Steve Jobs – das erste Mal mit Gürtel in der Jeans – eröffnete heute in San Francisco die WWDC 2010 (Worldwide Developers Conference) mit der Vorstellung des neuen iPhones. Die vierte Generation heißt schlicht und einfach: iPhone 4.

In den USA wird es 199 Dollar (16 GB) und 299 Dollar (32 GB) kosten und weiterhin an einen AT&T-Vertrag gebunden sein. Der Verkauf startet am 24. Juni 2010 – auch in Deutschland. Die restlichen Länder folgen im September (insgesamt 88). Der Preis des iPhones 3G S sinkt dann in den USA auf 99 Dollar.

Die neuen Funktionen:

  • Ein komplett neues Design
  • Frontkamera
  • LED-Blitz auf der Rückseite
  • Glas auf Vorder- und Rückseite, der Rahmen aus Stainless Steel ist gleichzeitig die Antenne des Smartphones.
  • Das iPhone 4 ist 24 Prozent dünner. 9,3 statt 12,3 mm beim iPhone 3G S
  • Viermal mehr Pixel auf dem so genannten Retina Display: 326 Pixel pro Inch. Es hat eine Auflösung von 960 x 640 px und einen Kontrast von 800:1
  • Micro-SIM-Karte
  • Zweites Mikrofon zur Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen
  • Die Batterie ist größer und soll 40 Prozent mehr Leistung bringen
  • Chip: A4 – Eigenentwicklung von Apple
  • Gyroscope (Kreisel-Sensor): erkennt zusammen mit dem Bewegungssensor (Accelerometer) Bewegungen in sechs Richtungen. Perfekt für Spiele und Navigations-Anwendungen
  • 5-Megapixel-Kamera: 5-facher Digitalzoom, HD-Videoaufnahmen in 720p, Manueller Fokus in Videoaufnahmen, LED-Licht kann auch für Videoaufnahmen verwendet werden.
  • iMovie (4,99 Dollar) auf dem iPhone: Filme auf dem Smartphone bearbeiten: Übergänge, Titel etc.

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Es stockt gerade ein wenig in den Live-Blogs, da Steve alle gebeten hat, ihre Laptops und iPhones ruhen zu lassen. Im Raum sind 570 Geräte, die am WLAN saugen, was dazu geführt hat, das eine Vorführung mit dem iPhone 4 bei Steve einen Ladefehler zeigte. Solche Peinlichkeiten mag His Steveness nicht. Mal sehen, ob die Szene im Video morgen drin ist.

OS 4 für das iPhone

Mittlerweile sind weltweit 100 Millionen Geräte, die das iPhone OS nutzen (iPod touch, iPads, iPhones) im Markt. Was die vierte Version des iPhone-Betriebssystems kann, ist schon bekannt, Steve geht es noch mal kurz durch.

  • 1500 Entwickler APIs, 100 neue Nutzer-Funktionen
  • Multitasking
  • Ordner für die App-Icons
  • Unterstützt mehrere Exchange-Server-Konten
  • SSL VPN-Support für mehr Sicherheit im Unternehmenseinsatz
  • Bing (Microsofts-Suchmaschine) als dritte Suchoption neben Google und Yahoo!
  • Retina-Display Support: das Betriebssystem bringt die bisherigen Apps auf die höhere Auflösung des neuen Displays
  • iBook auf dem iPhone und iPod touch: Bücher können gekauft, heruntergeladen und gelesen werden
  • iAd: Entwickler können Werbung in ihren Apps zulassen, erhalten dafür 60 Prozent des Umsatzes. Der Nutzer verlässt bei einem Fingertipp auf die Anzeige nicht die App. Als Anzeigenkunden sind bereits dabei: Nissan, Citi, Unilever, AT&T, Chanel, GE, Campbell´s Soup, JCPenny, Target, Best Buy und Disney.
  • OS4 ist als Update ab dem 21. Juni 2010 verfügbar. Allerdings unterstützen iPhone 3G und iPod touch nicht alle Funktionen. Wann das OS4 für das iPad kommt, erwähnte Jobs leider nicht.

One more thing…

Video-Telefonate werden mit dem iPhone per WLAN möglich, Jobs nennt sie Face Time. Das funktioniert von einem iPhone 4 zu einem iPhone 4 (Frontkamera notwendig) im Hoch- und Querformat. Für Telefonate in 3G-Mobilfunknetzen seien noch einige Gespräche mit den Providern notwendig, so Jobs. Die Technik hinter Face Time wird Apple als offenen Standard anbieten, so dass auch andere Hersteller ihn nutzen können. Apple setzt hier auf eine möglichst schnelle und große Verbreitung.

AppStore

Es gibt 150 Millionen Nutzerkonten (mit hinterlegter Kreditkarte) bei iTunes. Mittlerweile sind 225.000 Apps verfügbar und Apple zählt fünf Milliarden Downloads. Es werden 15.000 neue Apps und Updates pro Woche bei Apple zur Prüfung eingereicht. 95 Prozent davon werden innerhalb von sieben Tagen freigeschaltet. Der Rest schafft es nicht, weil die App nicht das macht, was der Entwickler angegeben hat, die App abstürzt oder verbotenerweise private Schnittstellen (APIs) nutzt.

Firmenvertreter von Netflix, eBay, Activision (Guitar Hero) und Zynga (Farmville für das iPhone ab Ende Juni) stellen Apps vor.

iPad

Seit dem Start wurden zwei Millionen iPads, alle drei Sekunden eins, verkauft. Aktuell wird es in zehn Ländern angeboten, bis Ende Juli in 19. Bislang gibt es 8.500 Apps für das “große iPhone”. In den ersten 65 Tagen wurden über fünf Millionen Bücher heruntergeladen. Das macht aus dem Stand einen Marktanteil von 22 Prozent in den USA, sagen fünf der sechs größten Verlage.

Mit dem nächsten Update von iBooks wird das Lesen von PDF-Dokumenten möglich sein. Man kann sich Notizen wie auf einem Post-it in Büchern machen.

Quellen: ArsTechnica.com, MacRumors.com, MobileCrunch.com

8 Kommentare

  1. Immer das selbe Problem mit der Telekom… warum machen die sowas? Gibt doch kaum Privatkunden die sich nen Telekom Vertrag holen?!

  2. Saugenial mit den antennen… Find das Ding allgemein gelungen.
    Aber engadget war heut auch ganz amüsant xD

    apple-spot: “FaceTime is going to change the way we communicate forever.”
    engadget: Forever? Forever ever?
    apple-spot: “I can’t believe this is real. That this is actually happening.”
    engadget:Hey people are using video chat over 3G all over the world — does it feel that way?

    haha loool

  3. @Dimi Das Ding wird im Zusammenspiel mit dem Licht- und Bewegungssensor für alles, was mit Bewegung zu tun hat, nützlich sein. Mal schauen, was die Entwickler daraus machen.

  4. Naja, für die Gyroscope-Funktion sehe ich eher in der Navigation einen sehr großen Vorteil. Z. B. In Tunnels, wenn kein GPS verfügbar ist, kann trotzdem noch die Richtung errechnet werden.

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