Apple CEO Tim Cook stellte sich gestern Abend auf der D 10-Konferenz im kalifornischen Rancho Palos Verdes den Fragen von Walt Mossberg und Kara Swisher von All Things D (gehört zum Wall Street Journal). Es ging um Facebook, Apple TV, Siri und vieles mehr …

Tim Cook gewährt (kleine) Einblicke

An einigen Stellen verwies der Firmenchef auf die Entwicklerkonferenz WWDC, die am 11. Juni 2012 beginnt und mit Produktankündigungen starten dürfte. In Sachen (Produkt-) Geheimhaltung wolle er seinem Mentor Steve Jobs in nichts nachstehen – im Gegenteil – hier wolle er seine Anstrengungen noch verdoppeln. In anderen Bereichen – beim Umweltschutz und den Zulieferern – solle das Unternehmen transparenter werden.

Apple sei auch ohne Über-Vater Steve Jobs ein gesundes Unternehmen, „die Säfte fließen„. Mit seiner ruhigen Art und seinem Südstaaten-Akzent machte der Firmenchef einen guten Eindruck auf das Publikum. Bislang gab es nur wenige öffentliche Auftritte, bei denen Cook so ausführlich zu Wort kam. Cook ist noch immer beeindruckt vom Erfolg des iPhones (über 70 Millionen verkaufte Geräte) sowie dem iPad, das bei Privat- und Geschäftsleuten sowie im Bildungsbereich eine nicht geahnte Begeisterung ausgelöst hat. „Wir sind hier im ersten Inning„, verglich es Cook mit einem Baseball-Spiel.

Über Steve Jobs

Der Tag an dem Jobs starb, nennt Cook den traurigsten Tag seines Lebens. Sein Boss war ein „Flip-Flopper“, der sehr schnell seine Meinung wechseln konnte. „Am nächsten Tag wollte er nicht mal wahrhaben, dass er gestern noch das Gegenteil behauptet hat„, so Cook.

Über den Patentkrieg

Er verteidigt die Durchsetzung der Apple-Schutzrechte vor Gericht, sagt aber auch: „It´s a pain in the ass.“ Der Patentkrieg werde Apple nicht davon abhalten, Innovationen voranzutreiben. Wobei Cooks hier eine einfache Weltsicht offenbart: Apple erfindet die tollen, neuen, coolen Technologien, die andere dann für sich unrechtmäßig nutzen. Apple wird nur für die Nutzung von Standard-Patenten (Standard Essential Patents) verklagt. Dieses System sei kaputt und funktioniere so nicht mehr, meint Cook. Leider durfte er nicht über Ergrbnisse der Mediations-Gespräche mit Samsung berichten.

Die führenden Manager der Technologie-Branche sprechen auf der D 10 in Kalifornien

Über Zulieferer

Cook wünsche sich zwar, dass es eines Tages wieder eine Endmontage von Apple-Produkten in den USA gebe, doch hat er   Zweifel. Es läge vor allem am Fachkräfte-Mangel, wie beispielsweise Werkzeugmachern. Bestimmte Bauteile wie beispielsweise das Glas für das iPhone werden in Kenntucky gefertigt. Doch die Montage aller Einzelteile findet bei Firmen wie Foxconn in Asien statt. Hier will Cook verstärkt auf die Arbeitsbedingungen einwirken. So überwache Apple derzeit die Arbeitszeiten von rund 700.000 Arbeitern. Bei 95 Prozent wurde im April 2012 das Maximum von 60 Arbeitsstunden pro Woche eingehalten. Apple stelle gerade sein Berichtswesen über die Verhältnisse bei den Zulieferbetrieben von jährlich auf monatlich um. „Wir betreiben hier Mirco-Management„, so Cook.

Über Facebook

Es überrascht, dass Twitter tief ins iOS integriert ist, aber Facebook nicht. Frühere Gerüchte besagen, dass ein Deal geplant war, doch als Facebook Apples Social Network Ping nicht in gewünschter Weise unterstützte, wurden die Stecker wieder gezogen. Cook wurde hier nicht konkret, nur so viel: „We can do more with them. Stay tuned.“

Über Apple TV

Natürlich ging es auch um die Pläne eines Apple-Fernsehers, die Cook allerdings nicht ausdrücklich bestätigte. Ein derartiges Vorhaben hatte Steve Jobs an gleicher Stelle bei der D8 (2008) noch komplett von sich gewiesen. Cook nennt die Apple TV Box nicht mehr ein „Hobby„, wie es Jobs getan hatte. Im vergangenen Geschäftsjahr verkaufte Apple 2,8 Millionen der kleinen schwarzen Kisten für´s Film-Streaming. Allein im den ersten sechs Monaten des aktuellen Geschäftsjahres wurden 2,7 Millionen Stück verkauft. Somit sieht Cook den Bedarf für ein verändertes „TV-Erlebnis“ beim Konsumenten.

Über Siri

Cook vertröstet Mossberg, der mit Siris Umsetzungen noch nicht zufrieden ist: „Das wird deutlich besser werden. Wir haben einige coole Ideen, was man mit Siri machen kann.“ Am Rande verriet er, dass S in iPhone 4S stehe für Siri.


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