Dies ist der schwierigste Zubehör-Test in der Geschichte von iPhone-Fan.de. Seit Monaten steht bei mir eine Wetterstation von Netatmo mit einem Innen- und einem Außen-Sensor sowie einem Regenmesser. Aber so richtig laufen tut das Ganze erst seit wenigen Tagen und fragt nicht, wie oft ich im Alltag tatsächlich auf die Messwerte schaue …

Dabei sehen die beiden silbernen Röhren ganz schick aus. Die machen sich gut auf Schreibtisch und Balkon. Wobei ich schon gezögert habe, das hübsche, kleine Metallröhrchen in das miese norddeutsche Wetter zu entlassen. Nun steht es geschützt in der Ecke. Auch der Regensensor war schon mal draußen, aber nur kurz. Das Ding ist leicht (210g), so dass ich Angst hatte, der Wind könne es herunterwehen. Außerdem bekommt man nach dem Einlegen der Batterien das Ding nur mühsam wieder geschlossen.

Insgesamt vergingen etliche Monate und viele Mails an die PR-Agentur von Netatmo, bis alles reibungslos lief. Meine Testgeräte wurden zwischenzeitlich sogar ausgetauscht. Eigentlich schreibe ich hier keine Verrisse, aber guten Gewissens empfehlen kann ich das Produkt auch nicht. Nicht, wenn man mehrfach in der App Wind-, Gewitter- und Nebel-Alarme erhalten hat, wobei in der Stadt lediglich ein zartes Lüftchen weht und die Sonne lacht.

Die Einrichtung – Einbindung in WeatherPro

Die Messdaten der Sensoren gehen an einen Netatmo-Server, so dass man ortsunabhängig via Netatmo-App die Werte abrufen kann. Dazu richtet man als erstes ein Benutzerkonto ein. Die Konfiguration des Systems startet mit der großen Röhre, dem Sensor für Drinnen. Der muss dauerhaft per USB-Kabel an Strom angeschlossen sein. Ein Druck oben auf die Röhre, bis der seitliche Lichtstreifen von Grün auf Blau wechselt, startet die Einrichtung. Auf diese Weise wird eine Verbindung zwischen Sensoren und Nutzerkonto in der App hergestellt. Außerdem muss man die WLAN-Verbindung für die Wetterstation freigeben. Das ging bei mir ein paar Mal schief. Auch konnte ich den Außen-Sensor nicht mit der App verbinden. Die kleine Röhre für Draußen läuft mit zwei Batterien (AAA) und das Ding sollte in Reichweite des heimischen WLANs stehen.

Die erste Frage, die mir beim Einrichtung in den Sinn kam: Warum sollte ich Innen das Wetter erfassen? Klar, Innentemperatur und Luftfeuchtigkeit sind interessante Werte, aber mehr gibt es da noch nicht zu wissen, oder? Falsch, der Innen-Sensor misst auch die Luftbelastung durch Kohlendioxid (CO2) – es wird Zeit, mal wieder zu lüften – und den Lärm (in dB) – bei dem Krach kann sich doch keiner konzentrieren (Ist irgendwie auch eine Alarmanlage, falls Einbrecher Lärm machen …).

Als dann alles lief, konnte ich die Messwerte der drei Sensoren in der Netatmo-App abrufen. Da ich großer Fan der App WeatherPro bin, war ich ganz entzückt, die Daten einfach als weiteren Favoriten in der Wetter-App hinzufügen zu können.

Wie stark hat es geregnet?

Wer einen Garten pflegt, muss den – vor allem im Sommer – wässern. Wann das notwendig ist, verrät der Regenmesser. So kontrolliert man in Abwesenheit, ob Rasen und Blumen gerade leiden. Wer in Sachen Smart Home weit vorn ist, wechselt die App und aktiviert die Bewässerungsanlage aus der Ferne.

Der breite Trichter des Regenmessers fängt Regenwasser auf und leitet es in eine kleine Wippe. Anhand der Wippbewegungen, errechnet die App die Wassermenge. Das Regenwasser läuft dabei unten aus dem Gerät heraus. Somit sollte es nicht auf einer glatten Fläche stehen. Es gibt auf der Unterseite ein Gewinde, so dass der Regenmesser auf einem Stab, mitten auf dem Rasen – unter Bäumen verfälscht das Ergebnis – stehen kann. Damit das richtig funktioniert, muss der Regenmesser Funkverbindung zur Basisstation (Innen-Sensor) haben und ausreichend Energie aus den zwei Batterien (AAA).

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Wetter, Wetter, Wetter

Die ganze Wetter-Messserei ist keine günstige Angelegenheit. Bei Amazon gibt es die Netatmo Wetterstation mit zwei Sensoren für rund 150 Euro und den Netatmo Regenmesser für 67 Euro. Demnächst kommt noch ein Windmesser hinzu. Als weiteres Element, gibt es Netatmo Welcome. Die HD-Kamera erkennt Gesichter und schickt dem Besitzer eine Nachricht, ob Oma, der Sohn oder ein Einbrecher gerade die Wohnung betritt. Die Röhre kostet 200 Euro. Für die Heizungssteuerung bietet das Unternehmen noch einen smarten Thermostaten an (179 Euro).

Das französische Unternehmen Netatmo entwickelt seit 2011 seine Wetter- und Smart-Home-Produkte. Dazu zählt auch June (95 Euro), ein „Schmuckarmband“, dass man am Körper trägt und das den UV-Index misst. So warnt es seine Trägerin vor zu intensiver Sonneneinstrahlung bzw. erinnert an geeigneten Sonnenschutz.

‎Netatmo Weather
‎Netatmo Weather

3 KOMMENTARE

  1. Ich betreibe die Station auch schon seit 2 Jahren. Im Außenthermometer sind sogar noch die ersten Batterien drin. Bisher lief alles zuverlässig und ich nutze die Wetterstation auch sehr aktiv um verschiedene Werte zu kontrollieren.
    Seit letztem Jahr habe ich auch den Regenmesser, der in dem Artikel sehr stiefmütterlich wegkommt. Er muß Verbindung zur Basisstation und nicht zum WLAN-Router haben. Das Gewinde im Boden ist ein Standard-Stativgewinde, hier habe ich einfach eine Stativ-Schraube per 2K-Kleber auf eine Gehwegplatte geklebt und dort dann den Regenmesser aufgeschraubt. So kann er sicher nicht wegfliegen und es bleibt Platz unter dem Regenmesser, daß das Wasser auch wieder ablaufen kann. Natürlich muß man auch anmerken, das der Regenmesser sicher keinen wissenschaftlichen Anforderungen genügt. Aber für den groben Überblick finde ich ihn sehr gut.

  2. Ich habe das Thermometer schon eine ganze Weile hier zu laufen, kurz nachdem es heraus gekommen ist. Einrichtung ging ohne Probleme, das Außenthermometer hängt an der Balkonbrüstung, das Innenteil auf dem Fensterbrett. Innnen mit dem Netzteil angeschlossen, außen mit Batterien, die sehr lange halten. Auf dem iPhone bzw. iPad nutze ich selten die App, eher WeatherPro, auf dem MacBook die App Temps.
    Klar, der Preis ist nicht ohne, aber es funzt zuverlässig.

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