The Epicenter of Change“ prangt auf der Seite zur diesjährigen Entwicklerkonferenz WWDC (World Wide Developer Conference) vom 8. bis 12. Juni 2015 in San Francisco. Die Gerüchte verdichten sich, das Tim Cook bei seiner Vorstellung am Montag ab 19 Uhr unserer Zeit (10 Uhr PST) das Thema Musik ins Zentrum stellen wird. Die Übernahme von Beats für rund drei Milliarden Dollar mit seinem Musik-Streaming-Dienst ist nun schon ein Jahr her. iTunes Radio ist in den USA gestartet, aber bislang nicht offiziell in Deutschland eingeführt. Ein kostenpflichtiges Abo wie bei Spotify gibt es bei Apple (noch) nicht. Das soll sich laut Wall Street Journal ändern. Tim Cook werde zur WWDC einen kostenpflichtigen Abodienst (ca. 10 Dollar/Monat, dreimonatige kostenlose Testphase) vorstellen.

Attraktivität von iTunes Radio steigern

Das Musik-Streaming bei iTunes Radio ist zwar werbefrei, doch kann man nur Genres, nicht gezielt Titel auswählen. Man wählt also den Pop-Kanal oder die Top 50. Um den Dienst attraktiver, vor allem für zahlende Hörer zu machen, verhandelt Apple angeblich mit Musikern wie Drake, Pharrell Williams und David Guetta. Die Sänger und DJs sollen eigene Musikkanäle erhalten, die sie mit exklusiven Sets bestücken. Wenn schon keine eigenen Apple-Songs, dann immerhin individuelle Playlisten. TV-Streaming-Anbieter wie Netflix differenzieren sich auch über Eigenproduktionen von Wettbewerbern. Bei Musik ist das schwieriger. Über die Verhandlungen zwischen Apple und den Plattenlabeln schreibt die New York Post süffisant: „… but those hard-nosed negotiators from Cupertino want the moon and the stars.

Musikstreaming iTunes RadioDie kostenlosen Anbieter von Musikstreaming stören

Schön länger übe Apple Druck auf die Majors aus, damit die ihre Titel-Lizenzen nicht für kostenloses Musikstreaming bei Spotify als auch YouTube hergeben. Das Vorgehen hat bereits die Aufsichtsbehörden in den USA auf den Plan gerufen. Hätte Apple damit Erfolg, wäre störende Kostenlos-Konkurrenz beiseite geschafft, und es blieben nur noch wenig Gratis-Alternativen für den legalen Musik-Genuss per Stream.

Der schwedische Anbieter Spotify hat derzeit 30 Millionen Songs im Repertoire. Von den 60 Millionen registrieren Nutzern bezahlt ein Viertel für das Premium-Abo. Was würde die 45 Millionen Hörer tun, wenn es das werbeunterbrochene aber kostenlose Musikprogramm nicht mehr gäbe? Sicherlich würde einige sich zu einem kostenpflichtigen Abo durchringen, doch ein Großteil dürfte sich (wieder) illegalen Quellen zuwenden.

Tidal wird wohl kein Hit

Apple ist im Musik-Business zwar nur der „Plattenspieler“, doch der will bestimmen, was und vor allem zu welchem Preis, gespielt wird. Die eigentlichen Produzenten und Musikverlage hat man beim digitalen Musikvertrieb auf den Beifahrersitz verdrängt. Das wollen Künstler wie Jay Z, Madonna, Alicia Keys und andere mit dem High-Quality-Dienst Tidal ändern. Zum Start gab es viel Aufmerksamkeit, doch wirtschaftlich schein das Streamingangebot (9,99 Euro / Monat oder 19,99 Euro / Monat für Lossless-Audio mit bis zu 1.411 kpbs) keine Erfolg zu sein. Angeblich suchen die Macher bereits nach Kooperationspartnern wie beispielsweise Rhapsody. Apple könnte mal wieder – aufgrund der Verbreitung von Abspielgeräten (iPhone, iPad, iPod) – sich durchsetzen. Schauen wir mal zu, was Tim Cook den Entwicklern präsentiert …

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