Das iPhone hat Geburtstag! Heute vor zehn Jahren, am 9. Januar 2007 stellte Steve Jobs um 9:41 Uhr bei der Eröffnungsveranstaltung der Macworld Conference & Expo im Moscone Center in San Francisco das iPhone vor.

Lustig, wie der Apple-Boss sein Publikum zunächst in die Irre führt (ab 1:30 im Video). Er kündigt drei neue Produkte an: einen iPod, ein Mobiltelefon und einen Internet-Communicator. Die Symbole dafür rotieren auf der Leinwand, Jobs wiederholt die Namen. Bis er es endlich auflöst: „This is one device.“ Dabei reckt Jobs seinen Zeigefinger und das Publikum jubelt, als es realisiert, was hier vorgestellt wird.

Großspurig, wie er nun mal war, sprach Jobs davon, das Telefon neu zu erfinden. Die Mobilfunkwelt, allen voran Nokia, zeigte sich skeptisch bis überheblich. Wie das zehn Jahre später aussieht, ist wohl jedem bekannt.

Apple hat mit dem kleinen Kästchen tatsächlich vieles revolutioniert: den Mobilfunkmarkt, den Softwarevertrieb, die Digitalfotografie und natürlich das Geräte-Segment „Smartphone“. Wenn wir ehrlich sind, hat das iPhone den Formfaktor eines jeden folgenden Smartphones beeinflusst, egal welcher Herstellername drauf steht. Die Andersartig begann bereits mit dem Vertrieb: Ab dem 9. November 2007 konnte man in Deutschland das iPhone nur bei der Telekom mit einem entsprechenden Vertrag bekommen.

Zerstöre dich selbst

Es war ein extrem mutiger Schritt. Ein Unternehmen, das keinerlei Erfahrung mit Mobiltelefonen und Mobilfunkprovidern hat, bietet sein Erstlingswerk ausschließlich exklusiv an. Das hätte auch nach hinten losgehen können. Zudem kannibalisierte das iPhone den überaus erfolgreichen Apple-Musikabspieler. Man hätte noch lange viel Geld mit den kleinen iPods verdienen können. Zu diesem Zeitpunkt machen iPod in Kombination mit Musikvertrieb via iTunes 42 Prozent vom Umsatz aus. Aber da ist Apple eben auch Vorbild: Zerstöre dein erfolgreiches Produkt durch ein noch besseres Produkt, bevor es jemand anders tut.

Responsive, oder wat?

Diverse Patentklagen später haben wir eine App-Economy und bei Webseiten gibt es nur noch eine Frage: „Ist die auch responsive?“ Vermisst eigentlich jemand Flash, nur mal so nebenbei gefragt? Heute ist das Smartphone Grundlage für so manches Geschäftsmodell, da alles mit der dazugehörigen App gesteuert wird. Ich kann es mir aus meinem Alltag bzw. aus meiner Hand nicht mehr wegdenken: Car-Sharing, Zug- und Flugreisen, meine Heizung, meine Sonos-Lautsprecher, die Navigation im Auto, die Wettervorhersage, meine Herzfrequenz beim Laufen, diverse Messenger und natürlich der elend zwanghafte Blick, ob jemand bei meinem Facebook-Eintrag „Gefällt mir“ geklickt hat.

Die Entwicklung treibt so manche Blüten: Da halten die Menschen eine durchaus leistungsfähige Digitalkamera in den Händen, doch sie stehen auf den Sofortbild-Retro-Look, als ob die Aufnahmen 1971 gemacht wurden. Den Erfolg von Apps wie Instagram kann ich mir nicht erklären, genau wie die 19 Mrd. Dollar für Whatsapp.

Entwicklung von Innovationen

Spannend: Die nächsten zehn Jahre

In den zehn Jahren ist das iPhone erwachsen geworden. Und damit meine ich nicht nur die Größe (von 3,5 auf 4,7 Zoll Bildschirmdiagonale gewachsen). Doch ob Apple mit dem iPhone noch immer an der technischen Spitze der Entwicklung steht, darf leidenschaftlich diskutiert werden. Dass man NFC nur für Apple Pay nutzen kann, was es in Deutschland immer noch nicht gibt, dass der induktive Ladestandard Qi noch immer auf sich warten lässt, sind Dinge, die mich stören.

Für dürfen gespannt sein, was das Jubiläums-iPhone also bringt. Die zehn Jahre bis zum iPhone 8 haben viele Innovationen hervorgebracht, doch die kommenden zehn Jahre werden um ein Vielfaches spannender. Jetzt kommt alles zusammen: Internet of Things, Industrie 4.0, Smart Home, Wearables und alle anderen Buzz-Words. Diverse offene Schnittstellen (APIs), sinkende Chip-, Cloud- und Mobilfunkkosten ermöglichen Anwendungen und Dienstleistungen, von denen wir noch nicht gewagt haben, zu träumen.

Was auch nach 12 iPhone-Versionen bleiben wird? Der Akku ist immer zu schwach. Apple-Werbemotive und Screencasts mit dem iPhone werden immer die Uhrzeit 9:41 anzeigen. Denn das ist die Minute, in der Steve Jobs das iPhone der Welt zeigte.

Technische Daten: iPhone vs. iPhone 7

Erstes iPhone
iPhone 7
Preis ab 399 Euro ab 759 Euro
Speicher 4, 8, 16 GB 32, 128, 246 GB
Kamera 2 Megapixel
2 Megapixel
12 Megapixel, 4K-Video, FaceTime-Kamera mit 7 MP
Bildschirm 480 x 320 Pixel bei 163 ppi 1.334 x 750 Pixel bei 326 ppi
Diagonale 3,5 Inch / 8,89 cm 4,7 Inch / 11,94 cm
Maße 115 x 61 x 11,6 mm 138,3 x 67,1 x 7,1 mm
Gewicht 135 g  138 g
Daten-übertragung GSM/Edge,
WLAN (802.11 b/g)
LTE,
WLAN (802.11 a/b/g/n/ac)
Ortung Datenverbindung  GPS, Glonass
Chip ARM1176-Prozessor von Samsung (32 Bit) Apple A10 (64 Bit) mit Coprozessor M10
Bluetooth  4.2 (low energy)
Apps nur vorinstallierte Apps mehr als zwei Millionen Apps im Store
Ausstattung Siri, NFC für Apple Pay, Fingerabdrucksensor
Anschlüsse 3,5 mm Klinke, Dock-Connector Lightning

Kommentar verfassen