen. In Deutschland sind rund 660.000 E-Autos zugelassen. Um den CO2-Ausstoß im Verkehrssektor zu senken, hat die EU-Kommission die Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) erlassen. Eine der Vorschriften: Mineralölkonzerne müssen jedes Jahr die Menge an Kraftstoff, der CO2 bei der Verbrennung erzeugt, reduzieren. Die jeweilige Menge beschreibt die Treibhausgasminderungsquote (THG Quote).

Aktuell liegt diese Quote bei sechs Prozent und steigt bis 2030 auf 25 Prozent. Somit dürfen Tankstellen immer weniger klassisches Benzin und Diesel verkaufen. Die Mineralölkonzerne erfüllen die Quote bislang über den Verkauf von Biodiesel und Benzin mit Bioethanol (E5, E10). Ganz besonders lohnend ist allerdings der Verkauf von Ladestrom für E-Autos. Diese Energieform wird bei der THG-Quote sogar mit dem Faktor drei angerechnet.

Schneller weg von fossilen Kraftstoffen

Ab 2022 können Mineralölkonzerne die CO2-Einsparung von E-Auto-Haltern abkaufen und ihrer Quote anrechnen lassen. Die Idee: Je teurer die THG-Quote, desto eher investieren Tankstellenbetreiber in Ladestrom und wir kommen im Verkehrssektor weg von fossilen Kraftstoffen. Da die Fahrer von E-Autos kein CO2 beim Fahren erzeugen, dürfen sie ihre Einsparung ab 2022 an die Mineralölkonzerne verkaufen. Um es einfacher zu machen, wird pauschal angenommen, jeder E-Auto-Fahrer verbraucht etwas über 2.000 kWh pro Jahr. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Elektroauto mit Ökostrom geladen wird oder nicht.

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Nun wäre es kompliziert, wenn jeder der 660.000 Halter eines E-Fahrzeugs mit einem Mineralölkonzern verhandeln müsste. Darum haben sich Vermittler positioniert. Sie bündeln die THG-Quoten von E-Auto-Besitzern und verkaufen diese Pakete an Mineralölkonzerne. Die Vermittler übernehmen auch die Ausschüttung der Prämie. Zur Online-Anmeldung genügen die persönlichen Kontaktdaten sowie Fotos vom Fahrzeugschein (Vorder- und Rückseite).

THG Quote: Prämien nach Auszahlungsbetrag für 2022

AnbieterPrämie
für 2022
ZielgruppeAnmerkung
E-Bonus375 €Privat,
Gewerblich
90 % der THG-Quote
eAuto Cash360 €Privat,
Gewerblich 
Mindestsumme, letztendlich
90% der THG-Quote
Elektrovorteil350 €Privat85% der THG-Quote
plus 15 € Freunde-Bonus
emobility.energy350 €Privat, GewerblichGarantiert, 255 € steuerfrei oder
200 € sofort
THG Börse350 €Privat85% der THG-Quote
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Emobia340 €Privat 80% der THG Quote
255 € steuerfrei
E-Quota340 €Gewerblich80% der THG Quote, Individualpreis
ab 10 Fahrzeugen
MyGreenCashback330 €Privat,
Gewerblich
Garantiert, optional Spende
oberhalb des Steuerfreibetrags
The Mobility House320 €PrivatGarantiert, plus 50 € Rabatt
bei Kauf einer Wallbox
Emovy330 €GewerblichGarantiert
Carbonify311 €Privat,
Gewerblich
82,5% der THG-Quote
Lowago310 €Privat Garantiert
M3E310 €Privat,
Gewerblich
Garantiert
E.ON300 €PrivatGarantiert
Fairnergy300 €PrivatGarantiert
Juicify300 €PrivatGarantiert, Spendenoption
N-Ergie300 €PrivatNur für N-Ergie-Stromkunden
Quotlix300 €Privat,
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Smartificate300 €Privat Garantiert,
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77,5 % der THG-Quote beim Flex-Betrag
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mit Code: JOBVAO
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Polarstern250 €PrivatGarantiert

Steuerfreigrenze beachten

Wer eine Prämie für seine THG-Quote einstreicht, muss das Geld versteuern. Laut § 22 (3) EStG zählen Einnahmen wie die THG-Prämie zu den sonstigen Einkünften. Diese dürfen pro Kalenderjahr maximal 255 Euro betragen. Ab 256 Euro wird Einkommensteuer berechnet. Einige Anbieter setzen auf “steueroptimierte Beträge” oder leiten den Überschuss als Spende weiter.  

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